Spatenstich für sozialen Wohnungsbau in Burglengenfelder Vorstadt verzögert sich

Bezahlbarer Wohnraum ist auch in Burglengenfeld rar. Umso erfreuter nahm der Stadtrat im April 2023 zur Kenntnis, dass die Gebrüder Donhauser Bau GmbH aus Schwandorf zusammen mit Bayern-Heim in der Schmidmühlener Straße 75 geförderte Wohnungen errichten möchte. Doch das Projekt geriet ins Stocken.
Rückblende: Im Frühjahr 2023 hatten Architekt Peter Frank (Firma Donhauser) sowie Bayern-Heim-Geschäftsführer Ralph Büchele in öffentlicher Sitzung für ein ehemaliges BayWa-Areal in der Vorstadt ehrgeizige Pläne präsentiert. Auf rund 7500 Quadratmetern sollte eine moderne Wohnanlage entstehen, die das ganze Quartier aufwerten würde.
Die große Besonderheit: Zwar läuft das Vorhaben unter dem Stichwort sozialer Wohnungsbau, doch die Ausführung wird als „hochwertig“ beschrieben. Außerdem, so wurde damals betont, lege man Wert auf einen „gesunden Mietermix“. Das Konzept sieht ausdrücklich vor, dass nicht nur Menschen mit schmalem Geldbeutel, also Rentner und Alleinerziehende, sondern auch Familien mit mittlerem Einkommen zum Zuge kommen.
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Die Bauleitplanung schritt zunächst zügig voran. Im Oktober 2023 fiel der Billigungsbeschluss für den Bebauungsplan. Seitens der Öffentlichkeit waren nach der Auslegung keine Bedenken erhoben worden. Die Abteilung Immissionsschutz des Landratsamts mahnte wegen der Nähe zum Zementwerk und zur Straße „technische Maßnahmen“ an, die die Belastung für künftige Bewohner erträglich machen sollen. Das Wasserwirtschaftsamt bescheinigte, das Plangebiet sei trotz der Nähe zur Naab nicht von einem hundertjährlichen Hochwasser bedroht.
Im Herbst sollte es losgehen
Lediglich zwei Räte wollten den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Ende Februar dieses Jahres nicht mittragen. Bayern-Heim-Geschäftsführer Büchele stellte einen Spatenstich für das dritte Quartal 2024 in Aussicht. Von den gestiegenen Baupreisen lasse man sich nicht abschrecken, sagte er. Das Investitionsvolumen taxierte der Ingenieur auf rund 25 Millionen Euro.
Die Pläne für die Schmidmühlener Straße lösten nicht nur Begeisterung aus. Vor allem bei bisherigen Nutzern des Areals. Mehr dazu lesen Sie hier.
Nun naht bereits das Jahresende, und noch immer hat sich auf dem Grundstück an der Schmidmühlener Straße nichts getan. Ursachen gibt es, wie MZ-Recherchen ergeben haben, mehrere: Um nicht am Bedarf vorbei zu investieren, wurden die Pläne laut Büchele leicht verändert. Statt 75 Wohnungen sollen nun 68 entstehen. Zugunsten größerer Einheiten wurden sieben kleinere gestrichen. Die ursprüngliche Gesamtnutzfläche bleibe aber erhalten, versichert der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft.
Genehmigung noch nicht erteilt
Allerdings lässt die Genehmigung für das Vorhaben, die zuletzt für November erwartet worden war, auf sich warten – obwohl die Stadt durch Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) längst das gemeindliche Einvernehmen erteilt hat. Laut Manuel Lischka, Sprecher des Landratsamts, sind die Unterlagen, die die zuständige Abteilung für eine Gesamtbeurteilung benötige, noch nicht vollständig. Speziell die Stellungnahme einer Fachbehörde stehe noch aus.
Außerdem, so bestätigte wiederum Ralph Büchele, habe die Regierung der Oberpfalz heuer keine Gelder aus dem Topf der sogenannten Einkommensorientierten Förderung (EOF) mehr bewilligen können. Das Programm sei so begehrt gewesen, dass die für das laufende Jahr bereitgestellten Mittel nicht ausgereicht hätten. Doch genau auf EOF fußt das Burglengenfelder Projekt.
Ehrgeiziges Ziel ist kaum noch zu erreichen
Trotz der allgemeinen Krise, die verschiedentlich schon zu Rotstift-Aktionen geführt hat, bleibt der Bayern-Heim-Chef optimistisch, dass die Unterstützung für den sozialen Wohnungsbau 2025 unverändert fortgesetzt wird. Das Thema sei gesellschaftspolitisch so wichtig, dass kein Weg daran vorbeiführe.
Allerdings gab es schon zu Jahresbeginn Berichte, die Zweifel nährten, ob es die Staatsregierung mit dem 2018 selbst gesteckten Ziel wirklich Ernst meint. Demnach sollten durch die Bayern-Heim bis 2025 rund 10 000 Wohnungen entstehen. Laut Deutscher Presseagentur waren bis Ende 2023 aber nur knapp 300 realisiert worden. Das habe eine Anfrage der Grünen im Landtag ergeben. Ralph Büchele hält dagegen. Aus seiner Sicht wurden die Dinge zu negativ dargestellt. Zwar sei es richtig, dass nur ein Bruchteil der geplanten Wohnungen bereits vermietet sei. Aber immerhin 8000 Einheiten befänden sich in der Planung oder im Bau. Allein 2025 könnten rund 1500 Wohnungen tatsächlich bezogen werden. Aktuell liefen unter der Regie von Bayern-Heim 25 Baustellen, „und die stoppt keiner mehr“.
Positive Signale aus dem Ministerium
Was das Vorhaben in Burglengenfeld betrifft, so bestätigte ein Sprecher des zuständigen Ministeriums, das Projekt werde „grundsätzlich als förderwürdig angesehen“. Derzeit liefen die Abstimmungen mit der zuständigen Stelle.
Die Mittel für die Wohnraumförderung seien nicht gekürzt worden, heißt es weiter. Vielmehr seien im Doppelhaushalt 2024/2025 für die einschlägigen Programme jährlich rund 1,1 Milliarden Euro vorgesehen. Das erreichte Rekordniveau werde damit, wie im Koalitionsvertrag als Ziel formuliert, „weiter verstetigt“.
Unterdessen haben die Gebrüder Donhauser mitgeteilt, der Baubeginn sei nun für Frühjahr 2025 vorgesehen. Binnen 24 Monaten soll die Wohnanlage stehen und bezugsfertig sein.