Neue Art von Schwertransport: Windrad-Flügel rollt auf „Selbstfahrer“ durch Kelheim

Schwertransporte haben in Kelheim Tradition. Doch der vom Dienstag, 12. November, war ein neues, besonderes Technik-Spektakel.
Das Wichtigste an seinem Job? „Du musst immer 1000 Prozent bei der Sache sein“, sagt Andreas Meinhardt. Der 47-jährige lenkte per Fernbedienung den Selbstfahrer. Dieser war für viele Zaungäste am Straßenrand etwas völlig Neues. So mancher verfolgte am Dienstag das Kelheimer Schwerlast-Spektakel. Auf das Modulfahrzeug mit eigenem Antrieb war der erste von insgesamt drei Rotoren für das neue Staubinger Windrad montiert. Meinhardts Mission: „Den Flügel sicher zum Windpark zu bringen.“
144 Tonnen waren unterwegs
Dessen Maße: knapp 24 Tonnen schwer und 68 Meter lang. Auf dem knapp 16 Kilometer langen Weg vom Kelheimer Hafen bis zur Baustelle glich Meinhardt Unebenheiten aus und lenkte den 144-Tonnen-Transport mit Tempo 5 bis 10 über die B16, durch die zwei Kelheimer Kreisverkehre an der Regensburger Straße und über den Weltenburger Berg gen Staubing.
Einen Großteil der Strecke legten Meinhardt und seine Kollegen zu Fuß, vor, neben bzw. hinter dem Fahrzeug zurück. An Stellen, wo es schneller ging, stiegen sie auf am Fahrzeug montierte Kanzeln. Über Headsets kommunizierte das Transport-Team.
Ganz vorne war Projektleiter Manuel Eck von der Transportfirma anzutreffen. Er hatte die Strecke vorab vermessen. „Ich gebe den Jungs ein paar Instruktionen, wie wir am besten Kurven und Co. nehmen“, sagte er. Wenn sie nicht gerade Windradflügel und andere große Bauteile bewegen, setzen sie Großkrane um oder bringen Trafos für Industriebetriebe von A nach B.
Flügel ragte fast senkrecht in die Luft
Die Besonderheit des Fahrzeugs. Mit ihm ließ sich der Flügel in die Luft heben, bis zu 60 Grad. Das war nicht nur an engen Passagen, wie dem Donaupark-Kreisel, nötig, sondern auch durch den Wald am Weltenburger Berg. Dafür war ein weiterer Kollege im Team zuständig.
An der Kelheimer Ortsausfahrt reichte das „Jonglieren“ mit dem Flügel dann aber doch nicht aus. Die Hebebühne, die den Transport-Tross begleitete, war gefragt. Ein Förster griff zur Motorsäge und beseitigte im Weg stehende Äste. „Aber nur an nicht geschützten Bäumen“ durften Hand angelegt werden, so Eck. Bereits im Vorfeld waren Äste entlang der Strecke entfernt worden, erklärte ein Vertreter des Landratsamts, der den Transport begleitete. Kurz vor Weltenburg kamen Hebebühne und Motorsäge ein weiteres Mal zum Einsatz.
Gegen 14.30 Uhr, nach fast genau sechs Stunden, war die Baustelle erreicht. Bauherr Peter Blaimer war erleichtert: „Es ist alles gut gegangen.“ Wenn das Wetter passt, rollen Donnerstag und Samstag zwei weitere Flügel gen Baustelle. Viele weitere Bauteile wie Generator, Rotornabe oder Maschinenhaus sind bereits vor Ort.





























