Schüler des Amberger Max-Reger-Gymnasiums üben jährlich ihr Weihnachtskonzert in Waldmünchen

Von Bernd Hofmann · 7. Dezember 2024 um 19:00

Alle Jahre wieder kommt die Weihnachtszeit – und mit ihr kommen die Schüler des Amberger Max Reger Gymnasiums nach Waldmünchen. Seit nunmehr 34 Jahren probt eine Gruppe der Schule hier jedes Jahr eine Woche lang intensiv für ihr Weihnachtskonzert. Am Ende der Woche gibt es dann fürs Waldmünchner Publikum ein Extrakonzert.

Michael Meier ist Teil der Chorleitung der Schule und begleitet die Reisen nach Waldmünchen schon seine ganze schulische Karriere. „Schon als Schüler war ich in Waldmünchen zum Proben,“ erinnert er sich. Auch im Referendariat war er gemeinsam mit den Schülern in Waldmünchen. Nun, als Internatsleiter an der Musikschule und als Latein- und Deutschlehrer, ist er mit für die Durchführung der Probewoche verantwortlich. „Organisatorin ist aber Michaela Treese, sie ist sozusagen der Spiritus Rector“, so Meier.

Schüler aus verschiedenen Ensembles üben in der Trenckstadt

Dieses Jahr werden 80 Schüler aus den verschiedenen Ensembles der Schule wie Bigband, Flöte, Saxophon, der Chor und das Orchester in Waldmünchen üben. Von Dienstag bis Samstag sind die Schüler dann intensiv mit dem Einstudieren ihrer Lieder beschäftigt. „Wir proben gemeinsam acht Stunden pro Tag“, so Meier. Die Schüler lernen dabei aufgeteilt auf die einzelnen Ensembles: „Es gibt Schüler die sowohl im Chor singen als auch im Bläserensemble mitspielen.“ Am Ende der Woche wartet als krönender Abschluss das Konzert in der Aula der Jugendbildungsstätte. Ganz generell sei die Absicht hinter der Probewoche, den Schülern Raum zu geben, erzählt Meier: „Die Idee ist, sich losgelöst von all dem Schulstress wirklich auf das gemeinsame Musizieren zu fokussieren.“

Die Probewochen haben mittlerweile Tradition. Seit 34 Jahren fährt das Gymnasium nach Waldmünchen. „Die ersten 15 Jahre haben wir in der Waldmünchner Kirche die Vormesse gestaltet“, erinnert sich Meier. Vor 19 Jahren kam dann der Wechsel zum Auftritt in der Jubi. Das habe unter anderem daran gelegen, dass das Programm nicht liturgisch gepasst habe. Stattdessen habe es sich angeboten, in der Aula der Jugendbildungsstätte ein Konzert für die Waldmünchner zu veranstalten. „Das Konzert hat einerseits den Effekt, dass die Schüler Auftrittspraxis lernen – für Jüngere ist das ja doch ein großer Schritt – und ist gleichzeitig als kleines Dankeschön an die Stadt und an das Team der Jugendbildungsstätte gedacht“, erklärt Meier.

Ein idealer Ort zum Üben

Für das Proben hat das Gymnasium in Waldmünchen einen perfekten Ort gefunden. „Die Jugendbildungsstätte hat die idealen Voraussetzung,“ sagt Meier. „Für ein Orchester und einen Chor brauchen wir einen großen Raum.“ Und den kann die Jubi mit der Aula liefern. Mittlerweile ist Waldmünchen in der Amberger Schule ein geflügeltes Wort geworden: „Man sagt gar nicht mehr: Wir fahren zu Probetagen sondern: Wir fahren nach Waldmünchen.“

Auch international ist Waldmünchen bekannt: „Es hat sich sogar bis nach China rumgesprochen, weil wir ja auch chinesische Gastschüler bei uns haben. Selbst da ist es schon ein Begriff – was heißt Waldmünchen?“ Ganz generell habe der Ort aber auch eine andere Bedeutung: „Waldmünchen ist quasi bei uns eine Chiffre für intensive Probenarbeit.“

Aber wie kommt es, dass die Schule jedes Jahr in das rund 77 Kilometer entfernte Waldmünchen fährt? „Das war damals ein Weg hin zur Professionalisierung“, weiß Meier. Der damalige Fachbetreuer für Musik, Peter Donhauser, habe die Probewoche damals ins Leben gerufen. „Im normalen Unterrichtsbetrieb sind solche Probezeiten einfach nicht unterzubringen“,so Meier. Die Woche in Waldmünchen helfe hier: „Wir nehmen uns die Auszeit und besinnen uns, worum es wirklich geht, um die Musik. Die wird uns in der Woche zur Herzensangelegenheit.“

Eine bunte Mischung

Bei den Weihnachtskonzerten dieses Jahr wird es eine bunte Mischung aus kirchlicher Musik und Weihnachtsklassikern geben: Von „Driving Home for Christmas“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ über „Die Moldau“, den „Tanz der Gaukler“ bis hin zu Händels „Denn uns ist ein Kind geboren“ ist alles dabei.

Bei der Aufführung in Waldmünchen wird eine Auswahl der Lieder vorgetragen, die dann auch beim Weihnachtskonzert in Amberg zu hören sind. Das Waldmünchner Konzert fungiere ein bisschen wie eine Generalprobe, erklärt Orchesterleitung Ulrike Straub: „Da kann man schon schauen, ob es passt oder nicht.“

Auch für die Eltern der Kinder sei das Konzert immer wichtig. Als Internatschule seien einige Schüler aus dem Chamer Umland. Für die Eltern sei das Konzert in Waldmünchen daher eine gute Gelegenheit, um ihre Kinder auf der Bühne zu sehen, sagt Meier.

Konzertinformationen

Waldmünchen: Freitag, 13.12. , 19 Uhr, in der Aula der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen.

Amberg: Dienstag, 17.12., 19 Uhr, Weihnachtskonzert im Gymnasium in Amberg. Mittwoch, 18.12., 19.30 Uhr Konzert im Kongregationssaal in der Pfarrei St. Georg in Amberg.

Eintritt: Eintritt ist kostenlos. Einlasskarten für das Konzert im Amberger Kongregationssaal für ein externes Publikum unter Tel. (09621) 47 18 0.