Caterpillar-Tochter bringt 120 Jobs mit – Baumaschinenhersteller will von Wackersdorf nach Schwandorf umsiedeln

Die Firma EDC European Excavator Design Center GmbH (EDC), eine Tochter des namhaften Baumaschinenherstellers Caterpillar, will sich im Schwandorfer Süden ansiedeln. Bei Klardorf will die Firma, die aktuell noch in Wackersdorf ansässig ist, 120 Arbeitsplätze schaffen.
Seit 1997 entwickelt, konstruiert, testet und erprobt EDC im ehemaligen WAA-Gelände in Wackersdorf Mobilbagger. Doch damit soll bald Schluss sein. Denn die Baumaschinen brauchen mehr Platz.
In der Sitzung des Schwandorfer Planungs- und Umweltausschusses am Montag im Sitzungssaal des Rathauses stellten Stefan Ortloff, Geschäftsführer der EDC GmbH, und Sven Voss, technischer Leiter, das Bauvorhaben vor. Bei der Suche nach einem neuen Standort ist ihre Wahl auf die ehemalige Tongrube in Klardorf gefallen.
Die Firma hatte sich zuvor in den Landkreisen Schwandorf, Amberg und Regensburg umgesehen. Wie Ortloff berichtete, habe sich dabei der Standort in Klardorf als Optimallösung entpuppt. „Durch die Nähe zur Autobahn besteht eine hervorragende Verkehrsanbindung“, führte Ortloff weiter aus.
Geplant für das Areal sei der Neubau von einem Bürogebäude für 120 Mitarbeiter. Ferner sollen eine Werkstatthalle, ein Lager sowie eine Teststrecke für die Mobilbagger entstehen. Vor allem das Testgelände werde den größten Platz einnehmen. „In Wackersdorf sind wir im Platz limitiert. Wir haben nach einem Testgelände gesucht, damit wir nicht mehr auf die Straßen ausweichen müssen“, erklärte der Geschäftsführer.
Kein Nachtbetrieb
Auf rund 8,84 Hektar sollen künftig die Prototypen der Baumaschinen getestet werden. Ein Baggerplatz, ein Rundkurs sowie ein Wende- und Bremsplatz sind dafür vorgesehen. Realistisch sei laut Ortloff, dass von Montag bis Freitag zwischen 7 und 19 Uhr der Hauptbetrieb stattfinde. Nachts werde nicht gearbeitet.
Derzeit wird die ehemalige Tongrube von den Bayerischen Staatsforsten als Nassholz- und Hackschnitzellager verwendet. Hinzu kommt, dass die Flurstücke 868 und 871 der Gemarkung Klardorf weder in einem Geltungsbereich eines rechtsverbindlichen Bebauungsplans noch im Innenbereich liegen und dem Außenbereich zugeordnet werden müssen. Daher wird mit der Aufstellung eines Bebauungsplans und der voraussichtlichen Ausweisung einer Gewerbefläche auch die Änderung des Flächennutzungsplans notwendig. Damit diese Verfahren eingeleitet werden können, mussten die Ausschussmitglieder erst ihre Zustimmung geben.
CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer signalisierte stellvertretend für seine Partei Zustimmung: „Eine Firma wie Caterpillar würde unserer Stadt gut zu Gesicht stehen.“ Vor allem begrüßte er die sinnvolle Nachnutzung der ehemaligen Tongrube sowie die neuen Arbeitsplätze. Manfred Schüller, Ausschusssprecher für die SPD, schloss sich Wopperer an. Dennoch wollte er wissen, wie hoch das Investitionsvolumen sein werde, wie viel Wald für das Vorhaben auf dem Gelände gerodet werden müsste, ob es Erweiterungen in der Zukunft geben könnte und wie hoch der Lärm sein werde. Zu den ersten drei Fragen konnte Ortloff ad hoc noch keine Antwort liefern. „Das wird das Genehmigungsverfahren des Bauplans dann ergeben“, erläuterte er.
Hinsichtlich der Lautstärke, erklärte Sven Voss, dass der Lärm der Maschinen im Testbetrieb wegen der geringen Drehzahlen des Motors bei maximal 85 Dezibel liegen werde. Die Lautstärke eines startenden Flugzeugs liegt zum Vergleich zwischen 110 und 140 Dezibel.
Nur wenig Verkehr erwartet
Des Weiteren gebe es laut dem technischen Leiter auch Ruhephasen. Die Maschinen würden nicht permanent betrieben werden. Auch hinsichtlich des Verkehrs zum Gelände hin, sei nicht mit einer großen Lärmbelästigung zu rechnen. Voss erinnerte daran, dass es sich in ihrem Fall nicht um eine Produktion handle und somit der Lieferverkehr von Bauteilen für die Prototypen minimal sei.
Die Ausschussmitglieder stimmten dem Vorhaben der Tochterfirma von Caterpillar einstimmig zu. Somit kann ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden.
Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter (CSU) äußerte sich indes zur Entwicklung wenig überrascht. Wie Falter im Gespräch mit der MZ berichtete, sei Caterpillar schon vor sechs Jahren an seine Gemeinde wegen eines Testgeländes herangetreten. „Wir haben dann alle Bergbaumöglichkeiten in der Gemeinde geprüft. Aber da darf nicht mehr gegraben werden, weil es aufgefülltes Land ist“, erklärte der Rathauschef. „Kurzum: Wir haben keine Tongrube, wo tief gegraben werden kann.“
Falter betonte mehrmals, dass der Austausch zwischen ihm und Stefan Ortloff immer transparent und offen gewesen sei. Wackersdorf sei mit einer Übergangsmöglichkeit, eine Straße zur Verfügung zu stellen, der Firma entgegen gekommen. „Wir hätten die Firma gerne behalten, aber wir haben nicht die Fläche, die sie braucht“, sagte der Rathauschef.
Die Suche nach einer Nachfolgenutzung für die Flächen von EDC im Industriegebiet laufe schon. Es sei aber noch Zeit. Falter schätzt, dass die Caterpillar-Tochter noch zwei Jahre in der Gemeinde verbleibe. In der Beschlussvorlage geht Ortloff auch davon aus, dass mit mehreren Jahren Bautätigkeit zu rechnen sei.