Waldmünchener Stadtrat startet Verfahren für eine 7 Hektar große Photovoltaikanlage neben dem Umspannwerk

Einen wichtigen Schritt in Richtung erneuerbar Energie wurde am Dienstagabend in Waldmünchen getan: Vom Stadtrat wurde beschlossen, ein Bauleitplanverfahren für die Aufstellung eines Bebauungsplanes für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage am Treffenweg zu starten. Bei dem Gebiet handelt es sich vor allem um bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche.
Rund 3000 Haushalte soll die Anlage versorgen können, auf ungefähr 7 Hektar werden die sogenannten Modultische in Ost-West-Ausrichtung aufgestellt. „So können wir die Morgensonne mitnehmen und die Abendsonne ebenfalls nutzen,“ erklärte Jonas Penzkofer von den Regionalwerken im Rat.
Wie die Regionalwerke Cham mitteilten, führe so eine Ausrichtung zu einer gleichmäßigeren Stromerzeugung. Andere Ausrichtungen produzieren Überschüsse und hohe Netzbelastungen zur Mittagszeit. Eine Ost-West-Ausrichtung erzeuge von morgens und bis abends Energie. Die Regionalwerke Cham als Projektentwickler rechnen von einer maximalen Leistung von zehntausend Kilowatt/Peak. Dabei rechne man jedoch mit den bestmöglichen Voraussetzungen, dem sogenannten Peak. Insgesamt sind bei den 13 Hektar andere Flächen wie noch Ausgleichsflächen, Begrünungen rund um die Anlage als Sichtschutz und Biotopkartierungen enthalten. „Typischerweise sind etwa 70 Prozent der Fläche für die PV-Module nutzbar,“ so die Regionalwerke.
Eine optimale Lage
Die Lage der Photovoltaikanlage könne nicht besser sein. Direkt an die Fläche angrenzend befinde sich das Umspannwerk des Bayernwerks. „Wir müssen das Kabel fast nur über den Zaun schmeißen,“ sagt Martin Ritt aus dem Vorstand der Regionalwerke Cham. Besser könne man es gar nicht haben: „Ein sehr kurzer Weg bedeutet einen kurzen Leitungsbau.“ Dies sei vor allem für die Reduktion von Leitungsverlusten vorteilhaft, da bei längeren Wegen Verluste entstehen könnten, die mit der Streckenlänge zunehmen könnten, wie das Regionalwerk mitteilte. Außerdem führe der kurze Anschluss zu Kostenersparnissen bei der nötigen Kabel- und Infrastruktur und zu einer Effizienzsteigerung.
Bei der Photovoltaikanlage wird ebenfalls ein Batteriespeicher gebaut. Dieser ermögliche es laut Regionalwerke „für eine entsprechende Zeit, Energie aus der PV-Anlage aufzunehmen und diese bei Bedarf bereitzustellen.“
Für den nächsten Schritt benötigen die Regionalwerke nun einen Netzzugang vom Netzbetreiber, in diesem Fall das Bayernwerk. Bis es dann schlussendlich zum Bau von Photovoltaikanlagen am Treffenweg kommen kann, könnte es noch ein bis zwei Jahre dauern, wie aus einer Präsentation der Regionalwerke hervorgeht.
Fürs Projekt werden schließlich noch Investoren gesucht. Hier gebe es ebenfalls die Möglichkeit, Bürgerdarlehen zu beziehen, um die Öffentlichkeit an den Photovoltaikanlagen teilhaben zu lassen. Neben dem Start des Aufstellungsverfahrens des Bebauungsplanes wurde parallel der Flächennutzungsplan geändert. Dieser musste an die neuen Bedingungen angepasst werden. Zuvor waren die Flächen als Landwirtschaftsfläche, Bäume und Sträucher, Biotopfläche und die geplante Süd-West-Umgehung von Waldmünchen gekennzeichnet. Nun soll diese Fläche als Sondergebiet beziehungsweise als geplante Verkehrsfläche behandelt werden.
Erster Bürgermeister Markus Ackermann begrüßte die Pläne des Regionalwerkes: „Es ist schön, dass das konkrete Projekt im Raum steht.“ Bei der Anlage handle es sich um eins der größeren Projekte in der Region. „Das ist ein schöner Beitrag, mit dem wir die Werke befeuern, und mit einem schönen Start beginnen können.“ Der Stadtrat stimmte einstimmig für den Start des Bauleitplanverfahrens, welches in einem Bebauungsplan münden wird. Weitere gute Nachrichten gab es am Abend der Stadtratssitzung ebenfalls: Die Stadt Waldmünchen hat vom Bayerischen Staatsminister der Finanzen und Heimat eine Stabilisierungshilfe in Höhe von 500 000 Euro erhalten. Ein Bewilligungsbescheid mit Aussagen zur näheren Erläuterung durch die Regierung Oberpfalz liegt dazu aber noch nicht vor.
Worte zum Jahresabschluss
Bei der Stadtratssitzung am Dienstag handelte es sich um die letzte des Jahres. Erster Bürgermeister Markus Ackermann und Sprecher der Fraktionen zogen in ihren Jahresabschlussreden Resümee. Sie alle schlugen in die gleiche Kerbe: Sie betonten angesichts der Herausforderung unserer Zeit die Bedeutung von Zusammenhalt und einen positiven Blick in die Zukunft.
Ackermann zeigte sich erfreut über die weit vorangeschrittenen Lage der Projekte der Stadt: „Es zeichnet sich leider ab, dass finanzielle Einschnitte bei Förderungen und Zuweisungen nicht ausbleiben werden. Aus diesem Grund können wir stolz sein, in den vergangenen Jahren viele kostenintensive Projekte auf den Weg gebracht, beziehungsweise abgeschlossen zu haben.“
Grundlegende Daten:
Leistung: Bis zu 10 000 KW sollen mit der Anlage zu Peakzeiten möglich sein.
Ort: Die geplante Anlage befindet sich südöstlich des Umspannwerkes.
Versorgung: Die Anlage soll bis zu 3000 Haushalte pro Tag mit Strom versorgen können.
Fläche: Insgesamt handelt es sich um eine Fläche von 13,4 Hektar. Sie beinhaltet unter anderem Infrastruktur und Begrünung. 70 Prozent der Fläche sind für PV-Module nutzbar.
Nächste Schritte: Nach Vollendung des Bebauungsplanes wird ein Netzverknüpfungspunkt an das Umspannwerk des Bayernwerks benötigt.