„Backhendl-Sepp“ übernimmt Regensburger Arberhütte: Das hat der Steirer im Kult-Lokal vor

Von Philip Hell · 8. November 2024 um 09:00

Es ist eines der traditionsreichsten Wirtshäuser Regensburgs: Die Arberhütte in Reinhausen hat mit Josef Kögl, besser bekannt als Backhendl-Sepp, einen neuen Pächter.

„Das Interesse an dem Objekt war schon vor zehn Jahren da“, sagt Kögl vor der Eröffnung zur MZ. Damals habe er allerdings noch ein anderes Gasthaus gehabt, dann kam Corona. Und Kögl kam wieder zur Arberhütte, als Aushilfe, wie er sagt. „Ich kenn die Leute und mir gefällt das Objekt.“ Die Arberhütte stehe in einem Arbeiterviertel. „Das ist meins, da bin ich her.“ Sein Vater sei Heizungsmonteur gewesen, sagt Kögl. Das spiegle sich auch in den Preisen wieder. Die Getränke kosten beispielsweise 3,90 Euro.

Preise sollen bezahlbar sein

Die Preise in Regensburg seien oft „jenseits von Gut und Böse“, meint Kögl. Ihm sei es wichtig, die Getränkepreise unter vier Euro zu halten. Auch das Essen soll bezahlbar bleiben bei ihm. „Ich will aus dem Preiskarussell ein bisschen aussteigen.“ Das passe auch einfach zum Gasthaus. „Meine Zielgruppe sind die Leute aus dem Viertel.“ Kleine Veränderungen gibt es auf der Speisekarte: Kögl wird künftig österreichische Spezialitäten servieren.

Die Arberhütte gehört der Baugenossenschaft Stadtamhof. Der Kontakt sei sehr gut, betont Kögl. Für den Sommer plant er, den großen Biergarten umzugestalten. Auch ein kleiner Spielplatz für Kinder soll entstehen. In dem Gasthaus finden zudem immer wieder kulturelle Veranstaltungen statt. Darauf setzt Kögl weiterhin. Damit kommt es sogar zu einem Comeback: Nach rund einem Jahr Pause tritt die Laienspielgruppe Insulaner wieder in der Arberhütte auf. Das freut nicht nur Kögl. Auch Andrea Baumgärtner, Urgestein der Insulaner, ist froh, wieder dort spielen zu können. Die Gruppe bringt ab März das Stück „Heiße Nächte, kalte Füße“ auf die Bühne. Auch eine Vorstellung für Senioren ist geplant. Der Kartenvorverkauf läuft bereits. Die Aufführung wird von den Rengschburger Herzen präsentiert.

Der neue Pächter möchte aber nicht nur auf Kultur setzen: Kögl kann sich gut vorstellen, auch Hochzeitgesellschaften in der Arberhütte zu bewirtschaften. Einen konkreten Plan gibt es allerdings noch nicht. Erstmal steht heute Abend die Eröffnung an. Das Wirtshaus wird voll sein, sagt Kögl. Auch mit den Vereinen, die sich schon lange hier treffen. „Das war mir sehr wichtig.“

Kögl ist gebürtiger Steirer, daher rührt auch der Spitzname „Backhendl-Sepp“. Nach vielen Jahren in der österreichischen Gastronomie verschlug es ihn nach Regensburg, wegen der Liebe, wie er sagt. Die Liebe ging, Kögl blieb. Seine jetzige Partnerin lernte er sogar in der Arberhütte kennen. Damals noch als Aushilfe.

Köche bleiben an Bord

Vor rund einem Jahr hat Kögl das Steirer Schloss in Steinberg am See (Landkreis Schwandorf) eröffnet. „Das bleibt das Mutterhaus“, betont der Österreicher. Vor der Übernahme der Arberhütte sei ihm wichtig gewesen, dass das Personal in der Küche bleibt. Die beiden Köche arbeiten weiterhin im Lokal. „Da hab ich wirklich zwei gute Leute, auf die ich mich verlassen kann.“ Auch einige Bedienungen sind nach wie vor an Bord. „Die kennen die Leute schon. Die wissen, wer beim Trachtenverein ein Cola und wer ein Weizen trinkt.“