Privater und musikalische Umzug: Jörg Hartl von LaBrassBanda lebt nun in Maxhütte-Haidhof

Acht Männer in Lederhose, barfuß und mit Blasinstrumenten – so steht die erfolgreiche Band LaBrassBanda auf der Bühne. Jörg Hartl (47) ist seit 2013 einer der Trompeter der Gruppe. Kürzlich ist er wieder zurück in seine Oberpfälzer Heimat nach Maxhütte-Haidhof (Landkreis Schwandorf) gezogen.
Der Grund für seinen Umzug ins Städtedreieck sei das zunehmende Alter seiner Mutter. Er wolle für sie da sein und sie unterstützen, sagt Hartl. „Also bin ich von Augsburg nach Maxhütte-Haidhof gezogen.“
Doch nicht nur privat ist er in den Landkreis Schwandorf gezogen. Er hat sich dort auch ein Studio eingerichtet. Es werde noch ein bisschen dauern, bis das Studio komplett fertig ist, doch vorerst sei er ziemlich zufrieden damit.
Seit 2013 Teil der Band
Schon jetzt stehen dort viele Instrumente: Klavier, Synthesizer – ein elektronisches Musikgerät – und natürlich Trompeten. An der Wand sticht eine Goldene Schallplatte ins Auge. Die hat die Band 2013 für das Album „Europa“ bekommen.
LaBrassBanda bringt seit Jahren mit ihren bayerischen Texten und dem Stilmix aus Funk, Techno, Jazz und Ska das Publikum zum Beben. Musiker Stefan Dettl gründete 2007 die Band. Hartl stieß sechs Jahre später dazu. Die meisten seiner Bandkollegen kennt der Trompeter schon seit seiner Studienzeit in München.
Vor vollen Arenen gespielt
Gemeinsam haben sie in den Jahren viel erlebt: Sie waren auf Welttournee, waren Vorgruppe bei den FooFighters und spielten vor den Toten Hosen in der Düsseldorfer Arena. „Das war ein außergewöhnliches Erlebnis“, sagt Hartl. Die Band spielte im Stadion, gefüllt mit tausenden Menschen. „Diese Energie, die da herrschte, war besonders.“
Bei all ihren Auftritten stehen die Musiker dabei barfuß auf der Bühne. Es ist das Markenzeichen von LaBrassBanda. Doch warum eigentlich? Einerseits sei es bequem, andererseits habe es auch einen hygienischen Grund. „Nach der Show wäscht jeder die Füße und fertig“, sagt Hartl lachend.
Big-Band in Dachau
Neben seinem Engagement bei LaBrassBanda hat der Musiker in den vergangenen Jahren auch eigene Projekte ins Leben gerufen. 2010 gründete er in Dachau eine Big-Band. Mit dem Ensemble unter dem Dach der Knabenkapelle Dachau hatte er etwas Neues vor: Er entwickelte ein Konzept, um mit der Big-Band auch in Clubs aufzutreten. Mit dem zunehmenden Erfolg von LaBrassBanda musste er jedoch die Leitung abgeben. „Das aufzugeben, war hart für mich.“ Trotzdem sei er glücklich darüber, wie sein Leben mit der Musik verlaufen sei. Als freischaffender Musiker spielte Hartl schon mit zahlreichen nationalen und internationalen Künstlern verschiedener Genres. Er stand bereits mit Nena, Heino, oder David Garrett auf der Bühne.
Musizieren autodidaktisch gelernt
Hartls Leidenschaft zur Musik entwickelte sich schon früh. In der ersten Klasse begann er, Trompete zu spielen. Er nahm ein paar Stunden Unterricht bei einem Trompetenlehrer. Danach übte er autodidaktisch bis zum Abitur weiter. „Das würde ich heute niemandem raten.“
Nach der Schulzeit wartete der Wehrdienst auf Hartl. Als nicht ausgebildeter Trompeter spielte er voller Euphorie für das Musikkorps der Bundeswehr vor und wurde tatsächlich genommen. So war er zwei Jahre lang Teil des Luftwaffenmusikkorps in Neubiberg bei München. „Die haben andauernd Musik gemacht. Es ging nur um Musik“, sagt Hartl. Das war für ihn neu.
Während seiner Zeit bei der Bundeswehr hat er viele Konzerte mit dem Korps gespielt. Dabei erinnert sich Hartl an ein Besonderes zurück: ein Auftritt im Gasteig in München. Da sei ihm klar geworden, dass er Jazztrompete studieren möchte. „Als ich die vielen Trompetenkoffer der Studenten sah, wusste ich, dass ich das will“, sagt er.
Studium in München
Gesagt, getan. Von 1999 bis 2006 studierte er Jazztrompete am Richard-Strauss-Konservatorium in München. „Und das Leben ist immer toller geworden“, sagt Hartl über seine Studienzeit. Am Konservatorium seien lauter junge Menschen gewesen, die für Musik brannten. Während dieser Zeit lernte Hartl verschiedene Musiker am Konservatorium kennen. „Es war quasi wie ein Tinder für Musiker.“ Dort traf er auch auf viele seiner heutigen Bandkollegen. Mit Stefan Dettl, dem Gründer und Sänger der Band, wohnte er sogar eine Zeit lang in einer WG. Man übte viel zusammen.
Projekte neben der Band
Bereits damals spielte Hartl zwei bis drei Auftritte pro Woche. Dabei knüpfte er wichtige Kontakte für seine Zeit nach dem Studium. Außerdem arbeitete er als Musiklehrer. Und auch heute unterrichtet er noch Trompete – wenn es zeitlich passt.
Das hat ihn zu einem Projekt mit seinem Bandkollegen Korbinian Weber gebracht. Gemeinsam haben sie das Notenbuch „Europa in Noten“ für Trompeten, Klarinetten und Tenorhörner herausgebracht. Hartls Leben dreht sich um die Musik. Egal, ob er mit der Band auf der Bühne steht, im Studio an neuer Musik arbeitet oder mit einem seiner eigenen Projekte beschäftigt ist.
Lieblings-Trompete ist die Bach 37
Über die Jahre haben sich viele Trompeten angesammelt. Auf die Frage, wie viele Trompeten er habe, antwortet Hartl knapp „zu viele“. Aber er schätze jede einzelne von ihnen. Die Instrumente seien teilweise auch sehr unterschiedlich in ihrer Intonation.
Während Hartl vor ein paar Jahren noch dachte, er brauche eine besondere, personalisierte Trompete, spielt er heute fast immer mit einer sogenannten Bach 37. „Die ist immer auf Tour dabei.“ So auch auf den zwei Konzerten, die die Band in diesem Jahr noch spielt. Im kommenden Jahr geht es dann auf die sogenannte Bierzelt-Tour – und danach ins neue Zuhause nach Maxhütte-Haidhof.

