Demonstration in Regensburg: Antifaschistische Aktion zieht teilweise vermummt durch Altstadt

Es gab einige schiefe Blicke von Passanten, als sich der Demonstrationszug „gegen Polizeigewalt“ vom Bismarckplatz zum Neupfarrplatz bewegte. Geschätzt 100 Linke und Linksextreme schrien in Regensburg Parolen wie „gegen den Staat“ und „Wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen“.
Aufgerufen dazu hatte die Gruppe Antifaschistische Aktion Regensburg. Für 50 Personen sei die Versammlung angemeldet, verriet einer der Veranstalter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Das lesen auch die Rechten, ich nenne meinen Namen zum Selbstschutz nicht“, sagte er. Die Teilnehmer, die sich zwar zu einer Kundgebung, also einer öffentlichen Versammlung, trafen, waren teilweise vermummt. Als ein Zuschauer Fotos von der Demonstration machen wollte, reagierten sie zum Teil gereizt und forderten, das zu unterlassen.
In den Redebeiträgen ging es auch um den Fall eines Regensburger Studenten, der derzeit angeklagt ist, einen Polizisten bei einer Demonstration geschlagen zu haben. Der Veranstalter spielte in seinem Redebeitrag auf den noch laufenden Gerichtsprozess an. Der Angeklagte wehrt sich gegen die Vorwürfe, den Polizisten gezielt angegriffen zu haben.
Feministin kritisiert „patriarchalen Staat“
Weitere Beiträge kamen von dem feministischen Kollektiv Eben.widerspruch, Fridays for Future und den Studis gegen Rechts. Eine Aktivistin von Eben.widerspruch stellte besonders eine vermeintliche „Machokultur“ innerhalb der Polizei heraus. „Die gesamte Polizei ist als ausführende Gewalt eines patriarchalen Staates zu begreifen“, sagte sie.
„Deshalb ist die Polizei im Kern ein Teil des Problems.“ Die Gewalt gegen Klimaaktivisten wurde von Fridays for Future kritisiert, die an die gewaltsamen Auflösungen der Demonstrationen gegen den Energiekonzern RWE in Lützerath erinnerte. Mit einem Banner mit der Aufschrift „Keine*r ist frei, bis alle frei sind“ setzte sich der Zug um etwa 17.30 Uhr auf dem Bismarckplatz in Bewegung.