Stadt Regensburg bezuschusst ab 2025 grüne Fassaden und Dächer

Bis zu 4000 Euro Zuschuss soll es für Bepflanzung von Häusern geben. Das Gesamtbudget des neuen Förderprogramms „Regensburg resilient“ ist allerdings überschaubar.
Die Lastenrad-und Photovoltaik-Förderung der Stadt über das Programm „Regensburg effizient“ ist bekannt und beliebt. Nun legt sie ein neues Klimaschutzprogramm auf. „Regensburg resilient“ soll die Domstadt ergrünen lassen. Im Vergleich zu dem auf Energie- und Verkehrswende fokussierten „Regensburg effizient“, für das 2025 insgesamt 475.000 Euro eingeplant sind, hat das neue Programm mit 60.000 Euro im Jahr ein relativ kleines Budget.
„Regensburg resilient“ soll die Stadt widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen, „insbesondere die Auswirkungen von Hitze in städtischen Hotspots verringern“. So hatte es der Umweltausschuss des Stadtrats im Juni beschlossen; die Verwaltung hatte das Programm auf einen Antrag der Grünen aus dem Jahr 2023 hin erarbeitet. Pflanzen auf Dächern und Fassaden könnten überhitzte Bereiche durch „Transpirationskühlung“ und Verschattungseffekte“ kühlen, heißt es im Beschluss von Juni. Dachbegrünung könne auch als Regenrückhaltung dienen und so bei Starkregen die Kanalisation entlasten.
Orientierung an Vergleichswerten von anderen Großstädten
Am Donnerstag legt nun Umwelt-Bürgermeister Ludwig Artinger (Freie Wähler) dem Umweltausschuss die Förderrichtlinien vor, die ab 1. Januar gelten sollen. Zuschüsse gibt es demnach für nachträgliche Investitionen in Grün auf Dächern und an Fassaden sowie in die Entsiegelung und Begrünung von Höfen und Freiflächen; gefördert werden freiwillige Maßnahmen an Bestandsgebäuden von Privatpersonen, kleinen und mittleren Firmen sowie gemeinnützigen Organisationen, die über eine rechtlich vorgeschriebene Verpflichtung hinausgehen. In Bezug auf das Budget gilt laut Artinger: „Wir haben uns an den Vergleichswerten von anderen Großstädten orientiert.“
Für intensive Dachbegrünung mit einem Gesamtaufbau von mindestens 15 Zentimetern auf einer Fläche von mindestens 15 Quadratmetern gibt es den Förderrichtlinien zufolge 40 Euro pro Quadratmeter und maximal 4000 Euro. Für extensive Dachbegrünung mit einem Aufbau von mindestens acht Zentimetern sind 25 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise maximal 2500 Euro vorgesehen, dieselben Beträge gibt es für Entsiegelung durch den Rückbau von Schotter, Kies, Beton oder Ähnlichem. Bei Fassadenbegrünungen soll die Stadt 50 Prozent der als förderfähig anerkannten Nettokosten übernehmen und höchstens 1500 Euro.
Einer ihrer „größeren Erfolge“ aus Sicht der Grünen
Aus Sicht der Grünen sei das Programm einer ihrer „größeren Erfolge“, sagt Fraktionschef Daniel Gaittet – auch insofern, als dass sie es noch zu Koalitionszeiten als Oppositionskraft durchgesetzt hatten. „Jetzt ist halt wichtig, dass man es ordentlich bewirbt.“ Dann werde sich zeigen, ob das Budget, das „kein Vermögen“ sei, ausreiche. Die anderen großen Fraktionen im Stadtrat wollen den Richtlinien ebenfalls zustimmen. CSU-Fraktionschef Michael Lehner findet „Regensburg resilient“ „ganz gut“. Sowohl Lehner als auch Gaittet hinterfragen, warum die Stadt keine gebrauchten Materialien fördern will. Artinger aber fordert ordentlich belegbare Neuanschaffungen. „Es soll keiner ein Geschäft machen.“