Baugebiete in der Gemeinde Berching: Wo Bauherren ihr Haus bauen können – und wo nicht

Der Bedarf an Bauplätzen in Holnstein sei groß, sagt Stadtrat Josef Leidl. Der Holnsteiner fragt, wann das angedachte Baugebiet in seinem Dorf umgesetzt wird. Wie es dort und bei weiteren Baugebieten in der Großgemeinde Berching derzeit aussieht, erklärt Christian König vom Bauamt.
Holnstein II: Das Ingenieurbüro Dotzer plant laut König derzeit die Erschließung. Das heißt aber nicht automatisch, dass Bauherren dort in geraumer Zeit auch ihr Eigenheim errichten können. Denn grundsätzlich und vereinfacht dargestellt braucht es sechs große Schritte zu einem neuen Baugebiet: Grunderwerb, Bauleitplanverfahren, Bebauungsplan, Erschließungsplanung, Umsetzung der Erschließung und Vermarktung.
Im Holnsteiner Fall befindet sich das Baugebiet aktuell vor der vierten Hürde, der Erschließungsplanung. Ob der Plan dann im fünften Schritt auch umgesetzt wird, hängt an der Nachfrage der Interessenten und vor allem am politischen Willen des Stadtrates. Das Gremium muss beschließen, ob ein Baugebiet auch wirklich erschlossen und umgesetzt wird. Denn ein Baugebiet zu erschließen, kostet Geld. „Und durch die Finanzierung der Schule ist die Erschließung in Holnstein erst einmal auf Eis gelegt“, sagt König.
Sollngriesbacher Straße Nord: Auch im Baugebiet zwischen Berching und Sollngriesbach ist das Ingenieurbüro Dotzer derzeit dabei, die Erschließungsplanung zu erstellen, sagt König. Um das Baugebiet tatsächlich zu erschließen, wären grob zwei Millionen Euro fällig, schätzt König. „Und wenn dann keine Nachfrage da ist, bleibt die Stadt auf zwei Millionen Euro sitzen.“ Deshalb warte das Bauamt bei diesem Projekt auf das Startsignal des Stadtrates.
Pollanten Fichtenstraße II: Auch in der Fichtenstraße in Pollanten ist nach Angaben der Stadt grundsätzlich Baurecht geschaffen. Die Erschließungsplanung sei in Vorbereitung. „Aber auch hier brauchen wir wie bei jedem Baugebiet das Go der Politik“, sagt König.
Pollanten Kleefeld II: Noch nicht so weit ist das zweite Baugebiet in Pollanten. Für Kleefeld II liege noch kein Baurecht vor. Nach Angaben von König arbeiten aktuell zwei Büros daran, den Bebauungsplan zu erstellen.
Rappersdorf West: Deutlich weiter als Pollanten Kleefeld II ist dagegen das Baugebiet an der B299 Rappersdorf West. Wegen eines Bodendenkmals hatte es sich zwar gezogen, aber jetzt wäre alles vorbereitet, sagt König. Das vom Landesamt für Denkmalpflege vermutete Grabhügelfeld schränkt nur wenige Parzellen ein. Dort dürfen Bauherren keinen Keller errichten.
Im Oktober 2023 hatte der Bau- und Umweltausschuss beschlossen, die Arbeiten für etwa die Hälfte (zehn Parzellen) des Baugebietes auszuschreiben. Da sich laut König aber nur zwei Bauherren gemeldet hatten – die jetzt auch bauen dürfen –, wird das Baugebiet erst einmal nicht umgesetzt. „Die Erschließung würde etwa eine Million Euro kosten.“
Erasbach Henklerswies: Das Baugebiet in Erasbach ist erschlossen, jetzt startet die Vermarktung der Parzellen. Insgesamt sind 20 Baugrundstücke entstanden, von denen der Stadt 13 gehören. „Jetzt schauen wir, wie viele interessierte Bauherren es wirklich gibt“, sagt König. Auf einer älteren Liste stehen zwar 82 Interessenten. Die Verwaltung geht aber nicht davon aus, dass so viele tatsächlich bauen wollen.
Wirbertshofen Ost: Von den drei Parzellen im Baugebiet Wirbertshofen Ost sei schon eine privat verbaut, sagt Christian König. Die anderen beiden sollen im Frühjahr erschlossen werden.