Große Helferin der Menschen in der Ukraine braucht selbst Hilfe – Caritas-Arbeitskreis um Unterstützung

Von Jochen Dannenberg · 2. Dezember 2024 um 16:44

Seit vielen Jahren unterstützt der Caritas-Arbeitskreis nicht nur russische Waisen- und Straßenkinder, sondern auch Bedürftige in der Ukraine. Jetzt ist unversehens die wichtigste Person des Arbeitskreises in der Ukraine selbst zum Hilfsfall geworden und für sie bittet der Arbeitskreis um Hilfe.

Es geht um Hanna Koschnyk, sie ist Rektorin der Schule im Dorf Lisnyj Chlibychyn in der Westukraine und seit vielen Jahren „Dreh- und Angelpunkt“ für Hilfslieferungen und finanzielle Unterstützungen aus Bad Gögging und Ansprechpartnerin für Lesja Binkowski von der Ukraine-Hilfe in Bad Gögging. „Hanna Koschnyk, vielen bekannt als Rektorin der Schule im Dorf Lisnyj Chlibychyn in der Westukraine, konnte durch viele Hilfslieferungen und finanzielle Unterstützung von Lesja Binkowski von unserem Arbeitskreis den vom Krieg gebeutelten Menschen helfen“, sagt Pauline Haunschild, Vorsitzende des Caritas-Arbeitskreises, unter deren Dach sich auch die Ukraine-Hilfe befindet.

Kinder im Mittelpunkt

Lesja Binkowski stammt aus dem Heimatort von Hanna Koschnyk, kennt die Menschen und ihre Bedürfnisse. Lesja Binkowski beschreibt die Schulleiterin als herzensguten Menschen, die sich für die Kinder an der Schule und die Dorfbewohner einsetze. Auch bei viele anderen caritativen Aktionen habe sie geholfen.

Die Schule mit den Kindern stand immer an erster Stelle für Hanna Koschnyk. Sie kümmerte sich um Reparaturen, um Besorgungen für die Schule, vor allem aber um warmes Essen für die aus sozial benachteiligten Familien und für gute Bildung auch während des Krieges in der Ukraine.

Vor einigen Wochen kam dann die schreckliche Nachricht. Hanna Koschnyk, die Frau, die so vielen Menschen geholfen hat, hat Darmkrebs. „Da der Krebs noch im Anfangsstadium ist, hat sie gute Heilungschancen“, sagt Pauline Haunschild. „Aber das Problem ist, dass die Lehrkräfte in der Ukraine keine Krankenversicherung haben. So muss Hanna die komplette Behandlung selbst bezahlen.“ Eine Lehrkraft in Vollzeit verdiene lediglich zwischen 200 und 350 Euro. „Deshalb“, so die Vorsitzende des Arbeitskreises weiter, „nutzte Hanna immer die Sommerferien, um in Polen bei der Heidelbeeren-Ernte zusätzlich Geld zu verdienen. Von Erholung konnte da keine Rede sein.“ Daheim hat Hanna eine kleine Landwirtschaft, die sie mit ihren Eltern betreibt. So kann sie beim Einkauf für Lebensmittel Geld einsparen. „Aber für eine Krebsbehandlung reicht das bei Weitem nicht aus.“

Wieder Konzert geplant

Der Caritas-Arbeitskreis Bad Gögging hat in der Vergangenheit immer wieder in Osteuropa Einzelschicksale unterstützt. So ist es dem Arbeitskreis jetzt ein großes Anliegen „diese warmherzige Frau, die stets für ihre Mitmenschen und Schüler da war, in diesen schweren Stunden nicht alleine zu lassen“, teilt Pauline Haunschild mit. Deshalb bittet der Arbeitskreis um Spenden auf das Konto des „Caritas-Arbeitskreises für russische Waisen- und Straßenkinder und sozial Benachteiligte Bad Gögging e.V.“ (Spendenkonto Raiba DE 74 7506 9014 0006 4255 00) mit dem Zusatz „Hanna“ zu spenden. Bei einem Betrag ab 300 Euro wird eine Spendenquittung ausgestellt.

Um die anderen Projekte weiterführen zu können, veranstaltet der Caritas-Arbeitskreis Bad Gögging in der Pfarrkirche Bad Gögging am Samstag, 28. Dezember, um 15.30 Uhr wieder das Benefizkonzert mit den Adventsbläsern unter der Leitung von Martin Ott und den Magic Singers unter der Leitung von Sonja Artinger.

Seit vielen Jahren kümmert sich Hanna Koschnyk (rechts, im Bild mit einem Helfer) um die Verteilung der Spenden in der Ukraine. Foto: Koschnyk
leidung freuen sich Kinder. Die Lebenshaltungskosten sind stark gestiegen. Foto: Koschnyk