18 Wehren kämpften gegen Flammen – trotzdem ist Schaden für Burglengenfelder Familie groß

Von Josef Schaller · 27. November 2024 um 16:40

Dass im Burglengenfelder Ortsteil Machtlwies ein Großfeuer wütete, war am späten Dienstagabend schon von Weitem zu sehen: Der Nachthimmel leuchtete rot, ungezählte Einsatzfahrzeuge sorgten für ein blaues Lichtermeer. Am Morgen danach ist die Lage völlig anders.

Der MZ-Reporter musste sich schon bis auf wenige Meter der Brandstelle nähern, um im dichten Nebel zu erkennen, welchen Schaden das Feuer auf dem Hof der betroffenen Familie angerichtet hat.

Ein verkohltes Holzgerüst und zahlreiche ausgebrannte landwirtschaftliche Maschinen skizzieren auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern das ganze Bild der Verwüstung. Auch ein vor den Scheunen geparktes Auto (Rover) ist ausgebrannt. Die Polizei spricht nach ersten Schätzungen von einem Schaden im „mittleren sechsstelligen Bereich“. Personen oder Tiere wurden nicht verletzt.

320 Einsatzkräfte von 18 Feuerwehren aus den Landkreisen Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Regensburg sowie 20 Helfer vom Technischen Hilfswerk Schwandorf rückten an, um Schlimmeres zu verhindern. Auch die BRK-Bereitschaft war mit 30 Kräften vor Ort. Fünf Mitglieder des Rettungsdienstes kümmerten sich um die Betreuung der betroffenen Familie.

Blick über verkohlte Überreste

Die Betreiber und Eigentümer des Anwesen tun sich auch am Tag danach schwer, das Geschehene in Worte zu fassen. Sie stehen im Hof und lassen ihre leeren Blicke über die verkohlten Überreste schweifen, so als hätten sie noch gar nicht realisiert, was die Nacht davor passiert war.

Nach einigen Minuten beginnt die 63-jährige Eigentümerin dann doch zu erzählen: Zum Zeitpunkt des Brandes sei sie nichts ahnend in ihrem Wohnzimmer gesessen. Ihr Kind habe sie per Telefon informiert. Er habe die Nachricht vom Unglück bei einer Versammlung in Schmidmühlen erfahren. Sie sei sofort zum Fenster gelaufen und habe das Flammenmeer entdeckt.

Als sie die Notrufnummer 112 wählte, war der Einsatz bereits im Gange. Ein Jäger hatte auf seiner Wärmebildkamera eine verdächtige Wärmequelle erkannt und wenige Minuten vorher bereits einen Notruf abgesetzt.

In kürzester Zeit ging vieles verloren

„Vieles, was ich und mein Mann durch harte Arbeit aufgebaut haben und den Kindern weitergeben wollten, lag von jetzt auf gleich in Asche“, so die Landwirtin. „Wir haben sofort gesehen, dass wir nichts mehr retten können.“ Auch das vor der Scheune geparkte Auto sei zerstört. Wegen der Hitze und des Benzintanks wäre es zu gefährlich gewesen, sich ihm zu nähern, um es aus dem Gefahrenbereich zu rangieren.

In so einer Situation habe ein Auto aber keinen Wert, sagt sie. Da sei anderes wichtiger. Damit meinte sie wohl zwei Pferde, die sie und ihr Mann in letzter Minute aus einem gemauerten Unterbau neben der Scheune in Sicherheit bringen konnten. Die Tiere gehören den beiden Kindern und sind bereits 20 Jahre am Hof. Die Landwirtin möchte sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn das Feuer auf den angrenzenden Stall, in dem knapp 100 Rinder untergebracht sind, übergegriffen hätte. Das zu verhindern, sei erste Priorität beim Brandeinsatz gewesen, erklärte Einsatzleiter Marco Kellner, Kommandant der Feuerwehr aus Dietldorf. „Tierleben geht in so einem Fall vor.“

Keine Gefahr für Nachbaranwesen

Während Kreisbrandrat (KBR) Christian Demleitner den Einsatz koordinierte und die nachalarmierten Einsatzkräfte einwies, kümmerte sich Kellner um die Einteilung der Einsatzabschnitte und diente den Abschnittsleitern als Ansprechpartner. Die Gefahr eines Übergreifens auf Gebäude des Nachbargrundstücks habe nicht bestanden, so der Einsatzleiter weiter. Vorsorglich habe man jedoch eine „Riegelstellung“ aufgebaut.

Gegen 2 Uhr war der Kampf gegen das Feuer endgültig gewonnen. Der Großteil der Einsatzkräfte rückte ab. Lediglich acht Uniformierte blieben zur Brandwache bis in den frühen Morgen am Einsatzort zurück.

Löschwasser aus Hydranten, Zisterne und Fahrzeugen

Die Löschwasserversorgung war laut Kreisbrandrat Demleitner aus dem öffentlichen Netz vor Ort mittels zweier Oberflurhydranten sowie aus einer 20 000 Liter fassenden Zisterne nahe des Brandobjekts gewährleistet. Außerdem standen zahlreiche wasserführende Einsatzfahrzeuge sowie zwei Abrollbehälter mit einem Fassungsvermögen von je 9000 Litern vor Ort bereit. „Das Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte hat hervorragend funktioniert“, so das Fazit des KBR. Dadurch sei es gelungen, noch größeren Schaden zu verhindern.

Aufgabe der Polizei sei es jetzt, herauszufinden, wie es zu dem Brand gekommen sei, so der Vizechef der PI Burglengenfeld, Florian Beck. Hierfür will er sich spezialisierte Brandermittler der KPI Amberg und einen Gutachter dazuholen. Vorher müsse allerdings die Brandstelle einige Tage auskühlen.

Der Eigentümerin ist es, wie sie in diesem Zusammenhang betonte, ein Herzensanliegen, sich ausdrücklich bei allen Einsatzkräften für ihr schnelles, aber auch umsichtiges Handeln zu bedanken.

Die Drehleiter im Einsatz: Sie war bei der Brandlöschung wieder eine große Hilfe. Foto: Josef Schaller
Zwei Pferde konnten im letzten Augenblick vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden. Foto: Josef Schaller