In der Fürst-Anselm-Allee geht jetzt bald das Licht an – und Kameras zeichnen auf

Von Jürgen Scharf · 20. November 2024 um 17:02

36 Lampen und sechs Überwachungskameras sollen die Fürst-Anselm-Allee in Regensburg sicherer machen. Und in wenigen Tagen werden sie auch ihren Betrieb aufnehmen. Der seit Mitte September laufende Aufbau soll nach Angaben der Stadt bis Ende des Monats abgeschlossen sein.

Die Polizei hatte im Umfeld des Regensburger Hauptbahnhofs nach eigenen Angaben in der jüngeren Vergangenheit eine signifikant gestiegene Kriminalitätsrate registriert. Vertreter von Bundes- und Landespolizei, Justiz, Regierung der Oberpfalz und Stadt Regensburg kamen in einer Arbeitsgruppe zu dem Schluss, dass Lampen und Überwachungskameras dazu beitragen könnten, die Situation zu verbessern.

Brennkalender gibt Zeit vor

Für die Videoüberwachung ist die Polizei zuständig, für die Ausleuchtung die Stadt. Die Gesamtkosten, die im Sommer auf etwa 400 000 Euro angesetzt wurden, werden aufgeteilt. Seit einigen Wochen läuft jetzt im Bereich der Fürst-Anselm-Allee bereits die Installation. Etliche Mastleuchten und Überwachungskameras sind bereits aufgestellt. Juliane von Roenne-Styra, Sprecherin der Stadt, teilt mit, dass voraussichtlich Ende November alles abgeschlossen sein soll. Die neue Beleuchtung werde dann wie die sonstige Straßenbeleuchtung geregelt: „Sie wird nach dem astronomischen Brennkalender geschaltet“, sagt von Roenne-Styra. Das heißt, dass der Einschaltzeitpunkt zehn Minuten nach Sonnenuntergang und der Ausschaltzeitpunkt zehn Minuten vor Sonnenaufgang ist. Ob der im Vorfeld angesetzt Kostenrahmen eingehalten wird, könne allerdings erst nach der Abschlussrechnung endgültig gesagt werden.

Videoüberwachungskameras bis Ende des Jahres

Für die Beleuchtung war auch eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung durch die Regierung der Oberpfalz nötig, da in der Fürst-Anselm-Allee lebende Fledermäuse dadurch gestört werden könnten.

Wie die Polizei mitteilt, sollen die Videoüberwachungskameras auch noch bis Ende des Jahres in Betrieb genommen werden. Die Aufnahmen der Kameras werden Polizeisprecher Michael Zaschka zufolge dann live in die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz und zur örtlich zuständigen Polizeiinspektion Regensburg Süd übertragen. Neben dem sogenannten Live-Monitoring des Areals könnten die Aufnahmen auch nachträglich zu Zwecken der Strafverfolgung genutzt werden. Hierfür würden sie allerdings maximal 14 Tage gespeichert und danach gelöscht werden.

Ob es zusätzlich zu der neuen Videoüberwachung noch weitere infrastrukturelle Maßnahmen zur Unterstützung der Arbeit der Polizei geben wird, steht Zaschka zufolge noch nicht fest. Derzeit werde hier ein Aktionskonzept für die Sicherheit in Bahnhöfen und in deren Umfeld erarbeitet. „Die Inhalte mit verschiedenen Maßnahmen befinden sich derzeit in der Entwicklung“, sagt Zaschka.

„Oberste Priorität“

Die gestiegene Kriminalitätsrate im Bereich des Hauptbahnhofs hatte einst für eine hitzige öffentliche Diskussion gesorgt. Als der Stadtrat im Sommer die Installation der Lampen und Kameras beschloss, wurde festgelegt, dass die Umsetzung „oberste Priorität“ habe und sobald wie möglich erfolgen soll. Vergabe und Finanzierung seien durch die Ämter „priorisiert zu bearbeiten“, hieß es. Mit dem Abschluss der Installation bis Ende November scheint dieser Forderung nachgekommen worden zu sein.