Mann in Regensburg schwerst verletzt: Stach 26-Jähriger über ein Dutzend Mal zu?

Versuchtes Tötungsdelikt mitten in Regensburg: Erste Details zu dem Angriff vom 12. November deuten wohl auf eine Tat im Drogenwahn. Ein Gutachter schließt nicht aus, dass ein bereits verhafteter Deutscher im Blutrausch zustach.
In der Nacht auf Dienstag, 12. November, werden Retter und Polizei in die Landshuter Straße in Regensburg gerufen. Sie finden dort einen 41-Jährigen mit schwersten Verletzungen. Die soll ihm ein Bekannter beigebracht haben, der noch am selben Tag verhaftet wird. Der Vorfall weckt Erinnerungen an einen Fall in der Frankenstraße im Dezember vor zwei Jahren. Auch im aktuellen Fall ist eine Bluttat unter Drogen nicht ausgeschlossen, wie MZ-Recherchen zeigen.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz hatte von einem Streit zwischen zwei Männern berichtet, der für den Älteren im Krankenhaus und den Jüngeren in der JVA endete. Mit Details dazu, was sich am frühen Dienstagmorgen unmittelbar an der Landshuter Straße abgespielt hatte, hielt man sich vorerst zurück. Denn die Regensburger Kriminalpolizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts gegen einen 26-jährigen Deutschen. So hatte die Staatsanwaltschaft den Fall aufgrund des wohl eindeutigen Verletzungsbildes vorläufig eingeordnet. Der junge Mann wurde der Ermittlungsrichterin vorgeführt, die Haftbefehl erließ.
41-Jährigen aus dem Nichts von hinten attackiert?
Das hat handfeste Gründe, wie jüngste Recherchen zeigen: Der Angriff auf den 41-Jährigen in einem Hausflur soll völlig unvermittelt, aus dem Nichts, von hinten erfolgt sein. Mehr als ein Dutzend Stichverletzungen hatte der Verletzte am Ende, die wohl nur durch Glück nicht tödlich für ihn endeten – ein Stich soll beispielsweise die Halsschlagader des Mannes haarscharf verfehlt haben. Offenbar soll der 26-Jährige sogar erst von seinem 15 Jahre älteren Opfer abgelassen haben, als sich dieses nicht mehr rührte, hieß es.
Unbekannt waren sich die Männer nicht – sie sollen vor dem Vorfall gemeinsam Alkohol und Crystal Meth konsumiert haben. Was der Auslöser der Tat war, die an einen Blutrausch erinnert, ist derzeit noch offen. Nicht ausgeschlossen, dass der 26-Jährige wegen der Drogen im Wahn handelte. Der Mann wurde von einem psychiatrischen Sachverständigen untersucht: „Eine drogeninduzierte Psychose konnte der nicht ausschließen“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher. Nähere Erkenntnisse dazu erhoffe man sich von der toxikologischen Untersuchung einer Blutprobe des Verdächtigen. Die dürfte erst in ein paar Wochen vorliegen.
Tat im Wahn wäre nicht der erste Fall in Regensburg
Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand unter Drogeneinfluss eine solche Bluttat begeht. Im Dezember 2022 hatte ein damals 25-Jähriger einen Nachbarn in der Frankenstraße fast getötet. Ohne ihn zu kennen, hatte er das Opfer mit Maurerhammer und Messer attackiert. Als der Mann sich danach zu einer anderen Wohnung schleppte, griff der 25-Jährige ihn erneut an. Dass das Opfer überlebte, grenzte laut seinen Ärzten an ein Wunder. Bis heute ist es schwerst traumatisiert und von Narben der Not-Operationen gezeichnet.
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Das Regensburger Landgericht befand den Angreifer vor gut einem Jahr für schuldunfähig und ordnete seine Unterbringung in der Psychiatrie an. Das könnte auch dem 26-Jährigen für den Scherenangriff in der Landshuter Straße drohen. Sollten sich Indizien erhärten, dass er im Drogenwahn handelte, wäre eine Umwandlung des Haftbefehls in einen Unterbringungsbefehl möglich.