Wachablösung bei der Polizei Furth im Wald – Philipp Rammrath folgt Sven Buhl nach

Im Tagungszentrum Furth im Wald fand jetzt ein Festakt statt: Polizeioberrat Sven Buhl wurde offiziell als Leiter der Polizeiinspektion Furth im Wald (PI) abgelöst und gleichzeitig sein Nachfolger Polizeirat Philipp Rammrath in das Amt eingeführt.
Hochrangige Vertreter von Feuerwehren, Zoll, Polizei (auch aus Tschechien), Politik, Rettungsdiensten, Schulen, Geistlichkeit, dazu viele Ehrengäste, waren geladen und gekommen, um den Festakt gebührend zu begehen.
Hohe Wertschätzung
Und das nicht ohne Grund, wie Erster Polizeihauptkommissar Josef Weindl betonte.
Er hatte vor rund acht Monaten, als Sven Buhl ins Polizeipräsidium Regensburg – Fachbereich: Ordnungs-, Schutz- und Verkehrsaufgabe – abberufen wurde, die kommissarische Leitung übernommen. Weindl betonte in seinen Grußworten, wie im Übrigen alle nachfolgenden Redner auch, dass die Polizei ohne Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit häufig im Regen stehen würde. „Immer wieder wird deutlich, wie vielseitig die Verbindungen sind“, so Weindl, der ergänzte: „Es besteht ein hohes Maß an gegenseitiger Wertschätzung.“
Polizeipräsident Thomas Schöniger verdeutlichte im Anschluss die enorme Wichtigkeit der PI, der auch die Inspektion in Waldmünchen und die Grenzpolizei beigeordnet sind. 18 000 Einwohner in der Drachenstadt, in Eschlkam, Neukirchen beim Heiligen Blut und Arnschwang verlassen sich auf die Arbeit der 70 Polizeibeamten. Und das könnten sie auch, denn laut Schöniger ist die Aufklärungsquote mit 81,5 Prozent höher als in der Oberpfalz insgesamt (69,9 Prozent). Auch im gesamtbayerischen Vergleich (65,2 Prozent) schneide man besser ab. Anhand der dargestellten Lebensläufe von Buhl und Rammrath verdeutlichte er die erstklassige Qualifikation seiner beiden Beamten. Dem scheidenden Sven Buhl bescheinigte er: „Sie haben einen super Job gemacht.“
Bürgermeister Sandro Bauer bedauerte den Weggang von Buhl. „Ich hätte gehofft, dass du ein bisschen länger bleibst.“ Er wusste aber auch, dass sich der gebürtige Further die Entscheidung nicht leichtgemacht hat. Bauer wie später auch weitere Redner, erinnerte an den ersten Fall bei Buhls Amtsantritt im Jahr 2021. Im Bereich Cherkov war ein achtjähriges Mädchen aus Berlin verloren gegangen. Aufgrund der intensiven Zusammenarbeit auch mit den tschechischen Kollegen war das Kind nach drei Tagen unversehrt gefunden worden. Mit Philipp Rammrath erlebt Bauer seit seinem Amtsantritt bereits den fünften PI-Leiter, da der Posten zumeist auf rund drei Jahre befristet ist. Auch wenn frischer Wind immer gut sei, so würde er sich doch längere Zeiträume wünschen. Landrat Franz Löffler griff den Gedanken auf und sagte, das sei schon möglich, wenn in Furth die Stelle eines Polizeidirektors geschaffen würde. „Der geht dann so schnell nicht mehr weg.“
Löffler ging auf die Rolle der Polizei in der Gesellschaft ein. Um einen funktionierenden demokratischen Rechtsstaat bewahren zu können, der für Frieden, Freiheit und den Erhalt des Wohlstaates sorgen kann, brauche es unterschiedliche Eckpfeiler. „Einer davon ist eine funktionierende Polizei. Polizeiarbeit muss sein, damit unser Leben funktioniert.“ Möglich sei das nur, wenn es die Bevölkerung auch so sieht.
Löfflers Dank galt nicht nur der Polizei, sondern allen Hilfs- und Einsatzkräften: „Das ganze Land profitiert davon, dass Ihr an der Grenze so gute Arbeit macht.“
Nachdem Personalratsvorsitzender Christian Kiener die Arbeit seiner beiden Kollegen gewürdigt hatte, trat zunächst Buhl ans Rednerpult. „Dienstlich gesehen habe ich mit dem Schritt nach Regensburg meine Heimat verlassen.“ Er habe eine Dienststelle verlassen, die ihm sehr am Herzen lag. Während seiner Zeit in Furth habe er stets die Arbeit der Kollegen im Auge gehabt. Ein Thema war und wird weiter die Digitalisierung sein, die zu Arbeitserleichterungen führen werde. Nach 23 Jahren, in der Mitte seiner Lebensarbeitszeit, forderte der 41-jährige mehr Widerstand gegen Hass und Hetze in jedweder Ausprägung sowie ein „Ja“ zur Verfassung und zum Sozialstaat. „Mein Wunsch ist ein gemeinsamer Appell für mehr Solidarität in der Gesellschaft.“
Herausforderungen warten
Den Abschluss machte der 33-jährige neue Leiter der PI Furth im Wald. „Ich bin nach zwei Monaten Dienstzeit langsam in Furth im Wald angekommen.“ Philipp Rammrath ist davon überzeugt, dass in Zukunft Herausforderungen zu erwarten sind, auch wenn man nicht genau wisse, welche das sein werden. Auch wenn er wisse, dass die Amtszeit begrenzt sei, so wolle er die Aufgabe doch mit Enthusiasmus und Humor angehen. Er stehe für Offenheit und gegenseitige Unterstützung in einem starken Team, das eine Einheit bildet.




