Stadt räumt Bussen und Radlern in Kumpfmühl mehr Platz ein – CSU befürchtet Stau

Die Stadt Regensburg räumt auf einer wichtigen Route in die Innenstadt Bussen und Radlern mehr Platz ein. Die CSU im Stadtrat befürchtet Stau.
Eigentlich sollte auf dem südlichen Teil der Kumpfmühler Straße, dort, wo es bislang bergabwärts keinen Radweg gibt, ein Radfahrstreifen kommen. So hatte es die Stadtverwaltung einmal als Beitrag zum Hauptradroutennetz vorgeschlagen – konnte aber die damalige Rathauskoalition nicht davon überzeugen. Nun widmet die Stadt quasi über Nacht eine Seite dieses Abschnitts der Kumpfmühler Straße zu einer für Radler offenen Busspur um. Da es sich nur um Markierungsarbeiten handelt, muss der Stadtrat nicht gefragt werden. Aus der CSU kam prompt Protest.
Am Dienstagnachmittag hatte die Stadt die neue Verkehrsführung in einer Pressemitteilung angekündigt. Am Mittwoch waren die Markierungsarbeiten schon in vollem Gang. Die Stadt teilte mit: Da die Strecke, die entlang der 30er-Zone am Kumpfmühler Markt weiter Richtung Innenstadt führe, auch Teil des Hauptradroutennetzes sei, hätten sich Stadtverwaltung, Polizei und Fahrradverbände auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, „das zu weniger Kfz-Durchgangsverkehr und folglich zu einem konfliktärmeren Miteinander aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer führen soll“.
Kürzere Wartezeit an Ampel
Ab der Kreuzung Nibelungenstraße/Augsburger Straße werde eine Busspur eingerichtet. „Ziel ist neben der ÖPNV-Beschleunigung auch, dass der Kfz-Verkehr, der in Kumpfmühl kein Ziel hat, von Süden kommend verstärkt die Autobahn A93 nutzt“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Damit die Autos auch im weiteren Verlauf von Augsburger Straße und Kumpfmühler Straße nur den linken Fahrstreifen nutzen, würden an den Kreuzungen Hofgartenweg und Gutenbergstraße Rechtsabbiegespuren markiert, von denen aus Radfahrer geradeaus weiterfahren dürfen, bis sie nach der Theresienkirche auf den vorhandenen Radweg einbiegen. „So wird der rechte Fahrstreifen vom Kfz-Verkehr entlastet und der Radverkehr erhält deutlich mehr Platz“, heißt es dazu von der Stadt. Bereits umgesetzt sei eine Modernisierung der Ampel über die Augsburger Straße bei der Sparkasse, die kürzere Wartezeiten für Fußgänger und Radler bringt.
Die CSU hatte sich bereits gegen den Radfahrstreifen ausgesprochen, schon aus Sicherheitsgründen. Schließlich müssten die Parkplätze an der Straße anfahrbar bleiben. Über die Busspur sagt Fraktionschef Michael Lehner: „Wir sehen das sehr kritisch, weil ich überzeugt bin, dass es zu Stau kommen wird.“ Allerdings habe Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) zugesichert: „Sollte es zum völligen Chaos kommen, kann man Markierungen auch wieder entfernen.“
Autos müssen durch Busspur
SPD-Fraktionschef Thomas Burger bestätigt: „Eine Busspur kann ich zur Not auch wieder zurücknehmen.“ Er war ebenfalls gegen den Radfahrstreifen. Er habe befürchtet, dass sich die Radler dort in falscher Sicherheit wiegen, weil Autos die Spur auf dem Weg zu den Parkplätzen queren hätten müssen. Zwar gilt das auch für die Busspur. Dennoch ist sie für Burger ein guter Kompromiss, weil Radfahrern dort klar sei, dass sie diese nicht exklusiv nutzen dürfen.
Auch die gut mit Radaktivisten vernetzte Grünen-Fraktionschefin Maria Simon glaubt, dass aus Sicherheitsgründen die jetzige Lösung besser ist als die zunächst angedachte. Sie sagt: „Wir finden die Maßnahme grundsätzlich gut. Es scheint mehr voranzugehen beim Hauptradroutennetz.“ Kürzlich hatte die Stadt – fünf Jahre nach dem vom Stadtrat angenommenen Bürgerbegehren für ein Hauptradroutennetz – die erste Route präsentiert. Was Kumpfmühl angeht, lobt Simon die kürzeren Wartezeiten an der Ampel und die „Umweltspur“ in der Kumpfmühler Straße, auf der Busse schneller vorankommen und die auch Radler nutzen können.
Die Maßnahmen
Augsburger Straße: Linksabbiegern in die Erzbischof-Buchberger-Allee steht ab sofort eine separate Linksabbiegespur zur Verfügung. Das soll die Verkehrssicherheit an der Kreuzung mit der Nibelungenstraße erhöhen. Ab dort wird eine Busspur eingerichtet. An der Ampel bei der Sparkasse warten Fußgänger und Radler kürzer.
Kumpfmühler Straße: An den Kreuzungen Hofgartenweg und Gutenbergstraße kommen Rechtsabbiegespuren. In der Gegenrichtung wird die Furt über die Gutenbergstraße rot eingefärbt, um für Linksabbieger den Vorrang der Radler zu verdeutlichen.