In Neukirchen-Balbini eröffnet ein Kräuterladen samt Heilpraktikerpraxis

In Zeiten, in denen andere ihre Läden schließen, wagt Stefanie Götz den Sprung in die Selbstständigkeit. Nun eröffnet sie ihr eigenes Geschäft und eine Heilpraktikerpraxis. In Neukirchen-Balbini (Landkreis Schwandorf) wohlgemerkt – dort, wo die gebürtige Nittenauerin seit 23 Jahren zuhause ist. Für den Markt ist es ein Ereignis, da ein Haus mit Leben erfüllt wird, das lange leer stand.
Das Konzept ist nicht alltäglich: Auf der einen Seite bietet sie in ihrem Laden mit dem Namen „Natürlich Steffi“ verschiedene Kräuterprodukte wie Salz und Tee, Kräuterkissen, Gewürze, Honig und Leinöle an. Auf der anderen Seite beschäftigt sie sich in der Heilpraktikerpraxis mit Heilpflanzen und gesunder Ernährung.
Im Garten fündig werden: Auch die Brennnessel ist ein Heilkraut
Götz möchte die Menschen dafür sensibilisieren, Heilmittel im Garten zu finden. Auch eine Brennnessel könne dazu beitragen, dass man gesund wird, erklärt sie.
Mit Kräutern beschäftigt sie sich schon seit einigen Jahren, veranstaltet Kräuterführungen, hält Vorträge und bietet Kräuterprodukte an. Letzteres aber bisher nur im eigenen Wohnhaus – und neben ihrem eigentlichen Beruf als Medizinisch-Technische Assistentin (MTA) an der Uniklinik Regensburg.
Die medizinische Seite will sie nun mit den Kräutern verbinden. Deshalb hat sie ihren Job in Regensburg nach 22 Jahren gekündigt, eine Heilpraktikerausbildung im April abgeschlossen und startet nun mit eigener Praxis und eigenem Laden durch. Viele Kunden hätten sie in diesem Schritt bestärkt. Durch das gute Feedback stand für sie fest: „Du kannst dir diesen Schritt zutrauen“. Zudem würden eine ganze Reihe ihrer Kunden direkt aus Neukirchen-Balbini kommen, so Götz.
Stefanie Götz wollte nicht mehr nach Regensburg pendeln
Es hätte auch in Regensburg Möglichkeiten gegeben, etwas Eigenes zu starten, sagt sie. Aber sie wollte nicht mehr so lange zwischen Neukirchen-Balbini und der Domstadt pendeln. Also entschied sich Stefanie Götz, etwas Passendes vor Ort zu suchen. Gefunden hat sie es in der ehemaligen Sparkasse. Nachdem das Bankinstitut ausgezogen war, erwarb die Marktgemeinde das Gebäude Hauptstraße 27. Bis heute steht dort noch ein Geldautomat. Der verbleibt auch nach der Praxis- und Ladeneröffnung im Gebäude, wurde jetzt aber im Eingangsbereich aufgestellt.
Die Räumlichkeiten seien von der Größe – rund 70 Quadratmeter – ideal und zudem gebe es einen barrierefreien Zugang, begründet Götz ihre Entscheidung für den Standort. Ein anderes Gebäude, das sie ebenfalls im Auge hatte, sei nicht barrierefrei gewesen und schied aus diesem Grund aus, erzählt die Kräuterpädagogin.
Gebäude wurde ans örtliche Fernwärmenetz angeschlossen
Die frühere Sparkassen-Filiale wurde inzwischen an das örtliche Fernwärmenetz angebunden. Auch im Gebäude hat sich eine Menge getan – vom neuen Fußboden bis zu einer anderen Raumaufteilung, um beispielsweise ein Wartezimmer und eine zweite Toilette zu schaffen. Die Kosten für den Umbau haben sich Stefanie Götz und der Markt geteilt.
Nun ist alles fertig – und sie kann starten. Der Herbst sei ideal für eine Neuausrichtung, findet die Heilpraktikerin. Zur Eröffnung der Praxis und des Ladens am Donnerstagabend kamen auch Bürgermeister Markus Dauch und Pfarrer Theo Schmucker vorbei. Gleich am Freitag und Samstag hatte sie zum Tag der offenen Tür eingeladen. Die Besucher konnten sich in ihrem kleinen Geschäft und in der Praxis umschauen. Ganz offiziell soll der Praxisbetrieb im Januar starten. Aber schon im Dezember wird sie sich um einige Patienten kümmern, erzählt sie.
Der Verkauf im Laden beginnt ab sofort. Allerdings ist er immer nur freitags geöffnet. Daneben können die Kunden ihre Produkte aber auch im Online-Shop kaufen, den Stefanie Götz bereits im September 2023 eingerichtet hat.
Fokus liegt am Freitag auf Laden
Auch künftig soll der Fokus an den Freitagen auf dem Laden liegen, während sich Stefanie Götz montags bis donnerstags um die Praxis kümmern will. Später könnte Beides auch parallel laufen, aber vorerst will sie Laden und Praxis zeitlich voneinander trennen. „Ich versuche, langsam reinzuwachsen.“
Daneben will Stefanie Götz auch ein jährliches Gesundheitsforum im Markt etablieren. Die erste Auflage hatte sie heuer im Schießl-Hof organisiert – und damit offenbar den Nerv der Menschen getroffen. Denn die Plätze im Gewölbesaal waren komplett ausgebucht.
