Biogaser in Waldmünchen sehen sich bei neuer Förderung kurz vor dem Ziel gebremst

„Wir brauchen dringend eine Lösung“, sagt Markus Bäuml. Er ist Regionalreferent des Fachverbandes Biogas. Eigentlich sei Biogas genau das, was die erneuerbaren Energien bräuchten. Wenn die Sonne nicht scheine und der Wind nicht wehe, dann könnten die Biogaser die Energie liefern, die nötig sei, um Dunkelflauten zu überbrücken.
Doch die Biogasanlagen seien in die Jahre gekommen. Viele bräuchten nach 20 Jahren Laufzeit Anschlussausschreibungen, um wieder an sichere und marktunabhängige Stromtarife zu kommen. Zusätzlich, so Bäuml, müssten die Leistungsdaten nach oben korrigiert werden. Denn die Biogasanlagen würden zur Spitzenlastabdeckung gebraucht, und nicht zum Dauerbetrieb.
Kurz vor dem Ziel der Wünsche ausgebremst
Zusammen mit der Ampel glaubten die Anlagenbetreiber schon durch ein Biogaspaket am Ziel der Wünsche zu sein. Doch jetzt sei die Ampel zerbrochen, sagte Bäuml. Das neue Gesetz und die Fortschreibung der EEG-Förderung brauche man aber trotzdem. Deswegen hatte Bäuml Marianne Schieder zu einem Gespräch nach Schäferei geladen.
Hier steht die Biogasanlage von Josef Haller, der einer der Pioniere in der Branche ist. Insgesamt sechs Landwirte versorgen hier das Dorf seit 19 Jahren mit Erneuerbaren Energien. Haller machte deutlich, dass das von Bäuml geschilderte Problem für seine Anlage nicht gelte. Seine Anlage werde für weitere zehn Jahre gefördert. Haller machte klar, dass die Biogasanlage seit 18 Jahren 90 Prozent der Menschen in Schäferei und Kümmersmühle sicher mit Energie versorgt.
Neues Ziel von Haller ist es jetzt, nicht nur Strom aus Biogas zu liefern, wenn Sonne und Wind sie nicht liefern. Er will zudem den Überstrom nutzen, den PV-Anlagen und Windkraft bei Sonnenschein und Wind liefern. Dazu braucht es Speichertechnologien. Batterien allein könnten dies nicht, argumentiert Haller. Deswegen stehe in Schäferei eine Pilotanlage der Firma Reverion. Dies sei ein Speicherkraftwerk auf Basis einer Brennstoffzelle. Mit ihr könne aus Strom Wasserstoff oder Methan erzeugt werden, das wiederum als Treibstoff oder zur erneuten Stromerzeugung dienen könne. Doch ohne sichere Vorgaben aus der Bundespolitik ließen sich solche Investitionen in die Zukunft nicht fortsetzen, weil sie nicht mehr planbar seien, argumentierte Haller.
Erneuerbare Energien helfen den Landwirten
Die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder machte deutlich, dass man auf Erneuerbare Energien setzen müsse, weil die Kernenergie keine Zukunftstechnologie und vergeudete Investition sei. Zudem begebe man sich mit der Kernenergie nur in neue Abhängigkeiten. Das größte Problem der Erneuerbaren Energien sei tatsächlich die Speicherung.
Die Erneuerbaren nützten auch dem ländlichen Raum. Viele Landwirte profitierten von Photovoltaik. Große Gaswerke für die Überbrückung der Dunkelflauten, seien auch keine Lösung. Zudem seien sie reine Investitionsprojekte von Investmentgesellschaften.