Gemeinde Sinzing muss bei Kinderbetreuung klotzen

Von Gertraud Pilz · 18. Dezember 2024 um 09:00

Die Betreuung der Viehhausener Kinder stand im Mittelpunkt der jüngsten Sinzinger Gemeinderatssitzung. Beim Neubau des sechsgruppigen Kinderhauses in Viehhausen – ein Acht-Millionen-Euro-Projekt – sollen Verzögerungen vermieden werden.

Außerdem muss die Gemeinde die Ganztagsbetreuung der Schulkinder organisieren.

Beim Viehhausener Kinderhaus machen sowohl Gemeinderäte als auch Eltern Druck, damit die Einrichtung im September in Betrieb genommen werden kann, informierte Bürgermeister Martin Brix. Eigentlich sollte der im September begonnene Bau über den Winter ruhen. Die Gemeindeverwaltung legte nun eine Kostenschätzung des Planungsbüros über circa 125 000 Euro für Maßnahmen der Bauzeitverkürzung, etwa für die Anmietung mobiler Heizgeräte, für Notfenster, Estrichbeschleuniger und Weiteres, vor. Eine Garantie, dass so eine Bauzeitstraffung gelingt, gab das Planungsbüro allerdings nicht ab.

Tobias Stadler (CSU) verlangte die Absetzung dieses Tagesordnungspunktes. Andernfalls würde Geld zum Fenster hinausgeworfen, so sein Argument. Die Gemeinde könne jederzeit und nach Bedarf auf bauliche Verzögerungen reagieren. Der Antrag von Stadler erhielt ein einstimmiges Votum. Der Bürgermeister wurde einstimmig ermächtigt, Auftragsvergaben für den Bau des Kinderhauses gemäß den Kostenrechnungen zu vergeben, sofern das günstigste Angebot nicht mehr als 20 Prozent darüber liege.

In Viehhausen fehlen Räume

Was die Umsetzung des Ganztagesanspruchs ab dem Schuljahr 2026/2027 für die Zweigschule Viehhausen angeht, stellten Regierung der Oberpfalz und Landratsamt bei einer Prüfung mit der Gemeinde und der Schulleitung fest, dass die Voraussetzungen in Bezug auf Räume und Quadratmeterzahl in der Grundschule Sinzing nahezu übererfüllt sind, während im Viehhausener Schulgebäude Räumlichkeiten für einen Küchen- beziehungsweise Essensausgabebereich fehlen.

Für die Umsetzung der Offenen Ganztagsschule (OGTS) in Viehhausen gebe es etliche Konzepte und Alternativen, so Bürgermeister Martin Brix. Möglich wäre es, die Viehhausener Kinder, die die OGTS besuchen möchten, mittels geregelter Schülerbeförderung nach Sinzing zu transportieren. Die zweite Möglichkeit wäre ein Anbau an das bestehende Schulgebäude Viehhausen. Auch denkbar wäre ein Umbau von Räumen im benachbarten alten Kindergartengebäude, vorbehaltlich der Zustimmung des Eigentümers. Auch das Klostergebäude, so einige Gemeinderäte, solle für eine Kantinenlösung mit Aufenthaltsräumen in Betracht gezogen werden.

Investitionen in Viehhausen würden eine zusätzliche finanzielle Belastung der Gemeinde im sechsstelligen Bereich bedeuten, wobei ein Anbau wohl die teuerste Lösung wäre, so Brix. Verwaltungsleiter Michael Schaller ergänzte, dass die Schülerbeförderung auch kostenintensiv sei. Ein Angebot der OGTS in der Zweigschule Viehhausen würde allerdings laut Brix den Schulstandort stärken. 86 Kinder werden derzeit in Klassen von rund je 20 Kindern in Viehhausen beschult. Im kommenden Schuljahr wird die Zahl in etwa gleich sein.

Verwaltung prüft Optionen

Josef Espach (CSU) plädierte dafür, die Viehhausener Kinder für ein oder zwei Jahre nach Sinzing in die OGTS zu bringen. Je nach Bedarf könne man in Sachen Investitionen in Räumlichkeiten immer noch entscheiden. Dem stimmte Stefan Süß (Grüne) zu. Kinder anderer Ortsteile, wie zum Beispiel Eilsbrunn, müssen mangels Schule am Ort seit Jahrzehnten mit dem Bus fahren. Michael Pernpeintner schloss die Räumlichkeiten im Klostergebäude als ungeeignet aus. Der Weg von der Schule zum Kloster über die Schulstraße sei für die Kinder nicht zumutbar. Klaus Nebl (SPD) warnte vor hohen Investitionen in die Zweigschule Viehhausen, die die Gemeinde zusätzlich finanziell schwer belasten würden.

Schließlich beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, alle diskutierten Möglichkeiten, zu prüfen und variantenbezogene Kostenschätzungen vorzulegen.

Weitere Themen im Gemeinderat

Brücke in Riegling: Für den Rückbau des alten Fußgängersteges an der Rieglinger Eisenbahnbrücke sind Kosten zwischen 250 000 und 300 000 Euro im Gespräch. Die Gemeinde sieht hier auch den Landkreis in der Pflicht.

Kindergarten: Ab dem Jahr 2025/2026 kann der Eilsbrunner Kindergarten abhängig vom Bedarf erweiterte Öffnungszeiten anbieten, montags bis donnerstags 7.30 Uhr bis 16 Uhr und freitags von 7.30 Uhr bis 14 Uhr.

Über Möglichkeiten der Ganztagsbetreuung für die Schüler in Viehhausen diskutierte der Gemeinderat ebenfalls.