Vor einem Jahr haben die Stadtwerke Neustadt die Strompreise gesenkt – jetzt wieder

Die Zahl der Kunden bei den Stadtwerken wächst, der Absatz beim Strom steigt. Das freut den Bürgermeister. Jetzt gibt es aber auch eine gute Nachricht für die Kunden.
Der Strompreis sinkt. Allerdings nicht so sehr, wie sich das vielleicht manche Verbraucher in Anbetracht sonst steigender Preise gewünscht hätten. Die neuen Preise beruhen auf der jährlich im Oktober durchgeführten Festsetzung der Nutzungsentgelte der jeweiligen Netzbetreiber sowie der gesetzlichen Umlagen. „Diese sind neben den sonstigen Kosten wie zum Beispiel der Stromsteuer und der Konzessionsabgabe ein Bestandteil der Stromkosten“, erläuterte Sven Thirmeyer von den Stadtwerken Neustadt am Montagabend in der Sitzung des Stadtrats.
Einstimmiger Beschluss
Für die Stadtwerke hat dies zur Folge, dass die Strompreise neu kalkuliert werden müssen. Die reinen Energiekosten, legte Thirmeyer dar, machen 30,7 Prozent der gesamten Stromkosten aus. Weiter wichtig sind die Nutzungsentgelte des Netzbetreibers. Sie wurden von den Stadtwerken Neustadt a.d. Donau gegenüber dem Vorjahr von 9,38 Cent pro Kilowattstunde auf 6,69 Cent gesenkt. Auch die Nutzungsentgelte des Bayernwerks, das den Strom in etliche Ortsteile liefert, ist gesunken. Ferner ist die jährliche Grundgebühr – allerdings nur leicht, nämlich von 98,82 Euro auf 98,55 Euro – gesunken.
Leider gibt es auch einen Wermutstropfen: Die Stromeinkaufspreise erhöhen sich von 6,89 Cent pro Kilowattstunde auf 8,49 Cent, was 23 Prozent mehr als im Vorjahr sind. Dennoch errechnet sich für die Verbraucher ein Preisvorteil. Die Stromkosten, hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, werden deshalb zum 1. Januar um 1,56 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Bei einem Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden, was einer durchschnittlichen Familie entspricht, entspricht das einer Einsparung von 54,60 Euro, rechnete Sven Thirmeyer vor.
Die Preissenkung der Stadtwerke ist nicht die erste für die Kunden. Bereits vor einem Jahr wurden die Strompreise gesenkt. Die Stadtwerke gaben damals die Entspannungen am Energiemarkt an die Bürger weiter. Zuvor – seit dem Herbst 2021 – hatten die Strompreise in Deutschland eine regelrechte Rallye hingelegt. Zunächst stieg die Nachfrage sprunghaft durch die weltweiten Corona-Lockdowns. Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar vergangenen Jahres trieb vor allem der Mangel an Erdgas die Strompreise.
Doch die Rekordpreise der Energiekrise sind vorbei, analysierte Verivox Ende 2023. Laut Verivox kostete für Neukunden eine Kilowattstunde Strom im ersten Halbjahr 2023 im Schnitt 34 Cent. Bei dieser Marke stand seinerzeit auch der Preis der Stadtwerke Neustadt. Ab 1. Januar 2024 wurde es deutlich günstiger. Dann waren nur noch 30,48 Cent pro Kilowattstunde zu zahlen. Die Preissenkung summierte sich bei einem Durchschnittshaushalt von 3500 Kilowattstunden um 119,70 Euro. Grob gerechnet sanken die Stromkosten damit um zehn Prozent im Jahr.
Mehr Kunden
„Im Jahre 2023 zählten die Stadtwerke mit ihren Preisen zu den günstigen Anbietern am Markt. In Folge dessen bekamen wir auch vermehrt Kundenzuwachs, zum großen Teil aus den Bayernwerk-Netz-Gebieten. Zur Mitte des Jahres hin senkten auch einige Wettbewerber nach drastischen Erhöhungen wieder ihre Preise“, stellte Sven Thirmeyer von den Stadtwerken seinerzeit fest.
Die Entwicklung bei der Zahl der Kunden hat sich in diesem Jahr fortgesetzt. Inzwischen haben die Stadtwerke 5000 Kunden, sagte Bürgermeister Thomas Memmel. „Wir haben seit zwei Jahren einen deutlichen Aufwärtstrend, was die Zahl der Kunden betrifft“, sagte er. Zugleich freute er sich, dass Kunden von Anbietern im Internet zu den Stadtwerken zurückkehrten.