Darum kippt die Stadt den Schwandorfer Dreikönigs- und Fronleichnamsmarkt

Die Stadt Schwandorf streicht zwei von fünf Märkten aus dem Veranstaltungskalender – den am Dreikönigsfest und den Markt an Fronleichnam. Zu überschaubar war in den vergangenen Jahren die Resonanz bei Besuchern und Fieranten.
Dominik Fischer, Sachgebietsleiter Ordnungswesen bei der Stadt, präsentierte bei der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag ernüchternde Zahlen. Nach seinen Angaben boten bei den Dreikönigsmärkten in den vergangenen Jahren gerade mal eine Handvoll Fieranten ihre Waren an. 2021 und 2022 musste die Veranstaltung wegen Corona ohnehin abgesagt werden.
Beim Fronleichnamsmarkt waren in den vergangenen Jahren gleich gar keine Anbieter präsent. Beide Märkte auf dem Schwandorfer Marktplatz sind nicht mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden. Fischer schlug dem Gremium deshalb vor, ab dem kommenden Jahr ganz auf den Dreikönigs- und den Fronleichnamsmarkt zu verzichten.
Das legen nach seinen Worten schon die gesetzlichen Vorschriften nahe, denn für einen Jahrmarkt müssen mindestens zwölf gewerbliche Anbieter vor Ort sein. Bei beiden Märkten war das zuletzt im Jahr 2018 der Fall. Dazu kommt laut Fischer der Aufwand für die Verwaltung. Denn Anmeldungen für die beiden Märkte gebe es durchaus, doch häufig blieben die Fieranten dann ganz spontan einfach fern. So war beim Fronleichnamsmarkt trotz zwölf Zusagen am Ende Fehlanzeige bei den Anbietern. Das Ordnungsamt müsse aber für den jeweiligen Marktsonntag Personal abstellen.
Schwandorfs Oberbürgermeister befürchtet negativen Image-Effekt
Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) sah in diesem Zusammenhang auch einen negativen Image-Effekt. „Die Märkte werden ja auch beworben. Da ist es peinlich für die Stadt, wenn niemand kommt“, so der OB. ÖDP-Stadtrat Alfred Damm befürchtete gar negative Auswirkungen auf die anderen Märkte, die mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden sind. Hier sehen die Zahlen auch deutlich besser aus.
Zum Maimarkt fanden sich heuer 14 Fieranten ein, zum Jakobimarkt zwölf und zum Kirchweihmarkt sogar 23 Anbieter. Der letzte Marktsonntag im Jahr lockte zusammen mit den geöffneten Geschäften zuletzt zahlreiche Familien in die Schwandorfer Innenstadt, und auch die Stände am Marktplatz waren gut besucht.
Am Ende beschloss der Hauptausschuss einstimmig, den Dreikönigs- und Fronleichnamsmarkt ab dem kommenden Jahr ersatzlos zu streichen. Die Kirche begrüßt es ausdrücklich, wenn es künftig weniger Märkte am Sonntag gibt. Es sei positiv, wenn die Sonntagsruhe wieder mehr wahrgenommen werde, habe Pfarrer Christian Kalis in einem Telefonat betont, berichtete Fischer.