Warum die Entwürfe für Erweiterung des Industriegebiets Roding-Oberkreith ausgelegt werden

Gegen die geplante Wald-Rodung zur Erweiterung des Industriegebiets Oberkreith könnte es ein Bürgerbegehren geben. Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz hat laut eigenen Angaben genügend Unterschriften dafür gesammelt und diese auch im Rathaus abgegeben.
Trotzdem war die Aufstellung des Bebauungsplans am Donnerstagabend Thema in der Stadtratssitzung. Warum? „Weil es wichtig ist zu wissen, ob die Pläne überhaupt umsetzbar wären und welche Einwände der Fachstellen und Behörden es gibt“, erläuterte Bürgermeisterin Alexandra Riedl – falls das Projekt ohnehin nicht zu realisieren sei, müssten keine weiteren Schritte folgen, und ein Bürgerbegehren wäre wohl hinfällig.
Dieser Argumentation folgten die Stadträte. „Eine Rückmeldung zu erhalten, ob das Projekt durchführbar wäre, ist der einzige Grund, warum man zustimmen kann“, machte allerdings Rainer Schwarzfischer (CSU) klar. Ihm und auch Riedl war es wichtig zu unterstreichen, „dass wir nichts gegen das Bürgerbegehren tun“.
Im Januar erste Ergebnisse
Zeitlich würde sich dies ausgehen, antwortete die Rathaus-Chefin auf eine entsprechende Frage Schwarzfischers: Die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung erfolge innerhalb von vier Wochen, „im Januar haben wir dann schon die ersten Erkenntnisse“. In der Dezember-Sitzung stehe die Abstimmung darüber auf dem Plan, ob das Bürgerbegehren zulässig ist, die abgegeben Stimmen seien bis dahin geprüft. Danach bleibe der Kommune drei Monate lang Zeit, um einen Bürgerentscheid durchzuführen, bis dahin könnte sich durch die Rückmeldungen der Behördenbefragungen bereits zeigen, wohin der Weg gehe.
„Es wird vorerst nichts passieren“
Auch rechtlich sei das Vorgehen in Ordnung, machte Riedl deutlich, „wir dürfen nur nichts machen, was gegen ein mögliches Ergebnis eines Bürgerentscheids spricht“. Nur Stellungnahmen einzuholen, sei kein Problem, sie habe über das Vorhaben auch die Vorstandschaft der Rodinger Ortsgruppe des Bund Naturschutz (der auch selbst eine Stellungnahme im Rahmen des Verfahrens abgeben kann) informiert. „Es wird da draußen vorerst nichts passieren“, betonte sie.
Christian Simeth vom Architekturbüro Altmann aus Cham hatte dem Gremium die Planungen vorgestellt. Es gehe insgesamt um eine Fläche von etwa neun Hektar, um das Industriegebiet Oberkreith vergrößern zu können, mehrere Firmen hätten dazu Bedarf angemeldet. Dafür müssten 5,5 Hektar Wald gerodet werden. Entstehen sollen Produktionshallen mit einer Höhe von bis zu 15 Metern, auch Wohnungen und Parkplätze sind vorgesehen. Umfangreiche Prüfungen seien noch nötig, unter anderem zum Artenschutz.
Der Süden des Areals soll als Industriegebiet ausgewiesen werden, der nördliche Teil als „urbanes Gebiet“, wo Häuser für die Arbeiter oder auch ein Spielplatz entstehen könnten. Dass großflächig ebenerdig Parkplätze entstehen würden, glaubt der Planer nicht, antwortete er auf eine entsprechende Frage aus dem Gremium.
Parkhaus wäre möglich
„Dafür ist die Fläche zu wertvoll. Die Firmen würden sicher versuchen, sie so gut es geht zu nutzen.“ Eher vorstellen kann er sich deshalb ein mehrstöckiges Parkhaus, was auf der Fläche auch gut umsetzbar wäre.
Der Stadtrat nahm die Vorentwürfe billigend zur Kenntnis und beauftragte die Bauverwaltung, die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchzuführen. Auf die Ergebnisse dürften nicht nur die Stadträte gespannt warten.