Photovoltaik und Wohngebiet am Ödischbach bleiben in Nittenau ein Dauerbrenner

Wie steht es um die Pläne für das neue Wohngebiet am Ödischbach? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Stadträte am Dienstagabend – und auch mit einer geplanten neuen Photovoltaik-Anlage neben der Brauerei Jakob.
In den vergangenen Monaten war es – zumindest in der Öffentlichkeit – ruhig um das Vorhaben einer Immobilien-GmbH aus Grünwald bei München gewesen. Diese hatte im Herbst 2022 ihre Pläne für das rund 25 000 Quadratmeter große Areal auf dem Gelände der ehemaligen Geflügelschlachterei an der Thanner Straße präsentiert. Damals war für das „Wohnen am Ödischbach“ die Rede von 30 Doppel- und 15 Reihenhäusern gewesen.
Investor Adam Delius plante nach eigenen Angaben zweistöckige Gebäude mit Flachdächern samt PV-Anlagen sowie den Bau einer dreigruppigen Kindertagesstätte. Er wolle auf dem Gelände etwas schaffen, auf das man in Nittenau stolz sein könne, hatte er erklärt.
Einfacher Bebauungsplan reicht der Verwaltung nicht
Wie Bürgermeister Benjamin Boml (FW) nun den Stadträten berichtete, ändere sich am Planungskonzept nichts. Allerdings sei das bisher vorgesehene vereinfachte Verfahren bei der Aufstellung des nötigen Bebauungsplans aus Sicht der Verwaltung nicht zweckmäßig. Bauamtschef Josef Lingauer erklärte dazu, bei einem einfachen Bebauungsplan für das Areal verzichte die Stadt auf die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit.
„Wir sind der Meinung, dass die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit wichtig ist“, betonte Lingauer. Die Räte schlossen sich dieser Position an – und hoben den Beschluss vom September 2022 auf. Nun ist ein vorhabenbezogener Bebauungsplan das neue Ziel. Der Investor sei bereits informiert worden, so Boml.
Bebauung im Wohngebiet Ödischbach sicherstellen
Christoph König (Grüne) wollte wissen, ob das Vorgehen für das Wohngebiet am Ödischbach irgendetwas mit den Planungen für das neue Baugebiet am Annahaidweg zu tun habe. Boml betonte, hier bestehe kein Zusammenhang. Man wolle mit der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans am Ödischbach aber sicherstellen, dass hier tatsächlich Bebauung erfolge.
Auch das Thema Photovoltaik bleibt in Nittenau ein Dauerbrenner, denn erneut fand sich ein Vorhaben auf der Tagesordnung. Zuletzt hatten die Räte im Oktober 2022 mehrere Standorte in Nittenau besichtigt, wo Bauherren gern neue Photovoltaik-Anlagen errichten würden. Damals stand unter anderem ein Grundstück an der Wulkersdorfer Straße im Bereich der Brauerei auf dem Programm, für das Josef Jakob Pläne hat.
Kriterienkatalog soll bei Entscheidung helfen
In der sich an die Ortsbegehung anschließenden Sitzung einigten sich die Räte damals darauf, dass die Verwaltung den bereits existierenden Kriterienkatalog zur Genehmigung von PV-Projekten nochmals überarbeiten solle. Dieser dient mittlerweile der Stadt als Entscheidungsgrundlage.
Nun stand die geplante PV-Anlage an der Wulkersdorfer Straße erneut auf der Tagesordnung, denn der Bauherr hatte die Wiederaufnahme des Bauleitplanverfahrens zur Ausstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beantragt. Mittlerweile ist der Entwurf dafür auch mehrfach öffentlich ausgelegt worden. Deshalb hatte Anne Wendl vom Büro Landimpuls den Stadträten nur noch wenige neu eingegangene Stellungnahmen zu präsentieren.
Maximale Höhe festgelegt
Unter anderem, so berichtete sie, habe die Bauaufsicht des Landratsamtes angeregt, dass man in den Plänen die Maximalhöhe der Module auf 1,80Meter festschreiben solle. Das Staatliche Bauamt habe nochmals betont, die Erschließung des Areals solle über die Ortsstraße „An der Hochwiese“ erfolgen, eine Blendwirkung in Richtung Staatsstraße dürfe es nicht geben. Am Ende beschlossen die Räte den Bebauungsplan „Wulkersdorfer Straße IV – Sondergebiet Photovoltaik“ als Satzung.