Viele Chamer zieht es im Winter in den Süden – Fernziele sind besonders beliebt

Von Kilian Graef · 19. November 2024 um 19:00

In Neuseelands HauptstadtWellington beginnt der Sommer im Dezember – das nutzen einige Chamer trotz des etwa eintägigen Fluges aus. Foto: Klüwer

Wenn die Tage kürzer werden, die Sonne selten – dann aber nur halbherzig scheint und die Temperaturen für gefrorene Finger und große Lust auf heißen Glühwein sorgen, wächst bei vielen der Drang zu reisen. Die Chamer zieht es in den Süden. Thailand, Neuseeland, Ägypten, Madeira und Mexiko sind besonders beliebte Urlaubsziele.

„Es ist so, dass im Winter aufgrund des Wetters die Masse dahin fliegt, wo die Sonne scheint“, sagt Thomas Gruber, Inhaber des TUI Reisecenters in Cham. Die Wintersaison sei besonders beliebt für Fernreisen.

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Denn in den näher gelegenen Urlaubsregionen ist es zwar warm, aber nicht warm genug zum Baden. Trotzdem: „Mittelstrecken werden auch gut gebucht“, sagt Gruber. Beispielsweise nach Marokko, auf die Kanarischen Inseln oder auf das portugiesische Madeira. „Das sind dann die Ziele, die man nutzt, um zum Beispiel zu wandern und die Sonne ein bisschen zu genießen.“

Wandermaut auf portugiesischer Insel Madeira

Madeira ist unter Wanderern sogar so beliebt, dass Touristen, um den Erhalt der Wege zu finanzieren, seit Ende Oktober eine Maut für die Nutzung mehrerer beliebter Routen zahlen müssen. Weniger bekannt ist Ägypten als Wanderregion. Auch das nordafrikanische Land ist laut Christine Dirscherl, Leiterin des MD Reisebüros, unter den Chamern sehr beliebt in den Wintermonaten und speziell in den Weihnachtsferien. Mit einem Direktflug braucht man von München in die ägyptische Hauptstadt Kairo knapp vier Stunden. Die Flugdauer mache das Land vor allem bei Familien, die mit kleinen Kindern verreisen, populär. „Es ist ein kurzer Flug und auch relativ günstig“, sagt Dirscherl.

In den Wintermonaten sind die Fernziele besonders beliebt. Vielen Chamern reichen knapp 20 Grad Luft- und etwa 15 Grad Wassertemperatur in näher gelegenen Urlaubsregionen, zum Beispiel am Mittelmeer, nicht.

„Die, die tatsächlich bei richtig warmen Temperaturen baden wollen, müssen länger fliegen“, sagt Thomas Gruber. Er zählt einige Länder auf, die es den Urlaubern aus Cham und dem Landkreis im Winter antun. Mexiko, mehrere Länder in der Karibik, wie die Dominikanische Republik oder Jamaika, Neuseeland und südostasiatische Länder. Zum Beispiel Thailand oder Vietnam. „Aber auch Mauritius und die Malediven werden gut gebucht“, so Gruber.

Aufgrund der langen Flugreise – in Thailands Hauptstadt Bangkok sind es etwa zehn bis 16 Stunden, nach Wellington in Neuseeland mindestens 23 – nehmen sich die meisten Urlauber mindestens zwei Wochen Zeit. Im Zeitraum der Weihnachtsferien kann man sich dieses Jahr mit maximal sieben Urlaubstagen eine zweiwöchige Reise gönnen.

Von Galapagos bis Antarktis

Deutlich mehr Chamer verreisen dadurch allerdings nicht. „Günstig gelegene Feiertage machen nichts aus“, sagt Dirscherl. „Die Leute, die im Winter oder über Weihnachten gerne verreisen, nehmen sich dafür auch Urlaub.“

Zum Beispiel, um auf ecuadorianische Inseln mitten im Pazifischen Ozean zu fliegen. „Das vielleicht Exotischste, was bei uns gebucht wurde, ist eine Reise auf die Galapagos-Inseln“, sagt Dirscherl.

Wobei sie sich mit der Definition einer exotischen Reise schwer tut. „Das ist für jedermann etwas anderes.“ Auch eine Antarktis-Kreuzfahrt habe ein Landkreisbewohner bereits gemacht. Allerdings nicht im Winter. In den kalten Monaten ist die Antarktis den Chamern dann doch zu südlich.

Auch Cham ist ein beliebtes Urlaubsziel

Internationale Besucher: Woher die Touristen kommen, die Cham erleben wollen, hängt laut Katrin Pielmeier, Leiterin der Tourist-Info Cham, stark von der Jahreszeit ab. Insgesamt würden viele Leute aus Süddeutschland und einige aus Nordrhein-Westfalen kommen. Speziell im Herbst finden sich einige Niederländer und Franzosen unter den Besuchern.

Nebensaison: Die meisten Reisenden kommen zwischen Mai und September. „Auch im Winter kommen Touristen, aber es ist nicht vergleichbar mit dem Sommer“, sagt Pielmeier. Viele kommen zum Fahrradfahren in der Natur des Bayerwaldes. Mit der Temperatur nimmt auch die Zahl der Radtouristen ab. Genaue Zahlen sind laut Pielmeier schwer zu erfassen, weil die meisten nur einen oder wenige Tage in Cham verbringen. Speziell im Winter zieht es vermehrt Tagestouristen in die Region. Typische Ziele sind in nächster Zeit die Christkindlmärkte, der Krippenweg und Kulturveranstaltungen. Anders als beispielsweise die Arberregion, profitiert Cham von schneearmen Wintern. Dann überlegen die Leute laut Pielmeier, was sie sonst tun können, und landen nicht selten in Cham.

Thomas Gruber ist Inhaber des TUI-Reisecenters in Cham. Foto: Kilian Graef
Christine Dirscherl leitet das MD Reisebüro in Cham. Foto: Kilian Graef