Verzögerung bei geplantem Baugebiet in Nittenau: Investor äußert sich zu den Gründen

Von Cornelia Lorenz · 26. November 2024 um 17:00

Noch bis 24. Januar können die Nittenauer den Vorentwurf des neuen Flächennutzungsplans einsehen und Stellungnahmen abgeben. Viele interessieren sich für geplante Baugebiete – doch eine große Fläche in Bergham taucht im Plan erst gar nicht auf. Wurde das Projekt etwa gestoppt?

Konkret geht es um ein 25 000 Quadratmeter großes Areal auf dem Gelände der ehemaligen Geflügelschlachterei an der Thanner Straße. Eine Immobilien-GmbH aus Grünwald bei München hatte im Herbst 2022 im Stadtrat ihre Pläne präsentiert. Für das sogenannte „Wohnen am Oedischbach“ war damals die Rede von 30 Doppel- und 15 Reihenhäusern gewesen, die nahe der Asylbewerberunterkunft entstehen sollten.

Kindertagesstätte geplant

Investor Adam Delius plante nach eigenen Angaben auch den Bau einer dreigruppigen Kindertagesstätte. Er wolle auf dem Gelände etwas schaffen, auf das man in Nittenau stolz sein könne, hatte er den Stadträten damals erklärt.

Im Dezember 2023 kamen die Stadträte schließlich zur Überzeugung, dass ein einfacher Bebauungsplan für das Gelände nicht ausreichend sei. Stattdessen sei ein vorhabenbezogener Bebauungsplan das Ziel, damit man die Öffentlichkeit frühzeitig an dem Vorhaben beteiligen könne, so das Votum.

Zuletzt hatte Delius im Juli 2024 gegenüber der Mittelbayerischen erklärt, man wolle bis Ende des Monats nach Abschluss der Detailplanungen das Vorhaben erneut bei der Nittenauer Verwaltung einreichen. Wie Rathaussprecherin Alexandra Oppitz erklärte, habe man vom Bauherrn die Vorlage eines mit der Verwaltung abgestimmten Vorhaben- und Erschließungsplans gefordert. „Die Unterlagen wurden allerdings bis dato nicht eingereicht“, so Oppitz.

Viele Potenzialflächen in Nittenau

Deshalb ist das Gelände auch im aktuellen Vorentwurf des Flächennutzungsplans nicht als mögliches Wohngebiet zu finden – im Gegensatz zu zahlreichen anderen Flächen im Stadtgebiet, zum Beispiel rund 3,3 Hektar mit Potenzial für rund 110 Wohnungen südlich der Walderbacher Straße im Bereich „Am Wechsel“. Auch das geplante und bei vielen Anwohnern umstrittene Baugebiet am Annahaidweg ist mit dem Hinweis „Bebauungsplan in Aufstellung“ im neuen Flächennutzungsplan vermerkt.

Auch wenn das Gebiet an der Thanner Straße derzeit nicht im Flächennutzungsplan auftaucht – vom Tisch ist es laut Investor nicht. „Das Vorhaben wird wie geplant nach der Genehmigung umgesetzt“, kommentierte Delius auf Nachfrage der Mittelbayerische.

Bauzwang als Problem

Warum es zuletzt still darum war, erklärte er so: „Das Vorhaben wurde nicht beschleunigt bearbeitet, da die Marktlage dies nicht zugelassen hat und der städtebauliche Entwurf einen Bauzwang vorgesehen hatte. Wir treiben aufgrund der positiven Zinsänderung den Bebauungsplan voran und hoffen, bis Mitte 2025 die Genehmigung zu erhalten.“

Das betroffene Gelände hat seinen Namen vom vorbeifließenden Bach bekommen.