Rückkehr zur Normalität: Nördliche Stadtteile von Neustadt a.d. Donau bekommen wieder ihr „eigenes“ Trinkwasser

Die Verunreinigung der Irnsinger Trinkwasser-Quelle durch Keime hatte im Sommer vorigen Jahres für Aufregung in der Bevölkerung gesorgt. Jetzt, eineinhalb Jahre später, ist die Lösung des Problems zum Greifen nah.
Die Aufregung war groß gewesen, nachdem bei einer Routinekontrolle Fäkalkeime im Wasser nachgewiesen wurden und die Versorgung der Einwohner über gratis Mineralwasserkästen und das Wasserwerk in Eining hergestellt wurde. Nicht nur die vorübergehende Beimischung von Chlor, um die Leitungen zu reinigen, schmeckte den Bürgerinnen und Bürgern nicht.
Irnsings Einwohner fürchteten um „ihr“ Wasser, denn seit Generationen werden sie von der Quelle am Ortsausgang nach Neustadt a.d. Donau versorgt. Gerlinde Seitz empörte sich: „Unsere Quelle ist für uns wertvoll. Unser Wasser schmeckt anders als das aus Eining.“ Deshalb forderte sie: „Wir möchten unser Wasser wieder haben.“
Bürger für Erhalt der Quelle
Es bestand sogar die Sorge, dass die Quelle dauerhaft vom Netz genommen werden könnte. Doch Bürgermeister Thomas Memmel bekräftigte ein ums andere Mal: „Wir wollen die Irnsinger Quelle erhalten.“
Um diese Zusage auch dauerhaft gewährleisten zu können, wurde im Pumpenhaus neben dem Brunnengebäude eine Filteranlage montiert. Wobei „filtern“, wie Wassermeister Florian Buberger sagt, nicht der richtige Begriff für den Vorgang sei. Tatsächlich wird das Wasser, bevor es an die Verbraucher geht, mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt, um Keime abzutöten. Für die Lampen, mit denen das Wasser „durchleuchtet“ wird, gibt es ein eigenes Sicherheitssystem.
Nicht nur Irnsing, sondern auch die anderen nördlichen Stadtteile Arresting, Hienheim und Marching werden von hier aus versorgt. Zwei Pumpen bestehen, die kleinere schafft 35 Kubikmeter pro Stunde, die große 50 Kubikmeter. Eineinhalb Jahre lang lief diese Versorgung über das Wasserwerk in Eining, von dem aus das Trinkwasser durch einen Düker auf die nördliche Seite der Donau transportiert wurde.
In wenigen Tagen soll die neue Anlage in Betrieb gehen. Wann genau, steht nicht fest. Möglicherweise zum Jahreswechsel könnte es soweit sein. Es laufen noch einige Beprobungen, außerdem fehlt die Freigabe des Landratsamtes Kelheim. „Die Ziellinie ist in Sicht, so dass wir wieder Wasser aus der Irnsinger Quelle nehmen können“, sagt Bürgermeister Memmel.
Er betont zudem, dass ihm die Sicherheit beim Thema Trinkwasser wichtig ist: „Wir wollen sicherstellen, dass wir ein hochwertiges Wasser haben.“ Dazu gehört auch, dass das Pumpenhaus einen eigenen Hochwasserschutz bekommt. Zuletzt hatte beim Hochwasser im Sommer das Wasser im Pumpenhaus einen halben Meter hoch gestanden.
120 000 Euro investiert
Eineinhalb Jahre haben die Planungen und Arbeiten an dem Vorhaben gedauert. 120 000 Euro werden am Ende investiert worden sein, sagt Heinrich Maier von den Stadtwerken.
Mit dem Ergebnis ist der Bürgermeister zufrieden. Er stimmt den Irnsingern zu, die sich nach der Sperre der eigenen Quelle über das Wasser aus Eining beklagt hatten. Memmel sagte vor wenigen Tagen bei einer Ortsbesichtigung in Irnsing: „Das Wasser aus der Irnsinger Quelle hat einen anderen Härtegrad, das schmeckt man.“

