Magna-Werk in Neumarkt: Nach ergebnisloser Tarifverhandlung stellen sich viele Zukunftsfragen

Von Marie Campisi · 6. Dezember 2024 um 05:00

Seit Ende vergangener Woche steht fest: Das Magna Werk in Neumarkt soll bis Ende 2026 schließen. Rund 110 Mitarbeiter werden damit ihre Arbeitsplätze verlieren. Im unterfränkischen Dorfprozelten wurde die Schließung eines Magna-Werks 2023 verhindert – in Neumarkt gestaltet sich die Situation etwas anders.

Auch bei der Lohnerhöhung konnten IG Metall Regensburg und Magna in der ersten Verhandlung am 27. November kein Ergebnis einer Einigung präsentieren. Damit ist nun das Streikrecht in Kraft getreten.Betroffen von der Werkschließung sei laut dem ersten Bevollmächtigten der IG Metall Rico Irmischer vor allem Fertigungspersonal. Azubis gebe es seines Wissens am Standort Neumarkt nicht.

„Keine solide Auftragslage“

Bei einem anderen Magna-Werk hatte IG Metall mehr Erfolg mit ihren Forderungen. Im unterfränkischen Dorfprozelten konnte das Werk vorerst doch bestehen bleiben, wenn auch mit Personalabbau. In Neumarkt unterschiedet sich die Situation allerdings. Während hier in erster Linie Benzin- und Dieseltanks produziert werden sind es in Dorfprozelten Spiegelsysteme. Magna-Pressesprecher Rej Husetovic sagt: „Die werden im Auto immer benötigt. Bei Kraftstofftanks sieht die Rechnung anders aus: Elektroautos haben keinen.“ Der Bedarf sei mittlerweile einfach geringer und man bekomme keine solide Auftragslage mehr.

Aktuell werden in Neumarkt laut dem Pressesprecher mehrere Ideen zu den Bedingungen der Schließung mit dem Betriebsrat besprochen. Auch ob es Auflösungsverträge geben wird, ist noch unklar. Ebenso werde noch evaluiert, was mit dem Grundstück passiert, das Magna selbst gehört.

Arbeitsmarkt Neumarkt aufnahmefähig

Wo die Arbeitnehmer nun neue Jobs finden, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Aktuell seien zwar eher weniger Stellen ausgeschrieben, Irmischer geht dennoch davon aus, dass im Landkreis Neumarkt mit seiner niedrigen Arbeitslosenquote die Vermittlung relativ schnell funktionieren wird. Auch Silke Auer von der IHK Neumarkt sieht das so. Gerade in mittelständischen Unternehmen könnten sich für die Magna-Mitarbeiter zukunftssichere Jobs bieten. „Wir haben wenig Firmen, die Leute ausstellen“, sagt sie.

Für Irmischer stellt sich daher vielmehr die Frage, welche Bedingungen die Arbeitnehmer dort erwarten: „In vielen Firmen, in denen sie landen könnten, verdienen sie rund 30 Prozent weniger“, sagt er. Da nutze es wenig, wenn die individuelle Lebensgestaltung auf einem höheren Gehalt fußt.