Ortsumgehung Kaspeltshub: Staatliches Bauamt treibt Planungen voran – Wird es die Nordvariante?

Von Cornelia Lorenz · 11. Dezember 2024 um 19:00

Wann wird die schon seit Jahren immer wieder geforderte Umgehungsstraße für Kaspeltshub realisiert? Diese Frage brennt vielen Bewohnern unter den Nägeln. Bei der Bürgerversammlung in Nittenau hatte Rathauschef Benjamin Boml (FW) die Kaspeltshuber kürzlich ermuntert, fleißig Anfragen ans Staatliche Bauamt zu schreiben. Könnte das dem Projekt neuen Schwung verleihen?

Die ersten Entwürfe für eine Umfahrung für Kaspeltshub gibt es schon seit rund 20 Jahren: Eine Trasse für eine 2,7 Kilometer lange Süd-Umgehung wurde bereits 2004 zu Papier gebracht. Damals kalkulierte das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach mit Kosten von rund 3,3 Millionen Euro.

Weil das Projekt in den vergangenen Jahren in der Dringlichkeitsliste des Bayerischen Verkehrsministeriums aber nicht der höchsten Prioritätsstufe zugeordnet gewesen war, hatten andere Baumaßnahmen wie zum Beispiel die Nittenauer Nord-Ost-Umfahrung Vorrang gehabt.

Nittenauer Stadtrat schickte ein Signal

Im September 2022 hatten die Nittenauer Stadträte ein erneutes Signal in Richtung Staatliches Bauamt gesendet: Das Gremium verständigte sich darauf, den Bau einer Umgehungsstraße für Kaspeltshub offiziell zu begrüßen. Ein Hauptargument für dieses Projekt ist die Zahl der Autos und Lastwagen, die täglich durch den Ort fahren. Wie Frank Viehmann vom Staatlichen Bauamt erläutert, sei die letzte turnusmäßige Bundesverkehrszählung im Jahr 2021 durchgeführt worden. Dabei sei ein durchschnittlicher Wert von 3866 Fahrzeugen pro Tag ermittelt worden. Der Schwerverkehr habe einen Anteil von 221 Fahrzeugen beigesteuert.

Mit diesen Zahlen bewegt sich die St 2145 bei Kaspeltshub bayernweit auf durchschnittlichem Niveau: Auf den Staatsstraßen im Freistaat liegt die mittlere tägliche Verkehrsstärke bei rund 4000 Fahrzeugen innerhalb von 24 Stunden. Im neu aufgestellten Ausbauplan für Staatsstraßen in Bayern ist die Ortsumfahrung Kaspeltshub laut Viehmann aber wieder enthalten. „Daher liegt dem Staatlichen Bauamt weiterhin ein Planungsauftrag vor.“

Wie die Trasse konkret verlaufen soll, ist noch nicht klar.

„Neben der bislang vorgesehenen Südvariante drängt sich nach weitergehenden Untersuchungen auch eine Nordvariante auf“, heißt es von Seiten des Staatlichen Bauamts. Denn der südliche Ortsrand von Kaspeltshub sei mit Strom- und Gasleitungen bereits stark vorbelastet. Gegenwärtig erstelle man nun die Vorplanung mit Variantenuntersuchung. Diese soll laut Viehmann nach Abschluss mit den vorgesetzten Behörden abgestimmt werden, und zwar mit dem Ziel, das weitere Vorgehen festzulegen.

Kosten für die Umgehungsstraße sind noch unklar

Deshalb will man sich beim Staatlichen Bauamt auch noch nicht zu den möglichen Kosten der Umgehungsstraße äußern. Dies sei frühestens dann möglich, wenn man die Vorzugstrasse festgelegt habe, sagt Viehmann. Allerdings rechnet er mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren. Erfreulich ist für Autofahrer, dass der Bau der neuen Fahrbahn „nur bedingt Einfluss auf die bestehende St 2145 und den darauf befindlichen Verkehr“ haben soll. Die Ortsumgehung könne „weitestgehend unabhängig“ hergestellt werden, verkehrliche Einschränkungen seien lediglich während des Zusammenschlusses der Ortsumgehung mit der bestehenden Straße zu erwarten.

Würde es den Prozess beschleunigen, wenn Kaspeltshuber Bürger ihren Wunsch nach einer Umgehung dem Staatlichen Bauamt kommunizieren? Das sei nicht der Fall, sagt Viehmann. „Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach plant gegenwärtig schon an der gewünschten Maßnahme. Von daher ist aktuell kein weiteres Signal erforderlich“, lautet sein Fazit.