Bernhard Setzwein und Stefan Voit sind 2025 mit szenischen Lesungen des Stücks „Später Besuch“ unterwegs

Von Martin Hladik · 12. Dezember 2024 um 11:00

2025 ist es 80 Jahre her, dass Dietrich Bonhoeffer am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet wurde. Auf einem Gefangenentransport von Buchenwald war Bonhoeffer bis kurz vor seinem Tod mit dem späteren CSU-Mitbegründer Josef Müller, dem Ochsensepp, unterwegs.

Diese historische Verbindung von Bonhoeffer und Müller hat der Autor Bernhard Setzwein bereits 2016 in ein Theaterstück umgesetzt, das vom Landestheater Oberpfalz an der Gedenkstätte in Flossenbürg aufgeführt wurde. „Später Besuch“ heißt das Stück, das ein fiktive Begegnung des Ochsensepp mit Bonhoeffer in den Nachkriegsjahren beschreibt. Einige Waldmünchner hatten damals die Aufführung in der nördlichen Oberpfalz besucht.

Jetzt gibt es eine Möglichkeit das Stück wieder oder neu zu erleben. Allerdings nicht als Theateraufführung, sondern als szenische Lesung. 2025 wird Bernhard Setzwein zusammen mit Stefan Voit das fiktive Streitgespräch zwischen Bonhoeffer und Müller an vielen Orten im bayerischen Raum aufführen. Geplant ist unter anderem auch eine Lesung in der Gedenkstätte Flossenbürg und selbstverständlich auch am Wohnort des Autors in Waldmünchen. Am 6. April wird Setzwein mit Voit im Dirmaler Wirt lesen.

Lesungen in München

Terminiert sind aber auch Lesungen in München und in Würzburg. Ein besonderer Ort für eine Lesung wird Schönberg bei Zwiesel sein. Von hier war Bonhoeffer nach einer Irrfahrt von Buchenwaldern KZ-Häftlingen zu seiner Hinrichtung nach Flossenbürg gebracht worden.

Die Lesung des Bonhoeffer-Stückes fällt in eine Zeit besonderen Interesses an dem Widerständler. Darauf macht Stefan Voit aufmerksam. Der langjährige Kulturredakteur einer nordbayerischen Tageszeitung und ehrenamtlicher Macher vieler Kulturveranstaltungen erinnert an den neuen US-Film „Bonhoeffer: Pastor. Spy. Assassin.“ Der Film sei auf starke Kritik gestoßen, berichtet Voit, weil er Bonhoeffer als Widerständler mit Waffe darstellt, was er definitiv nicht gewesen sei. Zudem werde Bonhoeffer in den USA von rechten Kreisen instrumentalisiert. Trotz dieser falschen Popularisierung müsse er auf der anderen Seite bei Führungen durch die Gedenkstätte in Flossenbürg, die er mache, immer wieder feststellen, dass Schüler oft sehr wenig mit dem Namen Bonhoeffers anfangen könnten. Auch deswegen sei die szenische Lesung wichtig.

Das sieht auch Setzwein so. Allerdings sei der Film und die Vereinnahmung durch rechte Kräfte in den USA eine aktuelle Entwicklung, die nichts mit seinem Stück zu tun habe. Doch könnten sie bei den Diskussionen im Anschluss an die Lesungen eine Rolle spielen.

Seit Jahren befreundet

Voit und Setzwein kennen sich schon seit vielen Jahren. Der Kontakt entstand damals über den Schriftstellerverband Ostbayern. Beide sind gut befreundet. Erst kürzlich hatte Voit bei der Verleihung des Kulturpreises Oberpfälzer Jura die Laudatio auf Setzwein gehalten.

Geplante Lesungen

Derzeit ist Setzwein noch auf Lesereise für seinen Kafka-Roman „Bucklige Welt“.

Ab März beginnen die Lesungen des Stückes Später Besuch. Hier eine Auswahl der interessantesten Termine für die Region.

Am 13, Februar um 19.30 Uhr in Furth im Wald im Landestormuseum liest Setzwein noch einmal aus seinem Kafka-Roman.

Am 6. April ist im Dirmaler Wirt um 18 Uhr die szenische Lesung von „Später Besuch“.