Diese Schüler haben Musik im Blut: Max-Reger-Gymnasium Amberg trat in Waldmünchen auf

Von Ingrid Milutinovic · 16. Dezember 2024 um 11:00

Der Begehbare Adventskalender wartete am Freitagabend mit einem ganz besonderen Schmankerl auf. Das Max-Reger-Gymnasium aus Amberg hatte – wie inzwischen bereits seit 34 Jahren – wieder eine Probenwoche in der Jugendbildungsstätte (Jubi) absolviert.

93 Schüler seien dabei gewesen, freute sich Michaela Treese, Fachbetreuerin Musik am Gymnasium, Chorleiterin und Organisatorin des Abends. Fünf Lehrerinnen teilten sich in der Woche dabei in die Unterrichtseinheiten.

Aula war voll besetzt

Bereits lange vor Beginn war die Aula der Jubi voll besetzt. Während die einen das Traditionskonzert tatsächlich zum ersten Mal besuchten (ich bin am Freitagabend nach der Arbeit einfach platt) waren andere gefühlt schon ewig dabei. „Es ist einfach wunderschön und jedes Mal ein Genuss. Das möchten wir nicht missen“ war oft genug zu hören.

Teilnehmer aus den Jahrgangsklassen sechs bis zwölf waren nach Waldmünchen gekommen. „Das Gymnasium hat ungefähr 400 Schüler, davon sind jetzt 93 hier – sehr viele sind also nicht mehr in Amberg, lachte Michaela Treese bei der Begrüßung. Sie war es auch, die locker und routiniert durch den Abend führte. Auch den öfter zwischenzeitlichen Umbau der Bühne – hier waren die jungen Männer aus dem Chor gefragt – hatte sie fest im Griff.

Den jungen Musikern sah man die Aufregung nur am Anfang an. Ein perfektes Outfit – (fast) ganz in schwarz – machte optisch einen tollen Eindruck. Den Anfang machte das Orchester unter der Leitung von Ulrike Straub. Bläser und Streicher begeisterten das Publikum mit einer Leistung, die ihresgleichen sucht. Nicht nur Tongewaltig, sondern auch voll konzentriert und durchaus professionell kamen die jeweiligen Einsätze perfekt.

Den Anfang machte dabei die Moldau, ein bekanntes Werk des Komponisten Bedrich Smetana, der vor 200 Jahren geboren wurde. Weitere Stücke folgten. Mucksmäuschenstill war es im Publikum, bevor langanhaltender verdienter Beifall die jungen Musiker für ihre Leistung belohnte. Es folgten das Saxophonquartett und das Querflötenensemble unter Iwona Simonides. Im Gegensatz zum „großen“ Orchester eher die etwas leichteren Klänge, die sichtlich die Zuhörer in ihren Bann zogen.

Im Rhythmus mitbewegt

Wer genau hinschaute, konnte erkennen, dass der eine oder andere sich leicht im Rhythmus der Melodie mitbewegte. Die Big Band des Gymnasiums brachte mit einem Medley weihnachtliche Stimmung auf. Da durfte es ruhig auch einmal etwas moderner zugehen.

Gewaltig im wahrsten Sinn des Wortes wurde es mit dem Chor. Nicht nur die Anzahl der Sängerinnen und Sänger war gewaltig – auch die Stimmen übertrafen alles. Chorleiterin Michaela Treese war voll in ihrem Element. Nicht nur, dass sie selbst mitsang, auch ihre Körpersprache sagte ganz klar: Das macht Spaß, ich liebe es. Ihre Begeisterung sprang nicht nur auf ihren Chor, sondern auch auf das Publikum über. Mit Liedern aus dem 17. und 16. Jahrhundert begann es, bevor der Abend mit „Latin Jazz Mass“ endete. Nicht, bevor in einem letzten Stück auch das Publikum zum Mitsingen gefordert war.

Nicht enden wollender Applaus, Standing Ovations und Rufe nach einer Zugabe wollten nicht enden. Dieser Bitte konnte Treese – charmant verpackt – nicht nachkommen: „Bitte habt Verständnis, unsere jungen Künstler haben eine ganze Woche lang acht bis neun Stunden geprobt. Da geht jetzt nichts mehr.“

Die Querflötengruppe mit Iwona Simonides
Saxophon-Quartett der Extraklasse
Junge Sängerinnen – begeistert und konzentriert