Neustädter verraten ihre „Lieblingsplätze“ in und um Bad Gögging

Von Jochen Dannenberg · 23. November 2024 um 05:00

Neustadt a.d. Donau ist nicht nur Industrie, sondern vor allem auch Bad Gögging. Der Kurort ist ein Ort zum Wohlfühlen und Erholen. Passend dazu haben die Tourist-Information und der Tourismusverband jetzt ein neues Projekt entwickelt. „Lieblingsplätze“ zeigt Stellen in und um Bad Gögging, an denen Einheimische gerne verweilen. Prominente Mitbürger haben Tipps gegeben.

Das Projekt ist noch nicht fertig gestellt, ein Termin für den Start steht jedoch schon fest. „Zum Frühjahr hin“, sagt Fiorentina Casale von der Tourist-Info, werde es soweit hin. Allerdings ist jetzt schon klar, welche Plätze zu den Lieblingen gehören. Ein Standort ist die Statue des Hl. Nepomuk am alten Kurpark in Bad Gögging. Der Tipp stammt von Margit Zettl-Feldmann vom Hotel Eisvogel, ein weiterer Platz ist der Kurparkweg in Bad Gögging, auf den Stadtrat Robert Necker hingewiesen hat. Georg Feßlmeier senior – vielen noch als Wirt an der Fähre in Eining bekannt – hat auf den Fernwanderweg und Donau-Panoramaweg zwischen Eining und Staubing hingewiesen.

Blick aus den Hopfengärten

Stadtrat Anton Stadler hat mit seinem Vorschlag eine Lanze für seinen Heimatort Sittling gebrochen. Er empfiehlt das Dorf mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten – nicht von der Hauptstraße, sondern aus den Hopfengärten. Der fünfte vorgeschlagene Ort, an dem es sich zu verweilen lohnt, ist das Römerkastell Abusina. Hier kommt – zumindest bei sommerlichem Wetter – fast schon Toskana-Feeling auf. Gästeführer und „Vorzeige-Römer“ Karl Necker hat den Tipp gegeben.

Anna-Lena Ostler, frühere Hallertauer Vize-Hopfenkönigin, und ihr Vater Hans raten zu einer Wanderung durch die Hopfengärten südlich von Oberulrain. Bürgermeister Thomas Memmel weist auf einen Ort hin, der seit dem vorigen Jahr besteht. Anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt wurde hinter dem Sportpark die Neustadt-Allee gepflanzt. Von hier kann man zu Fuß und ohne lästigen Autoverkehr Bad Gögging erreichen.

Anton Schaller, der für Neustadt a.d. Donau viele Kunstausstellungen entwickelt hat und insbesondere auch mit seinen LandArt-Ausstellungen für ein überregionales Medienecho sorgte, hat einen Standort an der Donau als Lieblingsplatz genannt. Es dürfte freilich nicht der einzige Lieblingsplatz des Bildhauers an der Donau sein, ist Schaller doch mit der Donau aufgewachsen. Als gebürtiger Eininger hat er die Überschwemmungen der Uferlandschaften genauso erlebt wie die schönen Momente am Fluss.

Im Sommer 2023 hat Schaller der Donau ein Denkmal gesetzt. Am Flussufer nahe der Flussmeisterstelle des Wasserwirtschaftsamtes in Neustadt a.d. Donau entstand ein Leuchtturm. Schaller ging es bei dem Objekt um die Verbindung von Mensch und Natur. Der Leuchtturm diene nicht nur der Orientierung, sondern sei auch eine Mahnung für den Umgang mit der Natur, betonte Schaller bei der Enthüllung des Werkes. Es gehe ihm um den Respekt der Menschen vor der Natur. Sie könne zauberhaft schön, aber auch zerstörerisch sein. Die Idee zu den Lieblingsplätzen stammt von Margit Zettl-Feldmann, der Vorsitzenden des Tourismusverbandes. Ihr waren Picknickplätze in Weinbergen aufgefallen. Zwei Bänke, ein Tisch und eine schöne Aussicht seien das im Normalfall, erklärte sie bei der Vorstellung des Projektes.

Es wird erzählt

Damit allein soll es jedoch in Neustadt nicht getan sein. An jedem Platz soll eine Geschichte erzählt werden. Deshalb arbeitet die Kelheimer Autorin Eva Honold an dem Projekt mit. Sie ist auch bei „Neustadt erzählt“, einem neuen Vorhaben des Kulturamtes, beteiligt. Für die Lieblingsplätze hat sie Bürgerinnen und Bürger zu ihren Wohlfühl-orten befragt und Fotos angefertigt. Die gesammelten Informationen sollen über einen QR-Code, der zur Homepage der Tourist-Info Bad Gögging führt, abgerufen werden können.

Fiorentina Casale von der Tourist-Info geht davon aus, dass die Lieblingsplätze zum Frühjahr online zur Verfügung stehen werden. Sie sollen nach bisheriger Planung auch in einer Wanderkarte eingearbeitet werden. Erkennbar werden die Orte an einem Herz sein, das auch als Fotomotiv für Selfies dienen kann.

Margit Zettl-Feldmann und Fiorentina Casale sind überzeugt, dass die Aktion nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Einheimischen gut ankommen dürfte. Die Tourismusverbandsvorsitzende hat denn auch einen Vorschlag für alle Vermieter: Sie könnten ihren Gästen Lunchpakete für die Ausflüge zu den Lieblingsplätzen anbieten.

Und die Expertin von der Tourist-Info hält es für möglich, dass an den einzelnen Orten auch Picknick-Konzerte stattfinden können. Die hatte es u.a. im vorigen Jahr im Kastell Abusina gegeben.

2023 wurde nahe der Flussmeisterstelle der Leuchtturm des Eininger Künstlers Toni Schaller enthüllt. Jetzt gehört der Turm zu den „Lieblingsplätzen“. Foto: Dannenberg