Gymnasium Rohr: So geht es für die Lehrer weiter – Nicht alle können bleiben

Von Martin Rutrecht · 18. Dezember 2024 um 15:00

Das kirchliche Gymnasium in Rohr i. Nb. wird ab dem neuen Schuljahr nach und nach in eine staatliche Einrichtung übergeführt. Eine der offenen Fragen ist, was mit dem derzeitigen Lehrpersonal geschieht. Schulleiter Thomas Michna erläutert mögliche Wege. Der Benediktinerorden plant eine „soziale Abfederung“.

Die Jahrgangsstufen fünf bis sieben werden mit dem Schuljahr 2025/26 staatlich, die Klassen darüber bleiben wie bisher unter Trägerschaft des Benediktinerordens. Mit diesem ersten Schritt wird der Übergang des Johannes-Nepomuk-Gymnasiums (JNG) in Rohr in staatliche Verantwortung eingeleitet. Die kirchlichen Jahrgänge laufen sukzessive aus, das Gymnasium wird bis 2031 komplett staatlich.

Auf die derzeit rund 40 Lehrer des JNG, die beim Benediktinerorden bzw. ein kleiner Teil beim Katholischen Schulwerk in Bayern beschäftigt sind, kommen definitiv Veränderungen zu. An den staatlichen Klassen fünf bis sieben dürfen sie als kirchliche Kräfte nicht unterrichten. Dafür rückt staatliches Personal ans Gymnasium.

Stundenzahl für kirchliche Lehrer schrumpft

Für die aktuelle Belegschaft reduziert sich die Tätigkeit auf die Jahrgangsstufen 8 bis 13 – was weniger Stunden bedeutet, die auf sie zugeteilt werden können. In den Folgejahren wird dieses Volumen mit dem Auslaufen der kirchlichen Klassen weiter schrumpfen.

Nach den Worten von Schulleiter Michna plant der Benediktinerorden „sozial abfedernde Mechanismen“, wenn sich bei einer Lehrkraft am JNG die Stundenzahl reduziert. „Der jeweilige Pädagoge soll keinen Verlust dadurch haben.“ Wie das konkret aussehen soll, wird noch im Detail erarbeitet.

Forderung von Lehrern, Eltern und Schülern ist, die derzeitigen Pädagogen in den staatlichen Dienst zu übernehmen und ihnen eine Zukunft in Rohr zu ermöglichen. „Wir tun wirklich alles dafür, dass wir möglichst viele Kollegen rüberbringen“, sagt Michna.

Beim Staat bewerben − und auf Einsatzort Rohr hoffen

Eine direkte Übernahme, so betont es das Bayerische Kultusministerium, ist aber nicht möglich. Das staatliche Gymnasium in Rohr ist eine „Neugründung“, sagte Ministerin Anna Stolz. Die kirchlichen Lehrkräfte müssen sich beim Staat bewerben. Selbst wenn diese erfolgreich sein sollte, geht damit keine zwingender Einsatz in Rohr einher.

„Ich bekomme natürlich über Gespräche mit, dass einzelne Lehrer mit dieser Situation unzufrieden sind, und ich verstehe die Emotionen“, sagt Michna. Man informiere die Lehrerschaft immer wieder über die Lage, vor allem wenn bisheriger (Benediktiner) und künftiger Träger (Staat) Entscheidungen treffen.

Staatliche Lehrer dürfen kirchliche Klassen unterrichten

Insofern habe man dem Kollegium auch offen und ehrlich erklärt, „dass nicht alle übernommen werden können“. Was schon daran liege, dass der Staat eigenes Personal mitbringe. Diese Lehrer dürfen auch in kirchlichen Klassen unterrichten. Kein aktueller JNG-Pädagoge werde aber auf der Straße landen. „Wir haben einen Lehrermangel in Bayern. Aber wer in den staatlichen Dienst übertreten wird, muss auch mit einem anderen Einsatzort als Rohr rechnen.“ Endgültige Klarheit über den künftigen Bedarf an Lehrkräften am Gymnasium Rohr werde man erst im April oder Mai haben.

Jüngst traf das Kultusministerium die Entscheidung, dass mit Herbst 2025 ein staatlicher Schulleiter installiert wird. Wiewohl sein Stellvertreter – die Rolle wird Michna übernehmen – für die kirchlichen Jahrgänge zuständig ist. Bis März 2025 soll die Entscheidung fallen, wer neuer Direktor in Rohr wird.