Daniel Stieglitz ist siebenfacher Weltmeister: Chamer Karikaturist beeindruckte in Florida

Mit einer beeindruckenden Gruppenkomposition hat sich der aus Cham stammende Daniel Stieglitz bei der diesjährigen ISCA-Convention in Kissimmee, Florida, erneut den Titel „Karikaturist des Jahres“ gesichert. Bereits zum siebten Mal in Folge erhielt er diese höchste Auszeichnung und fügte seiner Sammlung aus Gold-, Silber- und Bronzemedaillen einen weiteren bronzenen Nosey hinzu.
Neben Stieglitz präsentierte auch die gebürtige Russin Svetlana Novikova ihre außergewöhnliche Kunstfertigkeit. „Braucht Brad Pitt überhaupt eine Nase? Und kann ich vielleicht sogar die Augen weglassen, ohne die Erkennbarkeit zu verlieren?“ Diese und ähnliche Fragen prägen ihre Arbeit als Karikaturistin, die sie bei der ISCA-Convention mit dutzenden humorvollen und teils fast abstrakten Promi-Karikaturen mit internationalen Kollegen teilte. Mit 19 Jahren zog Novikova in die USA, um ihre Ausbildung als Künstlerin abzuschließen. Heute arbeitet sie für Magazine wie „Austin Woman Magazine“, „The Daily Texan“ und weitere Publikationen. Als Gastrednerin schilderte sie die vielseitigen Facetten der Karikaturkunst.
Die ISCA-Convention ist das weltweit größte Treffen seiner Art. In diesem Jahr kamen mehr als 200 Künstler aus über 20 Ländern nach Florida, um sich auszutauschen, Netzwerke zu knüpfen und sich im kreativen Wettstreit zu messen.
Kreativer Wettstreit in Florida
Bereits zum siebten Mal nahm Daniel Stieglitz an der Veranstaltung teil. „Für mich ist die ISCA Con das Highlight des Jahres. Ich treffe alte und neue Freunde aus der internationalen Karikaturistenfamilie und staune jedes Mal aufs Neue, wie vielschichtig und einzigartig diese Kunstform sein kann. Natürlich will ich mich auch selbst und meine Fähigkeiten überzeugend präsentieren“, erklärte der Chamer Künstler.
In einem Zeitraum von 75 Stunden hatten die Teilnehmer Zeit, Karikaturen von anwesenden Kollegen zu fertigen. Gefragt waren dabei nicht die Anzahl der Werke, sondern ihre Qualität und Originalität. Die Techniken waren vielfältig: von klassischer Arbeit mit Bleistift und Tusche auf Papier über digitale Zeichnungen auf dem iPad bis hin zu dreidimensionalen Skulpturen aus Knete, Gips oder Styropor. Einige Künstler verzichteten auf Schlaf, um ihre Werke rechtzeitig fertigzustellen, und arbeiteten unermüdlich durch die Nächte. Snacks und Getränke sorgten dafür, dass sie nicht aus ihrem kreativen Flow gerissen wurden.
Neben der konzentrierten Arbeit an den Karikaturen bot die Convention Vorträge und Workshops sowie zwei Live-Zeichen-Wettbewerbe, bei denen Schnelligkeit und Ähnlichkeit im Vordergrund standen. „Es ist eine unglaublich tolle und aufregende Erfahrung, zusammen mit so vielen Kollegen aus aller Welt um die Wette zu zeichnen“, berichtete Stieglitz. „Und auch wenn jeder am Schluss gerne einen Preis gewinnen will und wir alle Konkurrenten sind, ist die allgemeine Stimmung vor allem geprägt von Hilfsbereitschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl und Humor.“
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Immer wieder hallte lautes Lachen durch den großen Veranstaltungssaal, in dem die Teilnehmer konzentriert arbeiteten. Die Gemeinschaft unter den Künstlern und die gegenseitige Unterstützung schufen eine besondere Atmosphäre, die den kreativen Prozess förderte. Am vorletzten Tag wurden die fertigen Werke an nummerierten Wänden präsentiert, und die Teilnehmer hatten die Aufgabe, in verschiedenen Kategorien ihre Favoriten zu wählen. Dazu gehörten beispielsweise „Beste monochromatische Technik“, „Beste Übertreibung“ oder „Bestes dreidimensionales Werk“. Die Abstimmung erfolgte digital per Handy.
„Es ist einfach bombastisch, wenn man all die kunterbunten Werke in voller Pracht bestaunen kann“, erklärte Stieglitz. „Ich brauche dann meist mehr als zwei Stunden für meine Auswahl. Es ist gar nicht so leicht, unter den vielen hundert Karikaturen den Überblick zu behalten. Am Ende sieht mein Notizzettel immer aus wie eine superkomplizierte mathematische Rechnung.“
Drei Meter hohes Gruppenbild präsentiert
Stieglitz präsentierte in diesem Jahr ein knapp drei Meter hohes Gruppenbild, in dem sich die Figuren gegenseitig zeichnen. Der rötliche Tuschestreifen, der sich durch das Bild zieht, verbirgt bei genauerem Hinsehen eine Nahaufnahme eines Kusses – eine subtile Anspielung auf den Veranstaltungsort Kissimmee.
Am letzten Abend fand das traditionelle Award-Bankett statt, das in seiner festlichen Gestaltung an die Verleihung der Golden Globes oder Oscars erinnerte. ISCA-Präsidentin Robin Schwarzman zeigte sich begeistert von der Harmonie zwischen den Künstlern und der fairen Wettbewerbsatmosphäre, insbesondere angesichts der politischen Spannungen nach den US-Wahlen.
Daniel Stieglitz konnte sich in der Hauptkategorie „Beste Karikatur des Jahres“ erneut durchsetzen und plant bereits, seinen Weltmeistertitel bei der nächsten ISCA-Convention in Los Angeles zu verteidigen.