Nittenau will sich für Zukunft rüsten: Stadträte billigten Vorentwurf für Flächennutzungsplan

Von Cornelia Lorenz · 16. Oktober 2024 um 13:25

Im Juni 2022 hatte der Nittenauer Stadtrat beschlossen, einen neuen Flächennutzungsplan auf den Weg zu bringen. Seitdem wurde viel an dem Projekt gearbeitet. Jetzt geht es wieder einen Schritt vorwärts: Der Vorentwurf ist so weit gediehen, dass er öffentlich ausgelegt werden kann.

Der derzeit gültige Flächennutzungsplan der Stadt Nittenau stammt aus dem Jahr 2000 und soll deshalb aktualisiert und an die zu erwartenden Entwicklungen in der Stadt und ihren Ortsteilen angepasst werden. Stadtplaner Jörn Wagner vom Büro TB Markert, das sich im Auftrag der Stadt um die Erstellung des neuen Flächennutzungsplans kümmert, rief den Stadträten am Dienstagabend die Ziele der Neuaufstellung in Erinnerung.

So gehe es beispielsweise darum, die Ortsmitte zu stärken und Baulücken zu schließen. Die Bevölkerung in Nittenau werde in den kommenden 15 Jahren um gut zehn Prozent wachsen, prognostizierte Wagner. Deshalb sei es auch wichtig, vorhandene Flächen optimal zu nutzen, bevor man Neubauflächen ausweise. In Nittenau gebe es derzeit rund 31 Hektar an Potenzialflächen – also unbebaute Grundstücke mit Baurecht.

380 neue Wohnungen für Nittenau

Konkret nannte Wagners Kollege Jan Garkisch den Stadträten eine ganze Reihe von Entwicklungsflächen, die in den kommenden Jahren für Wohnbebauung geeignet seien. So seien beispielsweise 25 neue Wohnungen am Gärtnersteig in Nittenau denkbar, weitere 30 auf dem Areal hinter dem Rathaus. Rund 125 Wohnungen könne man zudem im Bereich der Roßbacher Straße schaffen, weitere 110 im Bereich Walderbacher Straße/Am Wechsel.

Insgesamt, so die Experten vom Büro TB Markert, könne man im Stadtgebiet auf freien Potenzialflächen von rund 14,2 Hektar in den kommenden 15 Jahren etwa 380 neue Wohneinheiten schaffen – und damit sogar etwas mehr nötig. Die Aufzählung verschiedener Flächen im Stadtgebiet veranlasste Albert Meierhofer (CSU) zu der Frage, ob denn die Eigentümer der dazugehörigen Grundstücke überhaupt bereit seien zu verkaufen. Man dürfe Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen. Außerdem war Meierhofer der Meinung, dass es sinnvoll gewesen wäre, über manche Flächen zunächst in nichtöffentlicher Sitzung zu sprechen, bevor die Öffentlichkeit involviert werde.

Bürgermeister zeigte sich „fast etwas verwundert“

Diese Aussage erstaunte Bürgermeister Benjamin Boml (FW): Er erwiderte, der Stadtrat habe doch bereits in Workshops zusammen mit Vertretern des Planungsbüros gemeinsam auf den neuen Flächenutzungsplan hingearbeitet. Seitdem seien keine Anregungen mehr von Seiten der Räte im Rathaus eingegangen. Deshalb sei er nun „fast etwas verwundert“, dass Meierhofer sich nun mit dem Vorschlag zum Prozedere zu Wort melde.

Darüber hinaus erklärte der Rathauschef, man habe in Sachen zukünftiger Wohnbebauung tatsächlich bereits mit den Grundstückseigentümern gesprochen – und diese könnten sich für die Zukunft eine Bebauung zumindest vorstellen.

FW-Fraktionssprecher Michael Prasch erklärte, er empfinde die im Vorentwurf des Flächennutzungsplans präsentierten Vorschläge für neue Wohnbebauung und potenzielle Gewerbeflächen nahe der Bundesstraße 16 sehr gut. Bis der Flächennutzungsplan in seiner endgültigen Fassung stehe, sei es ohnehin noch ein längerer Prozess, so Prasch weiter. Deshalb sei es wichtig, den Vorentwurf nun zu verabschieden, um vorwärts zu kommen. Elisabeth Bauer, Sprecherin der Grünen-Fraktion, erneuerte ihre Forderung, bestehende Waldflächen im Stadtgebiet zu schützen.

Stellungnahmen möglich

Am Ende beschlossen die Räte einstimmig die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan. Den aktuellen Vorentwurf billigten die Stadträte ebenfalls, allerdings mit zwei Gegenstimmen der Grünen-Fraktion. Wie Stadtplaner Wagner erläuterte, könne man mit dem Vorentwurf nun in die Öffentlichkeitsbeteiligung starten.

Im Frühjahr 2025 werde der Stadtrat die eingegangenen Einwände und Stellungnahmen behandeln. Danach erfolgt laut Wagner dann eine weitere Auslegung des aktualisierten Entwurfs – und voraussichtlich im Sommer 2025 die endgültige Verabschiedung des neuen Flächennutzungsplans.