Eine (halb)runde Sache: Markantes Regensburger Gebäude wird für fünf Millionen saniert

Das Seyboth-Haus gehört zu Regensburgs markantesten Gebäuden. Jetzt ist seine Generalsanierung angelaufen. 31 Wohnungen entstehen, die Nachfrage ist groß.
Florian Andreschewski kommt aus Augsburg. Drei der vier Vorhaben, die er mit seinem Unternehmen Estatis derzeit in Regensburg vorantreibt, können mit Fug und Recht als Allerweltsprojekte bezeichnet werden. Nummer vier aber hat es in sich, denn da geht es um eines der markantesten Wohngebäude der Stadt: das Seyboth-Haus mit seinem charakteristischen halbrunden Bug. „Das ist ein Unikat in der Stadt. Es gibt wohl keinen Regensburger, der dieses Haus nicht kennt“, hat Andreschewski in fünf Jahren intensiver Beschäftigung mit der Landmarke in der Keplerstraße gelernt.
1846 errichtet
So lange ist es schon her, dass er die 1846 errichtete Immobilie von der namensgebenden Familie Seyboth gekauft hat. Ein Kran sowie eine Baustellen-Absperrung am Zweiradparkplatz neben dem Gebäude machen seit Kurzem für jedermann sichtbar, dass die rund fünf Millionen Euro teure Generalsanierung in die Vollen geht. „Die Zeit zwischen dem Erwerb und jetzt haben wir für die Projektierung gebraucht, das ist in enger Abstimmung mit der städtischen Denkmalpflege und Bauordnung abgelaufen“, erklärt der Unternehmer die langwierigen Vorarbeiten.
Umso schneller schreitet nun offenbar der Vertrieb voran, den das mit dem Regensburger Markt bestens vertraute Immobilienzentrum (IZ) übernommen hat. Geschäftsführer Ulrich Berger frohlockt geradezu, wenn er von der Nachfrage berichtet: „Die ist phänomenal, das macht wirklich Freude.“
Nur noch sechs Wohnungen
In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass von den insgesamt 31 im Seyboth-Haus entstehenden Wohnungen bereits zwölf fix verkauft sind. Für weitere 13 liegt eine mit Anzahlung unterfütterte Reservierung vor. Noch zu haben sind also lediglich sechs Einheiten. „Und das alles nur drei Monate nach Vertriebsstart. Wir haben noch nicht einmal Werbung gemacht“, staunt Berger.
Das Seyboth-Haus ist zwar eine imposante Erscheinung, andererseits verrät die Zahl 31 aber auch: Die Wohnungen sind mit Größen zwischen 15 und 42 Quadratmetern sehr klein, nur wenige verfügen über eine Trennung von Wohn- und Schlafzimmer. Eine Ausnahme bildet das 130 Quadratmeter große, direkt per Lift erreichbare Penthouse mit vier Zimmern, zwei Bädern und Dachterrasse. Auch hierfür steht laut Ingo Sauer vom IZ-Vertrieb bereits ein „sehr ernsthafter Interessent“ parat.
Das Vorhandensein des Aufzugsschachts gehört zu den Besonderheiten des früher als Seilerei und Wohnhaus genutzten Gebäudes. Ein weiteres außergewöhnliches Merkmal sind die vielen Fenster, wodurch die Strukturierung des Baukörpers vorgegeben ist und die hohe Anzahl an Wohnungen erst möglich wird.
Quadratmeterpreisen ab 9766 Euro
Die Kaufaspiranten stören sich dabei weder an den geringen Flächen noch an Quadratmeterpreisen ab 9766 Euro – die Aussicht, in bester Altstadtlage einen topsanierten Zweitwohnsitz mit attraktiver KfW-Förderung erwerben zu können, schlägt anscheinend alles. „Das gönnt man sich wie eine Ferienwohnung am Gardasee – nur halt in Regensburg“, liefert Vertriebsprofi Berger den passenden Vergleich.
Solnhofer Platten im Eingangsbereich, edles Parkett in den Wohnräumen oder auch ein reich verzierter Türstock lassen selbst im Baustellen-Zustand erahnen, dass das Seyboth-Haus schon immer eine vornehme Adresse war. Nach der Sanierung – Andreschewski will bis Ende 2025 damit durch sein – soll dies mehr denn je gelten. „Es ist aufwendig und teuer, aber sicher auch eine wertbeständige Investition“, lautet die Überzeugung des Projektentwicklers.
Keine Ladeneinheit mehr
Entgegen kommt ihm die intakte Bausubstanz. „Der Dachstuhl ist in erfreulich gutem Zustand“, berichtet er. Gleiches gilt für das kunstvoll verzierte Treppenhaus mit Holzgeländer. Die Solidität des Gebäudes versinnbildlicht zudem der Umstand, dass ein kleiner Teil der alten Stadtmauer in ihm verläuft.
Eine Ladeneinheit wird es im Seyboth-Haus künftig übrigens nicht mehr geben. Wo früher der Getränkemarkt war, werden Fahrradraum und Technikzentrale samt Pelletheizung und -lager untergebracht sein. Das restliche Erdgeschoss wird mit „gewerblichem Wohnen“ belegt, vier der insgesamt 31 Einheiten firmieren also offiziell als Ferienwohnungen.




