Sarah Baumgartner übernimmt die Projektorganisation beim Verein LandGenuss Arnschwang

Von Alexander Frimberger · 18. Dezember 2024 um 05:00

Der Verein LandGenuss hat sich der regionalen Vermarktung verschrieben. Um für die Zukunft noch besser aufgestellt zu sein, wurde am Montagnachmittag mit Sarah Baumgartner eine Projektleiterin Organisation vorgestellt.

Hotelier Andreas Brunner ist ein Überzeugungstäter, wenn es darum geht für den Konsum und die Vermarktung regionaler Lebensmittel zu werben.

Hohe Qualität, kurze Wege

Der Vorsitzende des Vereins wird nicht müde zu betonen, wie der gesunde und nachhaltige Lebensmittelkonsum der Zukunft aussehen muss: regionale und saisonale Produkte von garantiert hoher Qualität, geliefert auf kurzen Transportwegen. Von der Idee zur Umsetzung war es allerdings ein weiter Weg.

Doch inzwischen läuft das vom Verein initiierte Projekt Digitaler Landgenuss, das bayern- und bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt. Gastronomie und Hotellerie, Einzelhandel, vereinzelt auch ausgewählte Verbrauchermärkte sowie Hof-, Regional- und Bauernmärkte können auf einer eigens dafür eingerichteten Plattform 350 im Landkreis Cham angebaute, aufgezogene und hergestellte Waren bestellen. „Bestellt ein Koch bis Dienstag oder Donnerstag 11 Uhr, wird jeweils einen Tag später ausgeliefert“, erklärt Hans Stibich, Geschäftsführer des Maschinenrings Cham, der von der Logistik, über den Transport, bis hin zur Rechnungsstellung alles übernimmt.

Der Clou, erklärt an einem Beispiel: Ein Gemüselandwirt gibt an, er hat eine Anzahl X erntereife Karotten. Wird bestellt, wird das Gemüse vom Acker geholt. „Frischer geht es nicht“, findet Brunner und ergänzt: „Vermarktung von regionalen Produkten, diese zu fördern und in den Umlauf zu bringen, das ist unser Ziel.“ Stibich ergänzt: „Letztlich müssen wir wieder lernen, so zu konsumieren, wie wir es vor 50 Jahren noch getan haben.“ Das Bewusstsein für nachhaltige und gesunde Lebensmittel sei bei vielen Menschen schon geweckt. So beobachtet Brunner in seinem Hotel, dass Gäste sehr interessiert sind an Lebensmitteln, bei denen man nachvollziehen kann, wo sie herkommen. „Sie wollen die Betriebe besuchen und dann etwas mit nach Hause nehmen.“

Auch Baumgartner sieht nicht die reiche Oberschicht als ihre primäre Kundschaft. Häufig sind es demnach junge Mütter, die das Biofleisch ihrer Galloway-Rinder kaufen. „Die essen lieber nur zweimal in der Woche Fleisch, wenn sie dafür wissen, wo es herkommt“, so die neu installierte Projektleiterin, die ein ganz klares Ziel vor Augen hat: „Wir wollen nicht eine Nische bedienen, sondern Versorger werden.“

Der Weg dorthin ist geebnet, „auch weil der Landkreis, in persona Landrat Franz Löffler, von Anfang an an die Idee geglaubt und uns unterstützt hat“, betont Brunner. Doch natürlich ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Ein Hauptanliegen, das sich auch Baumgartner auf die Fahne geschrieben hat. Die Social Mediaaktivitäten sollen weiter erhöht werden. Aktuell gibt es ein Gewinnspiel oder die Instagram-Seite „Bettis leckeres Landleben“, auf der Rezepte für jeden Anlass vorgestellt werden. Gerade in der Vorweihnachtszeit möchte Brunner auf den Landgenuss-Taler hinweisen, der als Gutschein fungiert. Oder auf die Geschenkkörbe, die man in verschiedenen Läden bekommt.

Noch kein Verbrauchershop

Der regionale Shop funktioniert derzeit für den Endverbraucher noch nicht: Es sind laut Stibich noch einige Hürden zu nehmen. „Aber das Thema wird in Zukunft natürlich wichtig werden“, bekräftigt Brunner.

Sarah Baumgartner

Die 27-jährige Wirtschaftsfachwirtin Sarah Baumgartner lebt auf einem Einödhof in Blaibach und führt dort ihren eigenen Betrieb „Galloways vom Gänsberg“. Dort vermarktet sie Gallowayfleisch in EU-Bio-Qualität direkt ab Hof.

Baumgartner ist seit einigen Jahren in der Vorstandschaft des Vereins Land-Genuss tätig „und kennt die Herausforderungen und Chancen, die uns als regionale Gemeinschaft gestellt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das bringt sie mit: Langjährige Erfahrung in der Landwirtschaft und Leidenschaft für die regionale Wirtschaft.

Frischer geht es nicht: Vom Acker auf den Teller. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa