Warum mehr Menschen das AquaFit Waldmünchen besuchen, als die Statistik zeigt

59.300 Besucher hatte das AquaFit in Waldmünchen (Landkreis Cham) im Jahr 2023. So steht es im Bericht der örtlichen Rechnungsprüfung. Doch die offizielle Zählung gibt nicht alle Besucher wieder, die das AquaFit hat, sondern ausschließlich die zahlenden Gäste.
Tatsächlich habe das AquaFit deutlich mehr Besucher, sagt Stadtwerkechef Stephan Höcherl. Zusammen mit dem stellvertretenden Betriebsleiter Manuel Schneider vom AquaFit will er erläutern, welche Besuchergruppen sonst noch das Bad nutzen, aber nicht in der Besucherstatistik auftauchen.
Eine große Gruppe sind dabei die Waldmünchner und Tiefenbacher Schüler aus Grundschule, Mittelschule und Realschule, die zum Schwimmunterricht ins AquaFit kommen. Dies dürften grob geschätzt 5000 Nutzer pro Jahr sein. Immerhin sei das Bad von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr von Schulklassen genutzt.
Kurse und Vereine
Eine noch größere Gruppe argumentiert Höcherl wären die Kurse- und Vereinssportangebote im AquaFit. Höcherl zählt TV, Kneippverein und Wasserwacht auf, nennt aber auch Rehasport und Aqua-Fitness als Beispiel. Hinzu kämen diverse Schwimmkurse und andere Angebote. Kurse und Vereinssport dürften sich zusammen auf 7500 Nutzer summieren, schätzt Höcherl. Näherungsweise dürfte damit die eigentliche Nutzerzahl bei über 70.000 Besuchern liegen, sagt der Stadtwerkechef.
Dies ließen sich Stadt und Landkreis im vergangenen Jahr laut Rechnungsprüfungsbericht rund 900.000 Euro kosten, die sie gemeinsam aufbrachten. „Das Bad würde es nicht geben, wenn der Landkreis nicht mitzahlen würde“, sagt Höcherl mit Bestimmtheit. Der Landkreis investiere zusammen mit den Standortgemeinden in seine Bäderlandschaft. Man könne das auch als eine indirekte Wirtschaftsförderung des Fremdenverkehrs sehen. Denn ohne die Bäder würden viele Touristen nicht in die Region kommen.
Dass die Bäder aber auch eine gesellschaftliche Aufgabe übernehmen, macht Höcherl am Beispiel der Schwimmkurse deutlich. Nach dem dreijährigen Stillstand durch Corona gebe es aktuell immer noch eine große Nachfrage nach Schwimmkursen. So groß, dass das AquaFit selber Schwimmkurse angeboten habe. Allerdings in Abstimmung mit der Wasserwacht, deren ureigene Aufgabe solche Schwimmkurse seien. Wenn man da nur die Kosten im Blick habe, „dann würde es so etwas wie einen Schwimmkurs nicht geben“.
Und wer sind die Gäste, die das AquaFit nutzen? Zu einem Drittel seien es einheimische, zum weiteren tschechische Badegäste und schließlich sei ein Drittel der Badegäste Touristen.
„Einheimische könnten das Bad ruhig öfter nutzen“, sagt Manuel Schneider. Mit 25 Euro für eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und drei Kinder sei man „relativ günstig“, sagt Schneider. Urlauber seien über die geringen Eintrittsgebühren oft positiv überrascht.
Angebot soll erweitert werden
Das gilt auch für den regionalen Vergleich, wie ein kurzer Internetvergleich der Eintrittspreise für eine Tageskarte für die Nutzung von Bad und Sauna für einen Erwachsenen zeigt. Im AquaFit kostet eine solche Karte 17 Euro. Bei aller Unterschiedlichkeit der Bäder selbst kosten vergleichbare Angebote einer Tageskarte mit Saunanutzung im Bad Kötztinger Aqacur 25 Euro, im Bulmare 23 Euro, in der Weidner Therme 25 Euro, um im Sybillenbad des Bezirkes ebenfalls 25 Euro.
Weil Saunieren im Trend liegt, will das Waldmünchner AquaFit das Angebot hier erweitern. Das hat durchaus auch betriebswirtschaftliche Gründe. Die Bürger seien bereit, für Wellness mehr Geld auszugeben, sagt Höcherl. Zum anderen seien die Energiekosten für den Betrieb einer Sauna deutlich niedriger als für das Erwärmen einer Wasserfläche.
Sauna-Kapazität verdoppeln
Die neuen Außensaunen sollen in etwa so gestaltet werden wie die Außensaunen und die jetzige Kapazität verdoppeln. Das ganze sei aber noch nicht in trockenen Tüchern, gibt Höcherl zu verstehen. Bei eine Investition von etwas unter einer halben Million werde man sich nicht ins Risiko stürzen.