Turnhalle an der Clermont-Ferrand-Allee in Regensburg ist schon wieder zu

Von Jürgen Scharf · 6. November 2024 um 19:00

Auf dem Sportplatz an der Clermont-Ferrand-Mittelschule spielen am Mittwochnachmittag ein paar Jungs Fußball. Gut, dass es draußen noch geht – denn die direkt daneben liegende Turnhalle bleibt nun überraschend bis mindestens Ende November zu.

Gerade für die Sportvereine, die dort in dieser Zeit Wettkämpfe geplant haben, ist diese Nachricht ein Schock – und kommt zudem völlig überraschend, wie mehrere Abteilungsleiter erzählen.

In der städtischen Sporthalle an der Clermont-Ferrand-Allee mussten die Brandschutzvorkehrungen erneuert werden. Das war seit langem bekannt. Die Arbeiten fanden von Juli bis Oktober statt. Danach wurde die Halle kurz geöffnet – ist nun aber schon wieder geschlossen.

Die Vereine müssen jetzt noch einmal umplanen. Leo Fuß von den Donau Volleys erzählt, dass sich der Klub – die Herrenmannschaft spielt in der 3. Liga – wegen der ursprünglichen Sperrung ohnehin beim Verband um eine Anpassung des Spielplans gekümmert hatte: „Wir haben darum gebeten, dass wir zuerst Auswärtsspiele bekommen.“ Ähnlich gingen die Bundesliga-Futsaler des SSV Jahn vor.

Abnahme steht noch aus

Anfang dieser Woche gab es dann aber die Nachricht, dass die Halle erneut zugesperrt wird. Die Stadt teilte mit, dass die eigentlichen Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind. Sie müssten nun aber noch „durch einen unabhängigen Brandschutzexperten final abgenommen werden“.

Die betroffenen Vereine standen vor einem riesigen Problem. Das Sportamt teilte ihnen zumindest mit, welche Hallen als Ausweichquartier genutzt werden könnten. „Jetzt ist alles ein riesiger logistischer Aufwand“, erzählt Fuß. Die Donau Volleys werden ihre Heimspiele im November nun in drei verschiedenen Hallen austragen: im Albertus-Magnus- und im Goethe-Gymnasium sowie in der FOS/BOS. Jede Woche, die sie früher informiert gewesen wären, wäre aber ein großer Vorteil gewesen, sagt Fuß: „Ich verstehe absolut, dass Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Aber dass uns jetzt so plötzlich gesagt wird, dass doch länger zu ist, ist für uns eine Riesennummer.“

Florian Roth, Teammanager der Jahn-Futsaler, sieht es ähnlich: „Ich sehe es auch kritisch, dass es so kurzfristig kam.“ Er habe nun auf Hochtouren eine Ersatzhalle suchen müssen, was bei einem Bundesliga-Spielbetrieb alles andere als einfach sei, wie er erzählt. Der Deutsche Fußball-Bund habe nämlich konkrete Vorgaben, etwa, dass es eine bestimmte Mindestanzahl von Sitzplätzen geben muss. In Regensburg fand Roth nichts, ist nun aber „erst einmal überglücklich, dass wir vorerst in der Tangrintelhalle in Hemau unterkommen“. Letztlich sei der einstweilige Umzug in den Landkreis aber schade für die Sportstadt Regensburg, findet Roth: „Denn die verliert halt wieder Veranstaltungen.“

Noch auf der Suche für einen Austragungsort für ein Heimspiel am 24. November war am Mittwoch dagegen Ludwig Wolf von den Rollstuhl-Basketballern Roadrollers der SG BeNi: „Wir haben noch nichts.“ Zwei andere Hallen seien ihm vorgeschlagen worden, erzählt er. In einer davon sei ein Punktspiel im Rollstuhl-Basketball aber schlicht unmöglich, die andere sei auch nicht wirklich geeignet.

„Brandschutz II“ fehlt noch

Dass die erneute Sperrung so kurzfristig mitgeteilt wurde, sei hart gewesen, erzählt er: „Ich weiß jetzt nicht, wo hier der Fehler lag. Aber man hat den Eindruck, da wird etwas gemacht und dann funktioniert es nicht.“ Die Stadtverwaltung teilt auf Anfrage mit, dass eine frühere Information der Vereine nicht möglich gewesen sei, da erst Anfang der Woche feststand, dass die Halle erneut gesperrt werden müsse. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, dass alle Arbeiten und Abnahmen bis Mitte Oktober abgeschlossen sein. Die Verzögerung entstehe nun, da die sogenannte Bescheinigung Brandschutz II noch aussteht: „Diese kann erst nach einer abschließenden Abnahme durch einen unabhängigen Brandschutzexperten ausgestellt werden.“ Diese Abnahme sei nun im Laufe des Novembers vorgesehen. Das Sportamt versuche aber, den Vereinen zu helfen, und „so gut wie möglich“ Trainingszeiten in anderen Hallen zur Verfügung zu stellen.