Nach Sanierung der Nikolauskirche: Bischof Voderholzer kommt zur Altarweihe nach Steinbühl

Von Christina Hainzinger-Feigl · 5. Dezember 2024 um 19:00

Mit der Altarweihe am Namenstag – Nikolaus – hat es nicht ganz geklappt. Eine Woche später aber ist es so weit: Am Sonntag, 15. Dezember, weiht Bischof Rudolf Voderholzer den Altar der renovierten Nikolauskirche in Steinbühl. Dank der Sanierung ist das Kircheninnere eine Einheit geworden – und Gottesdienste sind fortan ein echtes Gemeinschaftserlebnis.

Modern ist sie geworden, die Nikolauskirche. Und das nicht nur wegen des schwarzen Stahls, aus dem unter anderem Volksaltar, Ambo und Taufstein gefertigt sind. Die Kirchenbänke wurden abgeschliffen und gebeizt, Empore, Wände und Decke haben (abgesehen vom Deckengemälde) einen weißen Anstrich bekommen.

Näher bei den Gläubigen

Die Empore wurde seitlich verkleinert. Das sowie der Umstand, dass die vorderen beiden Bankreihen entfernt und Volksaltar und Ambo näher in den Kirchenraum gerückt wurden, sieht Bad Kötztings Pfarrer Thomas Winderl als „riesigen Erfolg“: „Der Priester ist nun näher bei den Gläubigen, die Ministranten können ihren liturgischen Dienst besser versehen. Die Gemeinde ist jetzt wirklich um den Altar versammelt.“

Wer beim Gottesdienst am 15. Dezember dabei ist, wird einige Besonderheiten erleben: Wie die Reliquienkapsel, die Knochensplitter der Diözesanheiligen Wolfgang und Anna Schäffer enthält und die vom Bischof in ein Loch unter dem Volksaltar verbracht wird. Ursprünglich wurden Kirchen über den Gräbern von Heiligen, Aposteln oder Märtyrern gebaut – daher enthält heute jeder Altar eine solche Reliquienkapsel.

Kassensturz am Ende

Für die Nikolauskirche wurde eine zeitgemäße Formensprache gefunden. Altes gibt es trotzdem noch. Rosenkranzmadonna, Hochaltar, Kruzifix und fünf der sechs Heiligenfiguren stammen aus dem Barock. Die Kreuzwegstationen wurden restauriert und bekamen einen neuen Rahmen. Der Pfarrer plant, ab der Weihnachtszeit Führungen, auch speziell für Kinder, anzubieten.

Die Kosten für die Sanierung wurden eingehalten, sagt Winderl. Wenn im Frühjahr die letzte Baumaßnahme – die neue Treppe am Haupteingang – über die Bühne gegangen ist, steht der Kassensturz an. Dann lässt sich ermessen, ob Geld für die Instandsetzung der Wege am Friedhof übrig ist.

Wo vorher ein Beichtstuhl stand, steht jetzt ein Taufbecken – bislang gab es keines in der Nikolauskirche. Im Hintergrund sind die Behälter für die drei Salböle zu sehen (Katechumen-, Chrisam- und Krankenöl).
Pfarrer Thomas Winderl, Mesnerin Inge Zach und Kirchenpfleger Paul Graßl (v. l.) freuen sich auf die Altarweihe am 15. Dezember.
Altes und Neues haben sich zu einem harmonischen Ganzen zusammengefunden: Links an der Wand hängt das barocke Kruzifix, im Vordergrund das moderne Kreuz aus schwarzem Stahl, das jetzt neben dem Hochaltar steht. Das Deckengemälde aus den 1960ern mit Pfingstrittmotiven wurde restauriert und die ursprüngliche Farblichkeit wieder hergestellt.
Der neue Volksaltar aus schwarzem Stahl, unter dem das Loch für die Reliquienkapsel zu sehen ist. Im Hintergrund sind der restaurierte Hochaltar und die gotischen Fresken zu sehen. Letztere sind kunsthistorisch einmalig und wertvoll.
Der heilige Florian (aus dem 19. Jahrhundert) hängt über dem Eingang zur Pfingstreiterkapelle, die übrigen fünf Heiligenfiguren (aus dem 16. Jahrhundert) in der Kapelle . Die Kreuzwegstationen wurden restauriert, neu sind die Apostelleuchter (links im Bild).
Blick in die Kapelle mit den Heiligenfiguren von Maria, Nikolaus und Katharina (von links); Sebastian und Johannes der Täufer hängen auf der anderen Seite. Unter dem Fenster ist eine von zwei Vorrichtungen für die Sterbebilder von Steinbühler Bürgern und von Pfingstreitern zu sehen.