Sigrid Frei war das Gesicht des Tourismusbüros in Waldmünchen

Bei der Verabschiedung von Sigrid Frei in den Ruhestand floss durchaus das eine oder andere Tränchen. Die sympathische Frau war für viele Touristen und Einheimische das Gesicht des Tourismusbüros, obwohl sie nie deren Leiterin war. Allerdings war es oft Frei, die mit ihrem Wissen als einheimische Waldmünchnerin bei verzwickten Fragen weiterhelfen konnte.
Frei erzählt, dass es dabei nicht nur um die Suche nach der passenden Ferienunterkunft ging. Besonders gern erinnert sie sich an einen Fall vor rund zwei Jahren. Da sei ein Ehepaar in die Touristinfo gekommen und habe nach einer Person mit dem Namen Hans Huber (Name verfremdet) gefragt, der in Tiefenbach wohnen sollte. Sonst wisse man nur noch den Geburtsjahrgang 1945. Ob man nicht bei der Suche nach der Person helfen könne? Sigrid Frei konnte. Einen Mann entsprechenden Namens kenne sie in Tiefenbach zwar nicht, aber es gebe jemand dieses Namens und dieses Alters in einem anderen Ort. Und so klärte Frei ein lange ungeklärtes Flüchtlingsschicksal und führte zwei alte Freuende wieder zusammen.
Sie war keine Unbekannte
Ähnlich kreativ war sie bei den Anfragen von Wanderern für den Goldsteig und den Nurtschweg sowie bei den Radlpauschalen. Sie alle wurden unter ihrer Betreuung umgesetzt. Ins Tourismusbüro geholt wurde Frei 1994 von Bürgermeister Franz Löffler. Weil in dieser Zeit auch Josef Ratzinger, der spätere Papst, in Waldmünchen Urlaub machte, sagt Frei schmunzelnd: „Ich bin mit dem Papst gekommen!“ Doch schon zuvor war Frei in Waldmünchen keine Unbekannte. Sie betreute elf Jahre lang die Kasse des Hallenbades in Waldmünchen. Auch sonst ist sie vielen Waldmünchnern durch ihren Einsatz bei der TV-Gymnastik, den Schwimmkursen und durch ihre Arbeit beim Trenck-verein bekannt. Jetzt verlässt sie mit etwas über 64 Jahren ihren Arbeitsplatz in der Touristinfo und sagt: „Es hat immer Spaß gemacht, es war immer schön!“
„Eine liebgewonnene Kollegin“ müsse man in den Ruhestand verabschieden, sagte Bürgermeister Markus Ackermann bei der offiziellen Feierstunde am Freitagmittag. Um Frei versammelt war im Sitzungssaal des Rathauses die gesamte Verwaltung.
Echtes Waldmünchner Kindl
Beim Verlesen des Lebenslaufes von Frei erinnerte Ackermann daran, dass sie ein „echtes Waldmünchner Kindl“ sei. Nach der Berufsfachschule in Oberviechtach habe sie nach zwei anderen beruflichen Stationen 1994 ihre Arbeit im AquaFit aufgenommen. Sie sei „eine Säule im AquaFit“ gewesen, sagte Ackermann und für die Gäste „eine offene und freundliche Ansprechpartnerin“. 2005 sei sie dann in die Touristinfo gewechselt, wo ihre Kenntnisse „in und um Waldmünchen“ sehr wichtig waren. Frei sei eine „wandelnde Infobörse“ gewesen, die „immer freundlich und sympathisch“ Auskunft gegeben habe. Sie habe viele Chefs in unterschiedlichsten Situationen erlebt, dabei aber immer die touristische Beratung im Blick gehabt.
Dass sie gehe, sei „ein Verlust“, sagte Ackermann. Er hoffe, dass sie weiterhin telefonisch erreichbar bleibe, wenn man eine Information brauche.
In gereimter Form verabschiedeten sich auch ihre vier Kolleginnen aus der Touristinfo und dem Kulturbüro. Seit 20 Jahren habe Frei das Touristbüro mitaufgebaut und mit ihrem Lächeln auf den Messen die Gäste nach Waldmünchen gebracht. Thomas Vogl wünschte der „Identifikationsfigur im Tourimus von Waldmünchen“ im Namen des Personalrates ebenfalls alles Gute.
Nachdem Frei noch auf die anstehende Brotzeit hinwies, wurde mit einem Glas Sekt angestoßen.