Rossmarkt in Berching: Hubert Aiwanger als Hauptredner ist aktuell utopisch

Von Bernhard Neumayer · 19. November 2024 um 17:00

Die Freien Wähler Berching fordern nach jahrzehntelanger CSU-Dominanz auf dem Rossmarkt, dass ein Politiker der Freien Wähler als Hauptredner zum Zug kommt. Das ist zwar verständlich, aber derzeit nicht denkbar, kommentiert MZ-Redakteur Bernhard Neumayer.

Es muss den Vertretern der Freien Wähler klar sein, dass die Aussichten auf Erfolg für sie sehr gering sind – solange die Stadt Berching von einem CSU-Politiker geführt wird.

Dass Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich einen Sprecher der eigenen Partei einlädt, ist nachvollziehbar. Wie würde es denn in den Reihen der Christsozialen ankommen, wenn der CSU-Bürgermeister auf der Bühne plötzlich einen Hauptredner der Freien Wähler präsentiert? Diese Vorstellung ist utopisch – erst recht, wenn Wahlkampf herrscht. Zweieinhalb Wochen nach dem Rossmarkt findet im nächsten Jahr die Bundestagswahl statt. 2026 stehen Kommunalwahlen an. Da lässt es sich Markus Söder nicht nehmen, sich im kommenden Jahr auf dem größten Wintervolksfest Bayerns zu inszenieren.

Dass der Organisator des Rossmarktes in der Stadtverwaltung und der Bürgermeister allerdings konträre Aussagen darüber treffen, wie und wer eingeladen wird, hat einen faden Beigeschmack. Die Behauptung, dass Eisenreich darauf keinen Einfluss hätte, wird ihm nicht jeder abkaufen. Natürlich kann der Berchinger Bürgermeister nicht über den Terminkalender des Ministerpräsidenten bestimmen. Aber der Draht zu Söder ist über Albert Füracker gewiss nicht der schlechteste.

Söder hin oder her: Am Ende entscheidet ohnehin jeder Rossmarkt-Besucher, ob er der politischen Kundgebung lauscht – oder sich lieber in den vollen Wirtshäusern vergnügt.