Illegale Sexarbeiterin beim Blasturm in Schwandorf erwischt – Wohl noch mehr Fälle

Schon wieder hat sich eine Prostituierte in eine Ferienwohnung beim Schwandorfer Blasturm eingemietet. Sie ging dort illegal ihrem Gewerbe nach, hieß es. Am Montag klingelte die Polizei bei der Frau und nahm sie mit. Doch im städtischen Sperrbezirk gibt es derzeit wohl noch mehr illegale Prostitution.
Es war gegen 11.30 Uhr, als zwei Polizeistreifen in der Nähe des Blasturms, einem der Wahrzeichen der Großen Kreisstadt, parkten. Angeleitet von Vize-Polizeichef Florian Meier näherten sich mehrere Beamte der besagten Ferienwohnung. Auch eine Dolmetscherin hatten sie mitgebracht, um mögliche Sprachbarrieren überwinden zu können.
Ermittlungen im Vorfeld hatten nämlich ergeben, so Meier, dass die Prostituierte wohl aus Asien stammt. Auf einschlägigen Seiten im Internet soll sie unter verschiedenen Künstlernamen ihre Sexdienste angeboten haben.
In Schwandorfs Innenstadt ist Prostitution verboten
Offenbar wurden auf das Inserat nicht nur Freier aufmerksam. Auch Ermittler der Polizei nahmen verdeckt Kontakt zu der Frau auf. Dabei mussten sie feststellen, dass diese innerhalb des Sperrbezirks tätig ist. Dieser regelt bekanntlich seit dem 1. Dezember 2023 in der Großen Kreisstadt, wo Prostitution erlaubt ist und wo nicht. Im Innenstadtbereich, zu dem auch das Areal rund um den Blasturm gezählt wird, ist sie verboten.
Der Polizeizugriff am Montag erhärtete dann den Anfangsverdacht. Laut Polizeihauptkommissar Meier wurden in der Ferienwohnung „typische Utensilien einer Prostituierten“ festgestellt. Bei der Beschuldigten soll es sich um eine 47-jährige Asiatin mit Wohnsitz in Tschechien handeln.
Die Frau musste ihre Koffer packen und wurde von einer Polizeistreife auf die Wache verbracht. Dort wurde sie erkennungsdienstlich behandelt. Das heißt: Beamte haben der Frau unter anderem Fingerabdrücke abgenommen. Laut Meier muss sich die Frau nun wegen illegalem Aufenthalt und verbotener Ausübung der Prostitution verantworten. Sie befindet sich nach dem Vorfall in polizeilichem Gewahrsam und soll am Dienstag einem Richter vorgeführt werden.
Nach ersten Erkenntnissen geriet die 47-Jährige nicht zum ersten Mal in Konflikt mit dem Gesetz in Deutschland. Bereits im vergangenen Sommer soll sie in Baden-Württemberg als Prostituierte aufgefallen sein.
Betreiber der Ferienwohnung wusste von nichts
Der Betreiber der Ferienwohnung beim Blasturm reagierte auf Anfrage der MZ überrascht. Er hatte nach eigener Aussage noch keine Kenntnis von dem Polizeieinsatz in seiner Immobilie und wollte sich daher nicht weiter zu dem Vorfall äußern.
Dass sich Prostituierte in einer seiner Ferienwohnungen aufhalten, ist aber nichts Neues. Schon mehrmals gab es derartige Feststellungen. Erst im vergangenen April war die Polizei beim Blasturm im Einsatz, um eine junge Rumänin aus einer der Wohnungen zu eskortieren. Die Frau hatte dort ebenfalls Freier empfangen.
Der Einsatz am Montag könnte der Auftakt für weitere Polizeikontrollen im Stadtgebiet sein. Denn nach Informationen unserer Zeitung sollen sich noch zwei andere Prostituierte in Schwandorf aufhalten. Zumindest eine davon geht wohl ebenfalls innerhalb des Sperrbezirks ihrem Gewerbe nach.

