Die Geschichte der Bierstadt Regensburg: Neues Buch beleuchtet der Brauereien und Wirtshäuser

Dieses Buch beleuchte nicht nur die Geschichte der Brauereien, Bierkeller und Wirtshäuser, sondern auch die tiefverwurzelte Kultur und Tradition des Bierbrauens und -genießens, erklärte Wolfgang Dersch, Kulturreferent der Stadt Regensburg.
„Regensburg, eine Stadt mit einer über 2000-jährigen Geschichte, hat nicht nur architektonische Meisterwerke und eine reiche kulturelle Vielfalt zu bieten, sondern auch eine lebendige Biertradition, die wohl sogar bis in die Römerzeit zurückreicht“, sagte er.
Organisiert durch den Verlag Friedrich Pustet und die Stadt Regensburg fand am Mittwoch eine Buchvorstellung des Werks „Für gutes Bier ist bestens Sorge getragen“ im Spitalgarten statt. Behandelt wurde darin die lokale Brauerei- und Wirtshausgeschichte.
Eine große Menge Material
Durch die Veranstaltung führten Verleger Fritz Pustet, Wolfgang Dersch und Franz Herrmann, der Autor des Buchs. Es sei Anfang 2023 gewesen, als ihn die Anfrage erreichte, ob der Verlag Interesse daran habe, das Manuskript von über 500 Seiten von Herrmann mit knapp 2000 Bildern zu einem Buch zu verarbeiten, erzählte Pustet. „Dieser Gedanke hatte wirklich Charme und wir haben Sie mit unserem Ja-Wort ja auch nicht lange warten lassen.“
Der Prozess zum fertigen Buch sei aber wegen der Menge an Material keine einfache Sache gewesen. Ehre, Respekt und Dank gebühren Herrmann für seine Jahrzehnte andauernde Arbeit auf diesem Gebiet, sagte Pustet. „Anwesende Historiker können bestätigen, dass Sie damit einen wichtigen Beitrag zur Regensburger Regionalgeschichte erstellt haben.“
„Natürlich bin ich aufgeregt, weil es immer ein ganz besonderer Moment ist, wenn über die Jahre hinweg etwas angesammelt und unglaublich viel Herzblut hineingesteckt wurde und am Ende so ein Produkt herauskommt“, sagte Dersch.
Für das Historische Museum werde in diesem Zusammenhang bereits an einem neuen Konzept gearbeitet, das die lokale Biergeschichte aufgreifen solle.
Auslöser für das Buch sei sein Großvater gewesen, erzählte Herrmann, der selbst in der Bierbranche tätig gewesen sei und ihm einige Bierkrüge vermacht habe. „Ich habe dann angefangen, zu sammeln. Ich war immer wieder erstaunt, welche Brauereien es denn tatsächlich in Regensburg gegeben hat.“ Auf der Suche nach einem Verzeichnis darüber sei er aber nur auf eine bruchstückhafte Aufzeichnung gestoßen, weswegen er den Entschluss gefasst habe, selbst eines zu erstellen. Mit der Zeit sei Herrmann dann immer tiefer in die Materie eingestiegen.
Insgesamt habe er um die 200 Quellen für das Buch herangezogen. „Ich habe viele Interviews gemacht mit Nachkommen von Brauereien und konnte dadurch auch viele Stammbäume und Familienchroniken lesen“, berichtete Herrmann. Auch viele Archive seien eine große Hilfe gewesen, besonders das Stadtarchiv. Seine eigenen Erfahrungen ließ der Autor ebenso einfließen. „Ich bin Baujahr 1950 und konnte also so ab Mitte der 50er Jahre über die 60er und bis in die 70er das Ganze mit meinen Eltern oder auch selbst noch erleben.“
Das Reinheitsgebot
Zum Inhalt des Buches sagte Herrmann, dass er nicht nur die Arbeit in den Brauereien, sondern auch die sowohl lustigen als auch tragischen Geschichten, die dort passiert seien, aufzeichnen wollte. „Ich schreibe natürlich auch vieles über die Entwicklung der Bierstadt Regensburg, wie die vermeintliche Römerbrauerei oder die Bierverordnungen und Reinheitsgebote.“
So habe die Stadt 47 Jahre vor Bayern ein Reinheitsgebot aufgestellt, welches heute 555-jähriges Jubiläum feiere. Das Buch behandle aber auch die Regensburger Kleinkunstszene, die Geschichte des Maßkrugs oder Feste wie die Dult. Die Vorstellung schloss Herrmann mit einem Bilderrätsel ab, durch das die Anwesenden ihr Wissen über die Wirtshausgeschichte testen konnten.