Wegen Sanierung: Ende Februar ist Schluss im Regensburger Hallenbad

Von Rainer Wendl · 5. November 2024 um 15:00

Die Bäder-Landschaft Regensburgs steht 2025 vor gravierenden Veränderungen. Ein neues kommt, ein altbekanntes verabschiedet sich für längere Zeit.

Die Regensburgerin Doris P. (Name geändert) ist Stammgast im Hallenbad an der Gabelsbergerstraße. Sie schätzt die zentrumsnahe Lage und zugleich ruhige Atmosphäre der eleganten Schwimmhalle, deren Eröffnung 2025 genau 70 Jahre her sein wird. In letzter Zeit waren die erholsamen Badbesuche jedoch immer wieder getrübt.

In Gesprächen mit anderen Gästen war das Top-Thema nämlich die baldige Schließung, garniert mit der Befürchtung, dass das Hallenbad vielleicht nie wieder aufmacht. Zur Beruhigung von Doris P. und allen anderen Freunden der Anlage an der Ostenallee lässt sich festhalten: Das eine stimmt, das andere ist unbegründet.

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An einer längerfristigen, schon sehr bald beginnenden Auszeit führt kein Weg vorbei. Daran erinnert einmal mehr eine Formulierung in den Unterlagen für die heutige Sitzung des Sportausschusses. Bei den Erläuterungen zum Neubauprojekt Ostbad ist zu lesen, dass „das derzeitige Hallenbad in der Gabelsberger Straße in absehbarer Zeit geschlossen werden muss“. Nun steht fest, wann genau dieser Fall eintreten wird: Bereits Ende Februar 2025 wird der Betrieb trockengelegt, und zwar für mehrere Jahre.

Wärme aus Kanal nutzen

Bei der Aufsichtsratssitzung vom Stadtwerk Regensburg wurde am Montag der Fahrplan zur Generalsanierung der 1955 fertiggestellten Anlage festgezurrt. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die konsequente Fortführung dessen, was der Stadtrat im Juli 2023 ohne Gegenstimme beschlossen hat.

Unter der Überschrift „Zukunftssicherung städtisches Hallenbad“ entschied man sich damals für die Variante „Teilneubau“. Die bestehende Schwimmhalle bleibt demnach erhalten und wird durch einen Anbau mit Lehrschwimmbecken ergänzt. Ein kleiner Wellnessbereich ist ebenfalls vorgesehen. Geschätzte Kosten: 17,5 Millionen Euro.

Die Vorbereitung des Vergabeverfahrens für das Großprojekt läuft bereits seit August, zudem haben sich in der Zwischenzeit wichtige Erkenntnisse aus energetischer Sicht ergeben. Ein Monitoring zur Wärmerückgewinnung aus dem Kanal in der Gabelsbergerstraße hatte ein positives Ergebnis, wie Sport-Bürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) ausführt: „Laut Tiefbauamt und Stadtwerk kann das Abwasser genutzt werden, das wäre ein wesentlicher Beitrag für die künftige Wärmeversorgung des Bads.“

Bauphase soll im Mai 2026 beginnen

Bis an der Gabelsbergerstraße die Bagger rollen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Der Sanierungsplan sieht vor, dass in einem Jahr die Arbeiten bis Leistungsphase vier – das ist die Fertigstellung der Genehmigungsplanung – beauftragt werden sollen. Grünes Licht für die eigentliche Bauausführung soll im Mai 2026 gegeben werden. „Das ist dann schon noch einmal ein wichtiger Schritt“, macht Freudenstein deutlich, dass eine endgültige Entscheidung nicht ohne ein weiteres zustimmendes Votum des Stadtrats erfolgen kann.

An diesem Punkt könnte das Projekt theoretisch also noch kippen, denn der Vorbehalt der Finanzierbarkeit wird nach allgemeiner Einschätzung künftig immer öfter zum Tragen kommen. Läuft aber alles wunschgemäß, soll die Gesamtsanierung und Erweiterung des Hallenbads an der Gabelsbergerstraße im 2030 abgeschlossen sein.

Das neue Ostbad wird bis dahin längst etabliert sein. Der Bau an der Zeißstraße ist weit fortgeschritten, der angepeilten Eröffnung in der ersten Jahreshälfte 2025 steht so gut wie nichts mehr im Weg. Zwischen diesem Termin und der Schließung des Hallenbads werden dennoch einige wenige Monate liegen, ein nahtloser Übergang ist nicht möglich.

Weiter wenig Wasserflächen

„Das Team vom Hallenbad wird gebraucht, um den Betriebsstart im Ostbad vorzubereiten“, erklärt die Sport-Bürgermeisterin. Das bedeutet, dass ab 1. März für eine Übergangszeit die einzigen öffentlichen Wasserflächen der Stadt im Westbad zu finden sind. An diesem Umstand lässt sich eine allgemeine Regensburger Misere ablesen:

Die Bäder-Infrastruktur ist unterentwickelt. „Im Vergleich zu anderen Kommunen liegt die Wasserfläche in Regensburg ca. zehn Quadratmeter pro 1000 Einwohner unter dem Schnitt. Selbst nach der Eröffnung des Ostbades liegt Regensburg noch hinter vergleichbaren Städten“, lautete 2023 die Information des Stadtwerks an die Stadträte, die daher fast nicht anders konnten, als der Sanierung des Hallenbads zuzustimmen. Andernfalls hätte sich die Situation weiter und dauerhaft verschlechtert.

Weit fortgeschritten: das neue Ostbad Foto: Wendl