Richtfest für den 8,6-Millionen-Bau der Polizeihundeschule in Waldmünchen

8,6 Millionen Euro kostet der Anbau eines Lehrsaal-, Sport- und Garagengebäudes an die Diensthundeschule in Herzog- au bei Waldmünchen. Am Donnerstag war Richtfest für das erst im Frühjahr begonnene Bauprojekt. Prominentester Gast der Feierlichkeiten war Bayerns Bauminister Christian Bernreiter. Neben dem Minister begrüßte der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Karl Stock, zahlreiche Ehrengäste, darunter Politiker, Polizisten und Bauleute.
In seiner Rede ging der Minister darauf ein, dass der Neubau den Standort der Diensthundeschule „vervollständige“. „Diese Investition stärkt die Polizei“, sagte Bernreiter. Gleichzeitig setze der Freistaat sein Versprechen der Behördenverlagerung in ländliche Regionen durch solche Projekte wie in Herzogau um.
Danach ging der Minister kurz auf den Bau selbst ein. Der sei gut in den Altbau integriert und verbrauche nicht mehr Fläche als die vorher bestehende Garage. Die Fahrzeuge seien jetzt im Untergeschoss untergebracht, während es im Obergeschoss einen Hörsaal und Sportmöglichkeiten mit einer Sauna gebe. „Die Polizisten sollen sich hier wohlfühlen“, sagte der Bauminister. Zur Nachhaltigkeit des Gebäudes trügen die Begrünung des Flachdaches, eine PV-Anlage und die Pelletheizung bei. Fertiggestellt werde das Gebäude Ende 2025, und die Übergabe erfolge 2026.
Datenträger und Geldschein
Der Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Michael Dibowski, stellte an den Anfang seiner Rede eine Frage. Er wollte wissen, was ein Geldschein und ein Datenträger miteinander gemeinsam haben. Und er gab sich auch gleich selbst die Antwort: einen Geruch. Und den könnten die Hunde mit ihrem Geruchssinn unterscheiden und könnten so Geld und Datenträger finden, was bei Ermittlungen im Bereich der Organisierten Kriminalität und im Bereich der Kinderpornographie helfe.
75 Seminare mit 850 Teilnehmern gebe es in der Hundesschule jährlich. Allein bis zu zwölf Wochen dauere die Ausbildung von Diensthunden und Hundeführern zur Personen-, Sprengstoff-, Drogen- und Datenträgersuche. Dafür gelte es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Polizeipräsident sagte: „In Bayern leben, heißt sicher leben!“ Die Hunde und ihre Führer würden dabei helfen, dass Bayern seinen „Spitzenplatz bei der Inneren Sicherheit ausbauen“ könne.
Vor dem Hintergrund des Näherrückens von Kriegen und der America-First-Bewegung sei Sicherheit für die Bevölkerung wieder ein wichtiges Thema geworden, sagte Landrat Franz Löffler in seinem Grußwort. Staatliche Sicherheitseinrichtungen wie die Polizeihundeschule machten dabei einen „hervorragenden Job“. Wichtig sei, dass die Politik dabei den Sicherheitsorganen wie Polizei, aber auch Notarzt und BRK den Rücken stärke, wenn sie bei ihren Einsätzen auf Widerstand stießen. Dass der Staat das tue, sehe man im Landkreis an vielen Stellen. „Herzogau ist ein gutes Beispiel.“ Der Erfolg der Hundeschule sei auch ein Miteinander. Die Menschen der Region unterstützten die Arbeit der Hundeschule, das sehe man an den rund 100 Objekten, in denen die Polizisten mit ihren Hunden trainierten. Die Hundeschule sei „gute Sicherheitsarchitektur in so bewegten Zeiten“.
Nach den Reden ging es ins Freie vor die Hundeschule. Hier erbat Pfarrer Albert Hölzl den Segen für das neue Gebäude und die darin und daran arbeitenden Menschen, bevor Christian Stelzer von der Baufirma Michael Dankerl den Richtspruch sagte.
Großes Panoramafenster
Anschließend besichtigten die Gäste den Rohbau und ganz besonders den Hörsaal, dessen Panoramafenster eine großartige Aussicht auf die Berge des Oberpfälzer Waldes bietet.


