Golf und Skoda statt Ferrari – Neue Details zur Schrottwagen-Rallye auf der A3 bei Regensburg

Statt teurer PS-Boliden haben zehn Briten mit „alten Kisten“ ein Autorennen auf der A3 bei Regensburg ausgetragen – erste Details zu dem Fall sind zum Schmunzeln. Die Rechnung könnte am Ende aber der Staat zahlen.
Waghalsige Überholmanöver, teils auf dem Standstreifen, dicht auffahren, drängeln und das alles bei Tempo 180 – damit hatte die Verkehrspolizei vor einigen Tagen zu tun. Wohl „eine vereinbarte Challenge“, ein illegales Rennen auf der Autobahn, das von Holland bis Rumänien gehen sollte. In Regensburg und im Landkreis Straubing endete die wilde Jagd jäh. Fünf Autos wurden beschlagnahmt, was den Staat am Ende eine Menge Geld kosten könnte.
Sie heißen Gumball 3000 oder Cannonball, angelehnt an den Hollywood-Streifen in den 80er Jahren. Im Prinzip geht es um dasselbe: Mit Höchstgeschwindigkeiten von A nach B zu kommen und als erster ankommen. In Deutschland sind illegale Autorennen seit sieben Jahren eine Straftat, seit einer Gesetzesänderung, die ein strenges Durchgreifen ermöglicht. Und das passiert immer häufiger: 2023 verzeichnete die Polizei ein Plus von mehr als zehn Prozent. Von über 6100 Verdachtsfällen sprechen die Behörden. Auch in Bayern.
„Sowas hatten wir bei uns noch nie“
Einen Fall wie am Sonntag vor einer Woche kennt Günter Hammer von der Verkehrspolizei nicht. „Sowas hatten wir bei uns noch nie.“ Dass sich Autofahrer oder Biker messen, „ja, immer wieder“, aber ein abgesprochenes Rennen wie dieses habe Seltenheitswert. Was am 24. November gegen 14 Uhr per Notruf gemeldet wurde, klang dramatisch. Sechs Autos zählten aufmerksame Fahrer auf der A3 bei Laaber. Eines davon ging der Verkehrspolizei in Regensburg ins Netz. Besetzt war der Skoda mit drei 23-jährigen Männern aus Großbritannien.
Illegales Rennen von Amsterdam bis Rumänien
Laut Hammer deutet vieles darauf hin, dass die Männer ein illegalen Rennen auf der Autobahn austrugen – von Amsterdam nach Rumänien, also über mehr als 2000 Kilometer, für die man normal gut 25 Stunden braucht. Doch das schien nicht der Anspruch der Männer gewesen zu sein. Der Älteste, der mit sechs weiteren bei Kirchroth (Lkr.Straubing-Bogen) gestoppt wurde, ist 35 Jahre alt, alle sind britische Staatsbürger. Und bis auf eine Ausnahme gaben sie sich kleinlaut, so VPI-Chef Hammer.
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Eine weitere Besonderheit: Die Autos, mit denen sie unterwegs waren, waren alles andere als Sportwagen à la Lamborghini, Ferrari, Porsche oder die PS-Boliden deutscher Marken. VW Passat, Golf IV, ein Volvo V60, Mazda 3 und zwei Skoda. „Von der Tendenz her geht das eher in Richtung Schrottfahrzeuge“, so das Polizei-Fazit. Weg waren die Wagen dennoch – beschlagnahmt und abgeschleppt, bis das Verfahren beendet ist.
Bleiben Kosten für Entsorgung am Staat hängen?
Wie die Herren ohne Autos weiterkamen, konnte Hammer nicht sagen. Sie seien vernommen, ihrer Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht worden. Dann wurden sie „wieder entlassen“. Ein Problem bleibt: Dass „diese alten Kisten“ wieder abgeholt werden, daran glaubt keiner. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf Staatskosten entsorgt werden müssen, liege deutlich höher.