IG Metall kündigt Tarifvertrag: Bei Magna in Neumarkt droht harter Arbeitskampf

Von Petra Schlierf · 21. Oktober 2024 um 18:03

Das Ende der Magna Fuel Systems GmbH in Neumarkt ist beschlossene Sache. Doch das wollen die IG Metall und ein Großteil der in der Gewerkschaft organisierten Mitarbeiter nicht akzeptieren. Sie wollen für den Erhalt des Standorts mit derzeit noch rund 110 Mitarbeitern kämpfen – notfalls mit Streiks.

Kurz vor der Betriebsversammlung hatte die IG Metall den bestehenden Entgelt-Tarifvertrag gekündigt, berichtet Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Diesen Schritt sei man gegangen, weil „Magna nicht mit uns verhandelt, wenn sie nicht müssen“, sagt der Gewerkschafter und spielt damit auf den Zukunftstarifvertrag 2019 an, den Magna nicht unterzeichnet habe.

Aufruf zu Warnstreiks ab 1. Dezember möglich

Ab 1. Dezember könnte die Gewerkschaft damit sogar zu Warnstreiks aufrufen und die Produktion des Automobilzulieferers lahm legen. Laut Irmischer sind mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter bei der IG Metall organisiert. Dass die Mitglieder kampfbereit sind, machten sie am Montagnachmittag laut Irmischer bei der Betriebsversammlung deutlich – mit Warnweste und Trillerpfeife in der Hand.

Das Magna-Management habe laut Irmischer irritiert auf die Kündigung des Tarifvertrags reagiert. Bei der Versammlung habe der Arbeitgeber in erster Linie darauf gedrängt, Verhandlungen über Sozial- und Abfindungspläne aufzunehmen. Das aber verweigert die IG Metall bisher. Würde man darüber verhandeln, würde man die Schließung des Standorts akzeptieren, erklärt Irmischer das Vorgehen.

Mitarbeiter am 10. Oktober über Pläne informiert

Dass es nicht unmöglich ist, ein schon der Schließung geweihtes Werk zu retten, zeigt das Beispiel des Magna-Werks in Dorfprozelten in Unterfranken. Rund 450 Mitarbeiter sollten dort bis 2025 ihre Stelle verlieren. Das aber konnte vor gut einem Jahr auch nach Verhandlungen mit der IG Metall und Unterstützung aus der Politik verhindert werden.

Am 10. Oktober waren die Mitarbeiter über Pläne informiert worden, das Werk in Neumarkt bis Ende 2026 schrittweise komplett zu schließen und alle restlichen Produkte ins österreichische Schwesternwerk zu verlagern.