Kardinal Müller zu Gast, Demonstranten vor der Tür: Fürstenhaus Thurn und Taxis trauert vereint

Fürst Albert und seine Mutter Gloria saßen neben Prinzessin Elisabeth und Maria Theresia und deren Ehemann sowie den Enkeln beim Requiem für den verstorbenen Fürsten Johannes. Später kam auch Kardinal Gerhard Ludwig Müller zum Festmahl. Draußen protestierten linke Gruppen gegen Adel und Rechtspopulismus.
Trauer im Fürstenhaus – jedes Jahr am 14. Dezember begeht die Familie Thurn und Taxis ein Requiem für alle Verstorbenen des Adelsgeschlechts. Doch dieser Tag markiert auch den Tag, an dem plötzlich alles anders war für die damals noch junge Gloria von Thurn und Taxis, vor allem aber für ihre Kinder: Das Oberhaupt der Familie, Johannes von Thurn und Taxis, starb nach einer doppelten Herztransplantation in München-Großhadern im Alter von 64 Jahren. Die damals 30-Jährige Gloria, zehn Jahre als Gattin eines der reichsten Männer der Bundesrepublik die Frau an Johannes Seite, war plötzlich Witwe – und musste die erhebliche Erbschaftssteuer für das Vermögen aufbringen. Gloria rettete das Vermögen für ihren Sohn Albert, der als 12. Fürst von Thurn und Taxis nunmehr als Familienoberhaupt agiert.
Diesmal besonders: Die gesamte engere Familie war bei dem Requiem in St. Emmeram anwesend und nahm im Chorgestühl Platz. Gloria von Thurn und Taxis saß neben ihrer Enkelin, eines der beiden Kinder von Maria Theresia und Hugo Wilson. Das Künstler-Ehepaar ist gemeinsam aus Großbritannien angereist. Auch Prinzessin Elisabeth, die derzeit in Rom und Paris lebt, war zu dem Requiem gekommen. Die Journalistin postete auf Instagram eine bewegende Story: „Papa‘s Requiem“, schrieb sie auf Insta mit dem Hashtag „wemissyou“ und einem schwarzen Herzen.
Auch ihr Bruder, Fürst Albert von Thurn und Taxis, war bei der Gedenkfeier an seinen Vater und seine verstorbenen Vorfahren in der Basilika von St. Emmeram anwesend und nahm im Chorgestühl Platz. Wie berichtet, hält sich Albert derzeit häufig in Regensburg auf. Kürzlich kam er an die Universität, um dort den Dies academicus mitzufeiern. Zur Mediengruppe Bayern sagte er: „Ich möchte meine Mama unterstützen“, so von Thurn und Taxis. „Regensburg ist so schön, ich genieße es sehr.“
Der Altar von St. Emmeram war mit dem schwarzen Tuch verhüllt, der das Wappen der Familie trägt.
Die Zusammenkunft so kurz vor Weihnachten beginnt eine Tradition zu werden im Fürstenhaus. Bereits im letzten Jahr kündigten sich Maria Theresia und Hugo Wilson zusammen mit den beiden Kindern Mafalda und Maya an. Letztere ist nach der Schwester von Gloria benannt. Maya Flick starb bereits im Jahr 2019 an Krebs. Auch ihrer wurde gedacht.
Ein ganz besonderer Gast mischte sich nach dem Requiem ein in Regensburg altbekannter Geistlicher unter die Gäste: Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Mehrere Feste zelebrierte Gloria bereits auf dem Schloss im Ballsaal für den Kurienkardinal, beispielsweise bei einer Vorstellung eines seiner zahlreichen Bücher. Aber auch zum 60. Geburtstag des Kardinals richtete die Adelige ein Fest aus. Prinzessin Elisabeth veröffentlichte in ihrer Insta-Story jedenfalls ein Bild eines gemeinsamen Essens auf dem Schloss, auf dem auch der Kardinal zu sehen ist.
Das Requiem in der Kirche verlief übrigens störungsfrei. Zeitgleich versammelten sich nämlich Demonstranten vor dem Schloss, um gegen die Hausherrin und ihre vermeintliche politische Einstellung zu demonstrieren.
Anm. d. Red.: In einer ursprünglichen Version des Artikels hieß es, dass Fürst Johannes in Regensburg gestorben ist. Das stimmt nicht, er starb am 14. Dezember 1990 in München-Großhadern. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

