Gewinnerin Jennifer Lynn hat Workshop für Regensburg und Umgebung geplant

Jennifer Lynn wird schnell emotional, wenn sie über ihre Reise bei „The Voice of Germany“ spricht. Es sei alles noch wie ein Traum, sagt die Sängerin. Erst vor nur einigen Jahren wusste sie nicht, wie sie sich und ihre Kinder ernähren soll. Jetzt ist sie Gewinnerin der Castingshow und hat einen Vertrag für zwei Alben in der Tasche.
„Jetzt bin ich erst mal zurück in der Realität“, erzählt Lynn eine Woche nach ihrem Sieg. In der vergangenen Woche war sie noch in Berlin – hat das Musikvideo zu ihrer Singe „Light the Sky“ gedreht und hatte schon viele Absprachen zu den nächsten Schritten ihrer Musikkarriere. „Mich hat dann mitten drin die Kita meiner Tochter angerufen und gesagt, dass sie Fieber hat und früher abgeholt werden muss.“ Dann sei sie gleich wieder zurück im Alltag gewesen.
Schwere Zeit nach Scheidung
Für Lynn ist der Gewinn bei „The Voice“ aber vor allem ein Neuanfang. „Ich war an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiter wusste“, erzählt sie über die Zeit nach der Trennung von ihrem Exmann vor einigen Jahren. Den hatte die Sängerin in Holland kennengelernt, wo die Amerikanerin damals als Musikerin arbeitete. Mit dem Regensburger ist sie in seine Heimat gezogen und war über neun Jahre vor allem Mutter. Nach der Scheidung war auch ihre Existenzgrundlage verloren.
„Ich hatte keine kontinuierliche Arbeit, nichts was in meinem Namen stand. Auf dem Papier gehörte mir nicht mal mein Auto.“ Sie habe nicht mehr gewusst, wie sie für ihre Kinder – einen zehnjährigen Sohn und eine fünfjährige Tochter – ein Leben finanzieren sollte. Eine Freundin konnte ihr damals ein Haus im Landkreis vermitteln. Sie wollte zurück zur Musik, womit sie sich in den USA, denn Lynn kommt ursprünglich aus Chicago, eine Karriere aufgebaut hatte.
Auftritte und Aufnahme von neuem Album geplant
Bei „The Voice of Germany“ scheint sie nun die Möglichkeit gefunden zu haben, auch in Deutschland als Sängerin erfolgreich zu werden. „Mit dem Sieg kommt natürlich auch ein voller Kalender“, erzählt Lynn. Ihr sei aber wichtig, die Balance zu finden, viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und gleichzeitig die Chance, die ihr die Castingshow gerade gibt, zu nutzen. „Ich spüre jetzt einen inneren Druck, die Möglichkeiten zu packen, damit ich nicht schon wieder vergessen bin, sobald die nächste Show anfängt.“
Momentan plane sie gemeinsam mit der Plattenfirma schon Aufnahmetermine für die neuen Songs und die Auftritte für das kommende Jahr. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich nicht unerreichbar sein möchte“, sagt Lynn. Neben großen Konzerten wolle sie immer auch noch auf den kleineren Bühnen stehen. „Ich habe früher manchmal Konzerte gegeben, bei denen ich so viel vom Publikum zurückbekommen habe, dass ich gar nicht bemerkt habe, wie drei Stunden vergangen sind“, erzählt sie. Das sei für sie nur in einem intimeren Rahmen möglich.
Elternbrief bei Domspatzen
Und auch für Regensburg ist schon einiges in Planung. Am Wochenende wird Lynn beim Regensburger Weihnachtssingen auftreten und sie möchte einen Workshop zum Schreiben von Musik anbieten. „Ich werde auf jeden Fall hier bleiben“, sagt sie. Nicht nur wegen ihrer Kinder. „Ich habe meine besten Freunde hier gefunden und liebe die Stadt.“
„Ich möchte meinen Kindern zeigen, dass sie immer weiter machen müssen.“ Lynns Sohn singt selbst bei den Domspatzen. „Ich wurde sehr unterstützt. Es gab sogar einen Elternbrief dazu, dass ich Kandidatin bei ,The Voice‘ bin“, erzählt sie. Viele Eltern von Mitschülern ihres Sohnes haben die ganze Zeit hinter ihr gestanden, sagt Lynn.
Für ihr kommendes Album verspricht Jennifer Lynn eine Bandbreite an Musikgenres. Dass sie in der Castingsendung als die Balladen-Königin gehandelt wurde, stört sie nämlich ein wenig. „Ich liebe Balladen. Aber ich kann auch AC/DC rocken.“
