2025 ist für „Die Weber“ in Bad Kötzting endgültig Schluss – Hier gibt es bereits Karten

Von Mittelbayerische Zeitung · 29. November 2024 um 11:00

Nach dem Theater ist vor dem Theater: Knapp vier Monate nach der letzten Aufführung beginnen bei der Festspielgemeinschaft Kötzting e.V. (FSG) bereits die Vorbereitungen für die neue Saison. Am Sonntag, 1. Dezember, startet der Kartenvorverkauf für das Drama „Die Weber“. Im Juli und August 2025 wird es sieben Aufführungstermine geben.

Bis zur Premiere am 26. Juli 2025 liegt noch ein arbeitsreicher Weg vor den Bad Kötztinger Festspielern. Rückenwind gibt ihnen das Ergebnis der vergangenen Saison: Ihr neues Stück, das Sozialdrama „Die Weber“ nach Gerhart Hauptmann, verzeichnete acht sehr gut verkaufte Vorstellungen. Trotz oder gerade wegen tragischer Inhalte wie Armut, Leid und Ausbeutung fanden über 4000 Theaterliebhaber ihren Weg auf die Waldbühne am Ludwigsberg.

Bezüge zur Jetztzeit

Der künstlerische Leiter Sascha Edenhofer sieht sich in seiner Vision bestätigt: „Wir haben es geschafft, die Menschen für ein Drama zu begeistern, sie zum Nachdenken anzuregen und unsere Botschaft zu senden.“ Die Mission, Hauptmanns Werk nicht nur in bairische Mundart zu übertragen, sondern auch einen Bogen zu sozialen Missständen der Jetztzeit zu spannen, wurde erfüllt.

Ausruhen auf dieser Leistung wollen sich der künstlerische Leiter und Dramaturgin Barbara Schöneberger aber nicht. „Im zweiten Aufführungsjahr beginnt das Arbeiten an den Feinheiten“, erklärt Edenhofer. Während in der ersten Spielsaison Rahmenbedingungen wie der Text, das Bühnenbild und die grobe Figurenentwicklung im Fokus standen, könne im Folgejahr viel „klein klein“ gearbeitet werden. Das Ziel der künstlerischen Leitung: „Wir wollen noch authentischer, noch eindringlicher, noch emotionaler werden.“

Und auch bei den Spielern wächst der Hunger auf die zweite Saison. 1. Vorsitzende und langjährige Spielerin Beate Bauer weiß: „Im zweiten Jahr beginnt man erst so richtig zu spielen.“ Dann mache es am meisten Spaß. „Besonders spannend ist“, so Bauer, „wie die Spieler über ihre Leistungen vom Vorjahr hinauswachsen. Darauf können sich die Zuschauer freuen.“

Wieder Schüleraufführung

Wer letztes Jahr noch nicht die Gelegenheit hatte, „Die Weber“ auf der Waldbühne am Ludwigsberg zu erleben, oder sie nochmal sehen will, kann sich ab dem 1. Dezember Karten sichern. Gespielt wird kommendes Jahr an sieben Aufführungstagen.

Entfallen wird 2025 der kräftezehrende Sonntagstermin, was laut Bauer als Erleichterung für die Spieler gedacht sei. Weniger Termine bedeuten aber auch insgesamt weniger Plätze, weshalb es sich lohne, bereits jetzt zu buchen.

Eigentlich sind es sogar acht Spieltermine

Wodurch die FSG dennoch zu einem achten Spieltermin kommen wird, ist die erneut geplante Schüleraufführung. Nach dem Erfolg der ersten Veranstaltung für regionale Schulen in der vergangenen Saison, hofft die Festspieltruppe auf eine Wiederholung mit möglichst vielen beteiligten Bildungseinrichtungen. Dazu sei die Theatergruppe schon an einige Schulen herangetreten. Gerne dürfe man sich laut Bauer aber auch initiativ beim Verein melden. Die Schüleraufführung werde dabei wie gewohnt an der zweiten Hauptprobe stattfinden und falle 2025 auf den 24. Juli.

Bereits jetzt steht fest: 2025 wird das letzte Jahr sein, in dem „Die Weber“ auf dem Ludwigsberg zu sehen sind. Bauer erklärt: „Für uns selbst und das Publikum ist es spannender, wenn wir öfter durchwechseln.“ Laut der Vorsitzenden sei es daher unwahrscheinlich, dass für 2026 nochmal ein Sozialdrama auf dem Plan steht. Dies bestätigt auch Sascha Edenhofer: „Wir versuchen, immer Abwechslung in unseren Spielplan zu bringen.“

Verena Brandl